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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-11-06 · Heft 46 (6.11.1848) · p. Seite 658

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 46 (6.11.1848)
Date
1848-11-06
Page
Seite 658 (sequence 2)
Language
German
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658 durchblicken, als auch die Fragen vom hohem geschicht-. lkchen Standpunkt betrachten: gewahren wir keine Gewißheit, keine Bürgschaft, daß nicht noch in Erfüllung gehe) was wir oben vorausgesetzt. Die Ereignisse gehen mit einem ehernen Schritte einher. Die Paulskirche hat ihr hohes Ansehen zugleich mir ihrer Thatkcaft verloren. Die Demokraten haben ihren Einfluß durch den Weg der Gewalt, den sie beschritten, ekngebüßt. Die große Mittelklasse ist abgespannt und willenlos geworden. Die Armeen bewahren sich in dem Geiste des Absolutismus. Und bte. hohen Herren, nun, daß über deren Willen kein Zweifel mehr obwaltet, weiß Jeder. Es ist auch zu natürlich,'daß man wieder erlangen will, was Einem abgetrotzt worden. Man ist gegen sie so weit gegangen, daß, wenn man nicht noch weiter gehen wollte, man sie gewissermaßen aufgefordert hat, so weit wieder zu gehen — wie sie können. Und sie können wieder weit gehen. Und dennoch sträubt sich ein innerstes Gefühl dagegen, daß es möglich sein könnte. Man kann den Geist, der die Völker aufregte, nicht für einen Rausch ansehen. Man kann die Faden in der Vergangenheit zu genau verfolgen, als daß man nicht einsehe'N sollte, es war nichts Gemachtes, nichts Aufgedrängtes, es war ein lang in sich Vorbereitetes, endlich Gewordenes, endlich zum Ausbruch Gekommenes. Und das sollte nun mit einem Male wieder nicht und Nichts sein? das. sollte urplötzlich wieder verschwunden sein? Nein! die Völker können nur wieder überrascht werden! Und in dieser Ueberraschung können geschickte und starke Hände schnell die alten Fesseln wieder anlegen. Aber, der Riesengeist, der sie gesprengt., ist noch da, und würde bald wieder, bald um. so mehr anschwellen, und dann ... Gedenkt de.S großen Bildes, das uns die Schrift in dem geblendeten, im -Kerker schmachtenden Simson aufstellt.. Spielt nicht mit dem Simson, wenn auch geblendet und gefangen...,. .Wisset, er ergreift die Säuley des Hauses, und zerbricht sie wie Rohr, und das Haus stürzt ein, und begräbt ihn.und sie unter den Trümmern.... Spielt, nicht mit. dem Simson!.. . Das Haus stürzt ein, die Letzten Säulen brechen..... Zeitungsnachrichten. Deutschland. Frankfurt am Main, 14. Oktober. So wird denn auch hier im Kampfe des Neuen mit dem Alten das Letztere bald zu Grabe getragen werden. Die letzte Abstimmung der „christlichen Bürger" — Wahl der konstituirenden Versammlung, ist geschehen. Ueber die von 120 Deputirten auszuarbeitende Verfassung wird von sämmtlichen volljährigen Staatsangehörigen, also auch von den Israeliten, abgeftimmt werden. Magdeburg, 30. Oktober. Unsere Leser wissen, daß wir bereits für eine allgemeine deutsche Synode unsere Stimme erhoben haben, so wiedaß wir, bei persönlicher Anwesenheit in Frankfurt, mit den Herren Stein und Formstecher darüber verhandelten. Vor einiger Zeit erhielten wir folgende gedruckte Zuschrift: Frankfurt a. M., den 15. September 1848. „Hochzuverehrender Herr! Die lebhafte Lheilnahme, welche Sie den Angelegenheiten des Judenthums zu widmen gewohnt sind, bestimmt uns, folgende ergebenste Mittheilung an Sie zu richten. Am 30. August dieses Jahres* trat in hiesiger Stadt eine Anzahl hiesiger und auswärtiger Männer zusammen, um über die Notwendigkeit einer zu berufenden allgemeinen israelitischen Synode in Berathung zu gehen. Die Dringlichkeit dieses, wie uns scheint, einzigen Mittels, den sich neu bildenden Staatsverhältniffen gegenüber das jüdische Gemeinwesen vor Auflösung zu bewahren und dM Judenthume auf dem Grunde des Gemeindewillens eine zeitgemäße Gestaltung zu geben, wurde allseitig anerkannt, ebenso aber auch die unumgängliche Vorbedingung, daß zuerst Freunde des Fortschritts, Männer von religiöser Gesinnung und gemeinnützigem Streben im Lause dieses Herbstes noch zusammentreten mögen, um jener wichtigen Angelegenheit durch Entwertung von Statuten, durch Bezeichnung des Wahlmodus, überhaupt durch geeignete Vorarbeiten eine sichere Grundlage zu verschaffen, worauf sodann im Frühjahre 1849, nachdem im Laufe detzWinters die gesetzliche Stellung der üdischen Religionsgemelnde zunr Staate festbestimmt

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