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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-10-30 · Heft 45 (30.10.1848) · p. Seite 654

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 45 (30.10.1848)
Date
1848-10-30
Page
Seite 654 (sequence 14)
Language
German
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654 ben werden, bis er — fällt. Die Waffe der Inkonsequenz gegen wen immer gerichtet, kehrt sich gar bald und trifft den, der sie gezückt, das lehrt die Geschichte, das lehrtdie tägliche Erfahrung. Der bairischen Presse übrigens müssen wir es zur Ehre nachsagen, daß sie fast einstimmig die Sache der Juden zu der, ihrigen gemacht und nicht wenig dazu beigetragen, daß nach und nach die Vorurtheile im Wolke schwinden und die völlige Emanzipation dürfte auch bei der Masse, wie man Anfangs gefürchtet, keinen Anstoß - erregen und die verrottetsten Judenfeinde, werden sich in das Unvermeidliche schicken, sie werden höchstens die Köpfe schütteln und — schweigen. Heinrich Hochhe-imer, Prediger. Literarische Nachrichten. ATrgcr, im September 1848. (Schluß.) .Der Grund aber warumdiese bis hierzu brach liegen geblieben ist, mag dem Umstande zugeschrieben werden, daß der Talmud sammt seinem ganzen Inhalte bis noch vor wenigen Dezennien-eine so-sehr isolirte Stellung unter den allgemeinen Wissenschaft^!?'-eingenommen hatte, als daß es Jemanden einfallen wollte seine unter mannigfachen Schutt und Trümmern vergraben liegenden literatischen Schatze-an den Tag zu fördern. — Jahrhunderte lang war der Talmud eine Terra incognita. t>er christlichen Gelehrten; und wenn Einige 'derselbensich auch zuweilen die Mühe nahmen, denselben zu siudiren, so geschah dieses gewöhnlich nur in der Absicht, - um ihn. zu judenftindlicheN Zwecken zu gebrauchen,, weshalb-sich dieselben in der Regel stets auch nur um die nn demselben enthaltene Dogmatik, keinesweges -aber um^ irgend, eineandere -Wissenschaft, also - auch nicht um die Medizin desselben kümmerten. Der Jude wiederum fand Jahrhunderte lang seine, einzige Beschäftigung nur . in dem Talmud und wiedernur in dem Talmud.; aus ihm schöpfte er Trost in Leiden und in ihm, lebte und webteer; aus demselben erhielt er seine Universalbildung) lernte er Religion, Moral,-Jurisprudenz, Mathematik, Geschichte und Medizin. Doch diese: Wissenschaften alle nach außen zu fördern, das war seine Sache nicht. Was kümmerte ihn die äußere Welt, sie verstieß ihn ja; oder in welcher Landessprache sollte er jenenach außen, hin fördern, erbesaß ja leider - nirgends ein Vaterland, - durftees - weder:< b esitz en, noch ließ man: ihm dessen Spra che führen. Was Wunder, daß in^jener finstern Periode auch von jüdischer Seite: die talmudische Medizin sich keiner wissenschaftlichen Bearbeitung, erfreuen konnte. —, Anders, ist es jetzt. Vorüber ist die Zeit, wo man. in dem Juden nicht auch zugleich den Menschen: ehrt;, vorüber ist die Zeit, wo eine große Kluft wie Israeliten von den. allgemeinen Wissenschaften - und. den Landessprachen .trennte. Man fragt jetzt bei' literarischen > .Leistungen nicht mehr nach: dem Glaubensbekenntnisse ihres Verfassers sondern es werden die Ersteren lediglich nach ihrem objektiven Werthe abgeschätzt. Und so ist es denn der Gegenwart Vorbehalten worden, auch dem lang verschmähten Talmud eine wissenschaftliche Seite abzugewinnen und seit einiger Zeit besitzen wir. nicht nur mehre werthvolle Monographieen auf dem Gebiete der Linguistik, der Geschichte und Geographie des Talmuds, sondern es .erfreut sich auch bereits die Medizin desselben : mancher trefflichen Bearbeitung. — Allein trotz dieser Regsamkeit der Neuzeit, ist dennoch der Vorwurf Vieler (so auch jüngst dervyn Dr. Ölofenbei um in einer Anmerkung zu der von' ihm herausgegebenen Sprengel's Geschichte der Medizin, Bd. I. 1846) gegründet, daß bis hierzu noch immer nicht-viel für die israelitische Medizin und vornehmlich von Israeliten geschehen ist, so wie überhaupt von irgend einer vollständigen Bearbeitung dieses Faches noch gar nicht die Rede sein kann. Bei diesen Umständen glaube ich jenen talmudischen Grundsatz in Anwendung bringen zu dürfen, wo es heißt: urw rrpfib tnpnz>,Wenn-Ma nn e r sich nicht thärig zeigen, magst. D u es versuchen ein Mann zu sein" (Abot II, 5.); indem ich es sogar als Laie wagevor das: Publikum: mit vorbezeichnetem Werke zu treten, durch welches ich jenem-Mangel auf. dem mehrgedachten Gebiete abzuhelfey versucht habe.. . Es ist dieses die Frucht einer . vieljäh eigen Arbeit, welche ich in den Stunden der Muße, dieich meinem gewöhnlichen Berufe abgewinnen konnte--mit Unterstützung einiger-gelehrten Aerzte, an den. Tag^ zu. fördern mich bemüht habe. Wol sind die Schwierigkeiten mir nicht entgangen, welche sich einer solchen Bearbeitung überhaupt, so-wie noch besonders bei mangelnden, direkten medizinischen Kenntnissen, nothwendig entgegenstellen mußten;.mohl-begriff ich, welch eine Massel von Kenntnissen und Hilfsquellen oft dazu -erforderlich' sei,- üm - zuweilen auch- Mr ein . einziges Wort nichtig '.auffassen ünöi deuten zur können^ und: fast: war-ich indevThatfchommtMossen,'

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