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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-11-06 · Heft 46 (6.11.1848) · p. Seite 661

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 46 (6.11.1848)
Date
1848-11-06
Page
Seite 661 (sequence 5)
Language
German
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661 Bemerken möchten wir natürlich, daß dieser Aufruf im Franks. Joum., das blos in Süddeutfchland verbreitet ist, nicht genügen konnte. Wir haben auch bis heute keine weitere Nachricht erhalten, hoffen aber zum Nächsten ausführlichen Bericht erhalten zu haben. Ankiam, 24. Oktober. (Privatmitth.) .Heute, Herr Doktor, müssen.Sie mit einigen vermischten Nachrichten fürlieb nehmen, die wir, obgleich sie auch gerade nicht von besonderem Interesse, den Lesern Ihres Blattes dennoch nicht vorenthalten wollen. Außer den fünf zum Judenthum zurückgekehrten Personen, von denen wir in No. 40 berichtet, sind hier vor Kurzem noch einige getaufte Juden zu ihrer väterlichen Religion zurückgekehrt und zwar ein Mann aus Stralsund, ein junger Mann aus Bergen und ein Mann aus Greifswald, sowie dessen zwei Kinder (Mädchen von 8 und 10 Jahren). In Bezug auf Letztere hat das Stadtgericht zu Greifswald erklärt, daß sie zwar jüdisch erzogen werden, daß sie aber erst nach zurückgelegtem 14 Lebensjahr aus der christlichen Gemeinschaft entlassen werden können. Sämmtliche Personen, .die sich einige Zeit hier aufhielten, haben bereits seit Rosch ha Schana, wo in der Predigt einige auf ihren Zurücktritt bezügliche Worte an sie gerichtet wurden, das Gotteshaus besucht und wollen wir wünschen, daß sie wahrhafte Israeliten sein und bleiben mögen. Als Ergänzung unserer Mittheilung über die kürzlich inSchlawe und Rummelsburg stattgehabten Synagogeneinweihungen (s. No. 40 d.Bl.) erlauben wir uns noch Folgendes hinzuzufügen. Die Einweihung war in beiden Orten sehr schön und würdig; bei Beiden wirkte der stolper Kantor mit dem Chor mit und das Publikum war dadurch sehr befriedigt. Namentlich war das christliche Publikum überrascht von den ihm meistens unbekannten schönen Grundsätzen des Judenthums und es gewinnt stets mehr Achtung vor demselben. Besonders hervorgehoben zu werden verdientes, namentlich in Pommern, wo der Judenhaß, diese g ifta th m e nd e Pflanze, zwar schon vom Sturmhauch der Zeit entblättert, aber noch immer nicht bis auf die Wurzel ausgerottet ist, daß (hören Sie es liebenswürdiger Herr von Thadden, hört es Ihr intoleranten Herren des Glaubens und gehet hin und thuet desgleichen!) daß in Sch law e die zwei evangelischen Geistlichen im Amtskleide den Dr. Klein (der die Weihrcde hielt) zur Synagoge begleiteten, indem sie ihn in die Mitte nehmend, dem Zugesich anschlossen; ebenso in Rummels bürg, wo außer den zwei evangelischen Geistlichen der Stadt, noch zwei vom Lande im Amtskleide zugegen waren; jedenfalls ein schönes Zeichen der — Bernünftigkeit! Was wird jener Landrath im Regierungsbezirk Arnsberg dazu sagen, daß auch vr. Klein in Amtstracht über die Straße ging? — Ist es nicht jämmerlich, daß man sich noch heutzutage mit solchen Lapalien, die allenfalls Anno Zopf Geltung hatten, abhärmt! Möchten die hochgestellten Herren sich doch nicht immer und ewig mit solchen Erbärmlichkeiten befassen, möchten sie doch endlich erwachen aus dem Wahn, in den sie trotz des Alles bewegenden Donnerrüfs der Zeit sich behaglich einzulullen suchen und selbst schauen wie hoch es an der Zeit ist, dann stände es besser, wahrlich besser! — Die Predigt bei der Einweihung in Schlawe ist bei Fritsch in Stolp im Druck erschienen; sie ist über Jesaja 54, 10. und hat zum Thema: „Das Bleibende im Vergänglichen". Der Redner sucht in zwei Theilen darzustellen, wie in dem Vergänglichen die göttliche Gnade, und wie im Bleibenden der göttlicheFrieden walten müsse, und wie das Gotteshaus dies am Klarsten uns vor das Auge führe. Es sind klare, faßliche und begeisterte Worte. Der Redner entfaltet eine große Fülle der Gedanken und ist dabei, recht gemächlich. Schön gefiel uns das Weihegebet und treffend ist die symbolische Deutung einiger sich in der Synagoge befindlicher Gegenstände, aus welchem Theile wir hier eine Stelle hersetzen wollen: „Beim Eintritt in das Gotteshaus da steht zuerst der Almosen käst en und erinnert uns an unsere leidenden, dürftigen, armen Mitbrüder, denen vielfach der Friede des Lebens fehlt, und denen wir, die Reicheren, die Begünstigteren, die Glücklicheren, helfen sollen, auch den Frieden zu finden, im Äußenleben; und es erinnert uns der Almosenkasten, daß wir uns entäußern sollen hier im Gotteshause dessen, was ja in der Außenwelt am Meisten und Ehesten Unfrieden schafft, und mittheilen von dem, was wir selber als Gnadenspende aus der Hand Gottes empfangen haben.... Und treten wir dann weiter im Gotteshause, so leuchtet uns beim Gebete das Licht, und es ist ein bezeichnendesBttd für den Bund des Friedens. Da wo das Licht waltet,

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