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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-10-23 · Heft 44 (23.10.1848) · p. Seite 639

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 44 (23.10.1848)
Date
1848-10-23
Page
Seite 639 (sequence 11)
Language
German
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im Herzogl. Georgianischen Kollegium in München. Regensburg, 1848. 8. X und 319 Seiten. Der Verfasser sucht in dieser Schrift -die Ansicht Bähr's zu bekämpfen, nach welcher dem Blute eine ausschließliche Bedeutsamkeit im mosaischen Kulte vindizirt, das Vorhandensein selbstständiger unblutiger Opfer in demselben geradezu in Abrede gestellt, .und selbst die Beiopfer nicht zur gebührenden Anerkennung kommen gelassen wird; und sucht derselbe hier den Beweis zu führen, daß im mosaischen Kulte eine Reihe selbstständiger unblutiger Opfer der blutigen. parallel laufe, und daß auch die-unblutigen Opfer symbolisch-typisch und dogmatisch bedeutsam seien. Abgerechnet, baß das Werk oft in ziemlich schwülstigem und pleonastischem Style geschrieben ist und nebenbei auch. viele Druckfehler enthalt, ist dasselbe mit vieler Gründlichkeit abgefaßt und zeigt von einer großen Belesenheit des Verfassers, nicht blos in den darauf bezüglichen christlichen Schriften, sondern auch im Talmud und in der rabbinischen Literatur. Oft benutzt er auch die Erklärungen des Herrn vr. Philippson, Redakteurs dieser Blätter, aus dessen „Israelitischer Bibel"; nur ereifert er sich zuweilen'darüber,' daß nicht Letzterer so erleuchtet ist, seine symbolischen Erklärungen nach christlich-dogmatischer Anschauungsweise zu geben. Programm als Einladung zur Subskription auf: röabwi — Biblischtalmudifche Medizin, oder: Pragmatische Darstellung der Arzneikunde der alten Israeliten. Sowol in theoretischer als praktischer Hinsicht. Von Abraham bis zum Abschlüsse des babylonischen Talmuds, d. i. von 2000 v. Ehr. bis 500 n. Ehr. Mit Einschluß der Staatsarzneikunde und mit besonderer Berücksichtigung der Theologie, nach den Quellen bearbeitet, von R. I. Wunderbar, 1848. Zur nähern Beleuchtung des vorstehenden Programms erlaube ich mir, über den Plan und die'Tendenz der in Rede stehenden Monographie hier einige einleitende Worte folgen zu lassen. Vorbezeichnetes, von mir in Bälde in Lieferungen herauszugebendes Werk, in welchem die Gesammtmedizin der Israeliten, die biblische, sowie vorzüglich die tatmudische nach allen ihren Richtungen darzustellen versucht worden ist, har weder die Tendenz, irgend ein neues oder auch nur unbekanntes medizinisches System aufzustellen, noch weniger aber als praktisches Lehrbuch der Medizin vor das Publikum zu treten, sondern lediglich. ein treues Bild von den medizinischen Grundsätzen eines Volkes zu geben, das sich vermöge seiner erlebten wunderbaren Schicksale eine so bedeutende Stellung in der Weltgeschichte erworben hat, und das sich schon früh in der Kultur des Geistes vor allen anderen damals lebenden Nationen auszeichnete, mithin auch auf dem Felde der Medizin nicht zurückblkeb, sondern schon den frühesten Keim derselben in seinem Schooße bergen konnte; mit einem Worte, es sollen hier die Grundzüge von dem, was das israelitische Volk seit seiner frühesten Kindheit in der Medizin gedacht, wie es Letztere im Laufe der Zeit fortgebildet und endlich später dieselbe auch schon als Wissenschaft betrieben habe, so weit dieses mittelst verschiedener authentischer Quellen auf uns gekommen ist, klar und umfassend in gedrängtester Kürze und doch möglichst vollständig vorgeführt werden. Daß aber diese Darstellung nicht nur als Beitrag zur Kulturgeschichte der Israeliten im Allgemeinen, sondern vorzüglich auch zur Förderung der medizinischen Wissenschaft insbesondere von einigem Nutzen fein dürste, ist einleuchtend, wenn wir erwägen, daß jede Wissenschaft in der Vergangenheit wurzelt und aus ihr ihre vorzüglichste Nahrung, die Erfahrung nämlich, — durch welche dieselbe nach und nach sich zur eigentlichen Wissenschaft herangebildet, — zieht. Ist dieses aber schon bei jeder andern Wissenschaft der Fall, um wieviel mehr noch bei der Medizin, die ihre Begründung größtenteils der hohem Empirie zu verdanken hat, weil deren Prinzipien sich nothwendig auf verschiedene physiologische und psychologische Beobachtungen basiren, bei denen schon ihrer Natur nach die Empirie vorherrschend iji. — Die Volksmedizin ist und bleibt demnach die Mutter der wissen-' schaftlichen Medizin; dieses hat nicht nur der würdige Hippokrat, jener Altvater der Medizin, schon im grauen Alterthume ausgesprochen und berücksichtigt, sondern auch die gelehrtesten Aerzte der neuern und neuesten Zeit bestätigen es, indem sie selbige.stets zu würdigen wissen. In diesem Sinne dürfte daher auch die israelitische Medizin selbst jetzt noch nicht unberücksichtigt bleiben; indem selbige wenn auch nicht durchweg als gelehrte, doch aber als Volksmedizin, die sich ehemals bewährte und zum Theil auch mit den gegenwärtigen medizinischen Ansichten übereinstimmt, — dem gelehrten Forscher von Wichtigkeit sein; ja selbst die irrigen Meinungen und Grundsätze derselben dürften dazu geeignet sein, zur Vervollkommnung der medizinischen Wissenschaft beizutragen. Abgerechnet den Nutzen, welche ihre Darstellung uns

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