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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-10-30 · Heft 45 (30.10.1848) · p. Seite 655

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 45 (30.10.1848)
Date
1848-10-30
Page
Seite 655 (sequence 15)
Language
German
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655 dieses mein Vorhaben,.: trotz der zur Zeit .von mir mit unsäglicher Mühe bereits zu 'Stande gebrachten Vorarbeiten, ganz und gar aüfzügeben, wenn nicht mehre ehrenwerthe Sachkundige meine Arbeiten gebilligt und mich ermuthigt Hätten, den einmal gefaßten Plan auszuführen, und wenn mich, nicht ein unüberwindlicher. Trieb, den betreffenden Gegenstand, nach Kräften zu fördern, .mächtig angespornt hätte, das Begonnene, muthig ,zu.vollenden. Was die Form meiner Bearbeitung'betrifft, so habe ich, um eine gewisse Einheit bei der Darstellung der israelitischen Medizin zu erzielen, mich bemüht, die biblischeMedizin mit der bedeutend reichhaltigem talmudischen überall, so weit es thunlich war, zusammen in Einklang zu bringen, und demnach -alles dasjenige, welches 'in Bezug auf die israelitische Medizin sich sowol in der Bibel als im Talmud rr. befindet, systematisch zu ordnen und bei jeder betreffenden Rubrik das darauf Bezügliche/ so weit darüber eine Quelle in der Bibel und zugleich im Talmud aufzufinden war, schon gleich erschöpfend zu geben gesucht; wobei sich der Nutzen auch schon in dieser Hinsicht herausstellt,' daß der Leser über/jeden einzelnen Gegenstand sogleich eine klare Uebersicht gewinnen kann, was davon in der Bibeln vorkommt, wie der T a lmud ihn aufgefaßt und darübergeurtheilt habe. — Auch habe ich den Stoff, obgleich -vollständig, doch stets nur in. gedrängtester .Kürze. zu bearbeiten gesucht, und .nur dasjenige berücksichtigt, welches sich mir als wissenswert!) herausstellte, oder dessen Ursprung ich überhaupt durch authentische Quellen belegen konnte. Es wäre mir freilich leichter gewesen,/ mich in endloser Breite und Gemächlichkeit auf diesem weiten Gebiete zu ergehen, das Neueste ungeprüft, das Alte ungeordnet, wie es eben die Reihe trifft, locker neben einander zu stellen, als das wahrhaft Nützliche und wissenschaftlich Werthvolle, welches sich in Bezug auf die Medizin kn dem mit Recht als Ozean verglichenen Talmud .(-n?2Vnn ü*1) in unzähligen Foliobänden nur gelegentlich hier und da niedergelegt befindet, — so zu verarbeiten, daß eine lichtvolle Uebersicht des Ganzen daraus erwachse und. für den künftigen Anbau und die Fortbildung aus diesem Felde eine sichere Grundlage gegeben würde; allein ich unterzog mich gern der Mühe, um der Wissenschaft nach Kräften wein. Schetslein opfern zu können. Endlich habe ich bei der Benützung der vorhandenen Quellen'mich immer bestrebt/ dieselben. objektiv zu behandeln und da wo sie dunkel waren, habe ich bei deren Auffassung stets den Mittelweg einzufchlagen gesucht, ohne übrigens von einem oder dem. andern Systeme vorzugsweise eingenommen worden und von demselben ausge- .gegangen zu sein. . Ich. sage den Mittelweg. Denn wie wenig, auch einerseits ein Geschichtsschreiber oder überhaupt ein Jeder, der irgend eine Quelle wissenschaftlich benutzen will, irgend einerLehrmeinung.besonders anhängen, oder von irgend einem Lieblingssysteme von vorn herein ausgehen darf; wie wenig , er — wenn derselbe anders nicht der Parteilichkeit vor das Publikum angeklagt werden will —.in seinem zu bearbeitenden Stoffe Etwas zu erblicken wahnen darf, was genau , betrachtet gar nicht vorhanden ist; ebenso wenig darf derselbe aber auch andererseits auf Gefahr, daß ihn dieselbe Beschuldigung treffe,, nicht verleitet werden,...die Augen völlig zu schließen, und darin auch nicht sehen wollen, was dem ruhigen Beobachter sich klar und deutlich herausstellt. Ob ich wirklich immer den rechten Weg getroffen habe, wage ich nicht zu entscheiden; vielmehr erwarte ich diese Beurtheilung, sobald ich das Glück haben werde, meinen beabsichtigten Plan in Erfüllung gehen zu sehen, von der unparteiischen Beprüfung der .Sachkundigen, deren gütige Belehrung und Zurechtweisung ich stets mit gebührendem Danke entgegennehmen werde. ■' Und so ergeht denn hierdurch meine herzlichste Bitte an alle Freunde der. hohem jüdischen Literatur, deren Sinn und Gefühl für nationale Bestrebungen im Gebiete der Wissenschaft noch nicht erkaltet ist, mir ihr Vertäuen, so wie ihre -gütige Theilnahme zu der von mir mit so vielen Opfern und .unsäglichen Mühen unternommenen Arbeit nicht zu entziehen, sondern dieselbe nach Kräften stützen zu wollen; um so mehr, da mich keine materielle Absicht bei derselben geleitet hat und ich den Subskriptionspreis verhältnißmäßig nur sehr gering gestellt habe*). Das Werk erscheint vollständig in höchstens drei Bänden, und zwar in Heften von 6—8 Druckbogen groß Oktav, ä 75 Kop. S. M. (n. Thlr. Pr. Krt.), von denen übrigens jedes Heft ein für sich bestehendes Ganze bilden wird, weshalb man fü r jetzt nach Belieben auch auf blos einzelne Hefte subskcibiren kann. Das erste derselben — welches die allgemeine Einleitüng und die Geschichte der israelitischen Medizin, nebst einer Materia medica ttnb Pharmakologie der Israeliten enthält — ist be- *) Befreundete Redakteure ersuche ich zugleich hierdurch, .dieser .meiner. .Subfkrlptiousanzeige.freundlich.st ein Plätzchen in ihren -Organen zu gönnen.

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