Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 44 (23.10.1848)
- Date
- 1848-10-23
- Page
- Seite 637 (sequence 9)
- Language
- German
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Pen, ist dem „du erhörst nicht" viel paralleler. — 4. Dies kann aber der S. nicht fassen, da Gott der Heilige ist, der also den Sieg der Ungerechten nicht zulassen kann, der seine Verheißung erfüllen muß; und der sich Jisr. so oft bewahrt hat, daß es ihm viele Loblieder erschallen läßt. Gott thront auf oder über diesen Lobliedern, da diese zu ihm hknaufschallen. — 5. 6. Anknüpfend, hieran: die Vater vertrauten auf dich und es wurde ihnen geholfen. Sie wurden nicht beschämt in ihrem Vertrauen. — 7. Ich aber vertraue auch, und. werde verspottet, weil mir nicht geholfen wird. „Wurm", Bild der Hilflosigkeit und der daraus hervorgehende Verachtung. — 8. 9. Die Verachtung geht in Spott über. Zuerst Gesten des Spottes, dann'(9.) Worte des Spottes, bä Inf. für die dritte Pers. Fut. Hengst. als Imp., indem er 'tt btt ba als frühere Worte des Leidenden - von den Spöttern wiederholen läßt. „Er hat Wohlgefallen an ihm," Gott am Sänger, wie Rabe und Rdak erklären, da Wohlgefallen des Menschen an Gott in der Schrift nicht vorkommt, und der Sinn tiefer wird. Die Verspottung dehnt sich nun auch auf Gott selbst aus. Man kann hier eine leise Andeutung daran finden, daß die Anhänger Schauls des von Gott zum König designirten, von Schemuel gesalbten Davids damit spotten. — Auch knüpft dies besser mit dem Folg. an. — 10. 11. Der S. akzeptier gleichsam den Spott dec-Feinde: Ja, Gott hat Wohlgefallen an mir, er hat es mir bewiesen von meines Lebens Beginn an, womit zugleich ein neues- Motiv seines Vertrauens gegeben wird. Sehr schön entsprechen sich die beiden Verse, indem V. 10. sagt: du hast für mich seit meines Lebens Beginn gesorgt (TPüStt), V. 11.: ich habe von meines Lebens Beginn an dir angehangen. Der Beginn des Lebens ist aber hervorgehoben, um zu bezeichnen:-in meiner ganzen Vergangenheit. Zugleich ist damit angedeutet V. 10. als ich noch ein ganz hilfloses Geschöpf war, V. 11. sowie das Bewußtsein in mir erwachte und noch keine Beweise für die Richtigkeit rüeines Vertrauens hatte. Mit dem ganzen Abschnitt zeichnet er also den Kampf des durch seine. Verlassenheit erzeugten Zweifels mit. dem inihm von Kindesbeinen an befestigten Vertrauen auf Gott. — 12. Zweiter Abschnitt. Schilderung der Gefahr. Rabe findet in dem „fern" und „nah" einen Gegensatz. — 13. Ec nennt die mächtigen und wüthenden Feinde Stiere, und namentlich Stiere (denn dies bezeichnet twa» speziell) aus Baschan, wo die beste Viehzucht in Palästina (5 Mos. 32, 14.) — 14. Außer diesen Stieren steht noch an der . Spitze ein Löwe (Schaul). —- 15. 16. Der Zustand des S. in dieser Gefahr. Das Hetzen der Verfolgung, die Anstrengung, sie abzuwehren und ihr zu entgehen, die Affekte, die dabei in ihm lebendig waren, haben eine Auflösung hecvorgebrgcht, die er mit dem Ausgegossensein wie Wasser und der Trennung der Glieder vergleicht, eine Muthlosigkeit, wie wenn sein Herz geschmolzen, eine Kraftlosigkeit, wie Scherben, denen, keine Feuchtigkeit einwohnt, und wie wenn die Zunge am Gaumen klebt, .eine Hoffnungslosigkeit, dir dem Untergange (dem Tode, der GrabeSerde) sich nahe glaubte— 17. Jetzt Gefahr und Zustand zusammenverbunden. In seinem. Affekt gegen seine Verfolger vergleicht er sie mit Hunden, die im Morgenlande verachtet und vernachlässigt, aber auch von äußerster Wuth und Ingrimm sind. Er erklärt das Bild jetzt, „Rotte der Bösewichtec", die er sofort' wieder mit dem schon gebrauchten Bilde eines Löwen versieht. Die gangbare Lesart giebt einen einfachen, guten Sinn: iflTCp* Position zu Dnv, und '*»t hängt von ‘’yis'ptt ab, sind also Apposition zum ''d-, die Hände, wie Rabe bemerkt, weilman 'mit diesen kämpft, die Füße, weil man mit ihnen entflieht, sie haben ihn also so umringt, daß er nicht mehr kämpfen und entfliehen kann. Außerdem ließt man!TD, worüber s. Rosenm. Lpiwetr. in den Schol. Allein kritische Gründe sprechen allein für die gangbare Lesart, und Uebersetzungen wie „durchbohren, fesseln"^sind gänzlich zurückzuweisen. — 19. Während jene ihn so umringen, befindet er sich im Zustande des Elends, den er mit der Abmagerung, daß die Knochen zu zählen sind, vergleicht, und sie freuen sich dessen. Das zwiefache Sehen nicht allein'' sondern-2 -iifcn bedeutet mit Wohlgefallen sehen. Natürlich ist dies nur Bild; die Feinde haben ihn noch nicht, aber seine Lage ist' völlig verzweifelt, und die Gegner freuen sich ihn so weit zu wissen. — 19. Die Feinde haben ihn bereits aller Besitzthümer beraubt, so daß er Nichts mehr hat, als was er an sich trägt (Gewand); aber auch dies haben sie schon ihm entrissen, sie theklen das Letzte, was er Hatte, unter sich. Er ist also-im letzten Stadium der Noch, wie ein nackter Mensch, der .den Todesstreich erwartet. Daß man diesen V. auf die Theilung der Kleider Jesu nach dessen Kreuzigung bezog, ist natürlich; dadurch ist man aber auch auf die falsche Ansicht gekommen, als sei der S. schon in den Händen der Feinde. Dann hätte er nicht wiederholt von „Umringen" gesprochen. — 20 Dritter Abschnitt. Der S. 44*