Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 45 (30.10.1848)
- Date
- 1848-10-30
- Page
- Seite 652 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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652 haltender Beifall.) — Man muß: gestehen, daß man noch nicht, sehr erbaut sein kann, von Zuständen, wr dergleichen Reden zu halten noch nothwendig ist. Frankfurt am Main, 10. Oktober, (^rivatmitth.) Sie haben Ihr Blatt als einen Wächter hingestellt für die errungene Gleichstellung und Glaubensfreiheit; meint Jemand,- es wird nicht genug zu.wahren haben? Wartet nur. Mit Nadelstichen fängt man an, bis wieder ein tüchtiges Loch geschlagen worden. Um so mehr muß matt bei jedem Nadelstich seinen Protest , erheben. Daß dies geschehen, wird, davor bin ich nicht bange. In diesen Tagen fand sich in den hiesigen Blattern ein Steckbrief aus einen gewissen Buchsweiler, in welchem man sich abermals einer erbärmlichen Bezeichnung bediente. Eine „Anfrage" im Fr. I. züchtigte dieselbe auf folgende Weise: „In einem von Bockenheim aus erlassenen Steckbrief wird ein gewisser Saul Buchsweiler als „entlassener jüdischer Religionslehrer", in einem von Frankfurt aus erlassenen als „ehemaliger Judenlehrer" bezeichnet. Wodurch wurde der Lehrer eines bestimmten Faches an einer Dorfschule plötzlich zum Lehrer einer großen Glaubensgenossenschaft? Hat es sich vielleicht bereits herausgestellt, daß das Individuum von . einer Behörde, einer Partei oder Missionsgefellschaft den Auftrag erhalten hatte, ehemals den Juden, oder den ehemaligen Juden in irgend Etwas,, mit Ausschluß.aller übrigen Deutschen, Unterricht zu ertheilen, oder ist der Ausdruck nuveine stylistische Rarität aus der guten alten Zeit, wo aus der gleichen Berechtigung der Juden mit den Thieren so manches zarte, sinnig zusammengesetzte Hauptwort entstand, wodurch z. B. Juderrmetzger, Judenmarkt, Judendoktor, eben so gebräuchlich, wurden, als Sch weine m e .tz g e r, V i,e h m a r k t und Thier a rz t. . Sämmtlichm Lehrern, besonders Sprach- und Naturforschern, würden Aufklärungen, hierüber gewiß willkommen und nützlich sein, da man heutigen Tags nicht mehr recht weiß-, warum man solche Zusammensetzungen macht, und. wie Solche in . fremde Sprachen zu. übersetzen sind.". Frankfurt aw Main,! 19.. Oktober.. (Privatmitth.> >Endttch! P der famös^ Art.. 50>,befiegtz und auch die Stadt Frankfurt muß die Gleichstellung der Konfessionen Schritt vor Schritt einräumen. Nämlich: Durch Abstimmung hat die hiesige Bürgerschaft den Artikel 50 der städtischen Verfassung, der dahin lautet: „daß ^tne Verfassungsänderung nur dann geschehen könne, wenn zwei Dritthcile der Mitglieder des Senats, zwei Drittheile der Stimmen des gesetzgebenden Körpers und zwei von den drei Abtheilungen der christlichen Bürgerschaft dafür, gestimmt haben", mit 2312 Stimmen gegen 547 für . abgeschafft und/sich für die Berufung einer konstituirendeu Ver-" sammlung erklärt. / Alter Römer! wankst du nicht? Nein! aber die Stühle der Herren Senatoren. Das Trauerspiel, das von 1814 bis jetzt daselbst spielte, hat sein Ende erreicht. Die Rede, welche Nießer am 6. Oktober in der Paulskirche über das Gesetz über Schutz der Nationalversammlung und Abgeordneten, und die einen so stürmischen Beifall von der Rechten und den Zentren erhalten, daß sie „für die vielleicht glänzendste, die daselbst noch gehalten ', erklärt wurde — (wohlgemerkr, v. Vincke sagte dies, er, der auf dem ersten vereinigten Landtage zu Berlin sich noch die Gesellschaft von Juden verbeten hat —) muß als auch für das Judenrhum im Allgemeinen bedeutsam erkannt werden. Freilich wird es eine sehr große Zahl geben, -die eine solche Rede für einen bessern Zweck gehalten wünschten — aber sehen wir von aller Parteifrage ab, so muß anerkannt werden, daß sie von so hohem sittlichen Werthe durchdrungen war, daß damit den Gegnern, des Judenthums abermals in's Gesicht geschlagen worden ist. Sie machte eben die Sittlichkeit zur Grundlage alles Geschehenden, und versetzte so die Politik wieder auf das Gebiet, von dem sie sich niemals entfernen sollte, oder doch von dem sich die geistig begabten Politiker niemals entfernen sollten. Da es jetzt Schreier und Schwätzer unter den' Juden lwehr als zu viele giebt, so ist auch sehr nutzbringend, daß ein so bedeutender Redner aus ihrer Mitte mehr rechts steht. " " Hannover, 12. Oktober. (Privatmilth.) Hliet ist folgende Bekanntmachung erschienen: . ' ' für züdische L?hve.r^ , .. Die unterzeichnte Kommission: machte hiettrllrch b.e-