Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 44 (23.10.1848)
- Date
- 1848-10-23
- Page
- Seite 636 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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gemeinen Freude. — Seine letzten Ueberreste begleiteten von der Kirche aus der hiesige Rabbiner/ der Chasan nebst vielen israelitischen Notabeln, denen Allen in der Kirche am Altäre Plätze angewiesen wurden, in feierlicher Ordnung und aufrichtiger Trauer. Am Grabe angelangt, hielt der Sohn des Verblichenen, Herr Pastor Lichtenstein — der auch vor wenigen Monaten in gleicher Toleranz die Leiche des hier plötzlich verstorbenen israelitischen Lehrers und Gemeindedeputirten, Herrn Joseph Behr, nach dem jüdischen Friedhofe begleitete — eine rührende Grabrede. Hierauf sprach der Rabbiner ein Gebet in hebräischer Sprache für das Seelenheil des Verstorbenen und half zugleich die Leiche in die Gruft einsenken. Möge überall Friede und Eintracht zwischen den Bekennern aller Konfessionen so weit eintreten, daß tolerante Handlungen als etwas ganz Gewöhnliches, von sich Verstandenes allgemein betrachtet werden könnten; möge der Allgütige aber,auch, alles fernere Unheil von uns und von jeder Stadt und Land gnädiglich abwenden >2 'rr rtmru Kalifch, im September, Die hiesigen Israeliten haben ihr großes Hospital in ein allgemeines Choleralazareth verwandelt. Warschau, im September. Auf Befehl des Kaisers ist den Juden gestattet worden, in 13 Straßen Warschaus, wo sie bisher nur zu je 3 Familien wohnen durften, jetzt zu 5 Familien zu wohnen, sobald sie ein reines Vermögen, von 9000 SR. besitzen. In allen übrigen Straßen ist den Juden das Wohnen ohne Beschränkung der Familienzahl gestattet worden^ sobald sie ein reines Vermögen von 3000 SR. Nachweisen; wenn sie sich auf unbebauten Plätzen niederlassen, so müssen sie massive Häuser bauen; hölzerne, welche sie an sich kaufen, müssen sie in bestimmter. Frist massiv umbauen. Sie können dort-auch Handel treiben, aber nur an einem Orte/ und mit Ausschluß jeder Fabrikation, und Verkaufs en gros und en äetsil von Landesgetränken. Auch in den übrigen Städten des Königreichs dürfen die Juden jetzt früher ihnen verbotene Straßen beziehen, wenn sie. 1500 SR. reines Vermögen haben, und die Landessprache oder eine fremde Sprache lesen; und; schreiben können, ihre Kinder in Negierungsschulen schicken/ keine jüdischen:Trachten tragen, und wenn sie Bankiekgeschäfte oder erlaubten und offenem Handel treiben. Letztere Bedingungen müssen übrigens auch in Warschau befolgt werden. Ltterarifche Nachrichten. Magdeburg, 10. Oktober. (Schluß.) Der erste Abschnitt also: die Bürgschaften der Hilfe aus der Vergangenheit, der zweite: die Gefahr in der Gegenwart, die dritte: die Rettung, und ihre Folgen in der Zukunft. De Wette und Köster nahmen nun fünfversige Strophen an, mußten aber 17—22 zwei dreiversige zugestehen. Die richtige Stcophenabtheilung ist die, daß abwechselnd drei- und zweiversige Strophen stattsinden; der erste-Abschnitt besteht nämlich aus 2. 3. 3. 2., der zweite 3.2. 3., der dritte 3. 2. 3. 2. 3. Die erste Str. (V. 2. 3.) die Nichterhörung, die zweite (4—6) das Lob und Vertrauen von Seiten Jisraels,.die dritte (7—9.) der Spott, die vierte (10. 11.) das Verhältniß des S. zu Gott; die fünfte (12 — 14.) die Umzingelung des S., die sechste (15. 16.) sein Verschmachten, die siebente (17—19.) wie nach ihm die Feinde; die achte (20—22.) die Bitte um Rettung, die neunte (23. 24.) Lob Gottes, die zehnte (25 —27.) Erhebung der Gedrückten, einschließlich des S., die 1 eilfte (28. 29.) Anbetung von Seiten der Völker, und die zwölfte (30->-32.) von Seiten der jetzigen und kommenden" Geschlechter. — Der Pst ist der Erguß des edelmüthigsten und unerschütterlichsten Herzens, der, trotz der bittern Empfindung, sich ganz verlassen zu sehen, doch die Zuversicht nicht verliert, und noch. Kraft genug besitzt, selbst in der drängendsten Gefahr seiner edelen - Träume für die Zukunft nicht zu vergessen. Er giebt uns so auf die ergreifendste Weise: daß der Gottgläu.bige auch in der höchsten Roth die Zuversicht-auf eine bessere Zukunft, auf den Sieg des Rechts, die. Erhebung der Gedrückten durchGott, nicht verlieren dürfe. — 1. S. Einleit, zu den Psalmen. — 2 Der S. versetzt uns sofort in das Innere feiner ringenden Seele, in der das Bewußtsein seiner Gefahr in ihrem ganzen Umfange mit dem Gottvertrauen kämpft. Indem Gott fern davon ist, dem S. zu Helfeni/chört^er auch auf sein Flehen nicht. Der Riimin und ist nicht zufällig,, der: Pst. bedient sich seiner des Nachdrucks wegen —3. Erkl. des Schluffes des vor. V. And/ //Ruhe", aber >,Schweigens, well er Erhört wor-