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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-10-23 · Heft 44 (23.10.1848) · p. Seite 635

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 44 (23.10.1848)
Date
1848-10-23
Page
Seite 635 (sequence 7)
Language
German
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Indem ww dem edeln Könige für diese Zuschrift nur innig st und verehrlichst uns verbunden fühlen können, hoffen wir, 'daß derselbe auch unsere tiefge^ fühlten Bitten für die Israeliten Schwedens berücksichtigen werde. RußlMd uud Polen. Mitau, 12, August. (Privatmitth.) Während im ganzen russischen Reiche sich die Bevölkerung eines gesegneten Friedens erfreute; während dieselbe hier von allem Schlachtgetümmel und verheerenden Bürgerkriege, wie.sie im Auslande jüngst allgemein stattfanden und zumTheil noch stattft'nden, also von jeder tna fin1’» Gott sei Dank verschont geblieben ist, gefiel es dagegen dem Herrn, dieselbe mit seiner uns mittelbaren Hand (wnw ^^2 nn''») schwer zu züchtigen.- Zn 43 Gouvernements ist die Cholera ausgebrochen und rafft ihre Opfer schonungslos auch unter den Israeliten weg. Jn>Mitau allein, welche nur eine Gesammtbevölkerung von circa 18,000 Seelen (worunter Israeliten 4000) zählt, sind bis hiezu in einem Zeiträumevon einigen Wochen, trotz aller von der Regierung und den Stadtautoritäten zur Vorbeugung und Heilung dieser Epidemie nach Kräften getroffenen Maßregeln, bereits nahe an 1000 Seelen, worunter 300 Israeliten, gestorben. Doch ist dieselbe nunmehr Gott sei Dank schon im Abnehmen, und wie man hofft, dem baldigen Erlöschen nahe. Herzerhebend war die gegenseitige brüderliche Lheilnahme zwischen den Israeliten und ihren christlichen Mitbürgern. Aller konfessionelle Unterschied hat hier in der Zeit der gemeinschaftlichen Noth ganz aufgehört, und nur der Mensch leistete jetzt dem Menschen, der Bruder dem Bruder und der Bürger dem Bürger uneigennützig Hilfe und Beistand. Auch sehr ansehnliche Summen, mitunter zu 100, ja 1000 Rubel Silbermünze spendeten edelgesinnte Christen und Israeliten zur- Abhilfe der g e me in sa m en Noth. ' .Unter den Gestorbenen sind sehr Biele, "die es verdienendaß man ihnen rühmliche Nekrologe zum ewigen: Andenken fetze; allein: leider ist deren Zahl zu groß/ als: daß deren Nekrologe Anspruch auf den beschränkten: Raum- Ihrer geschätzten: Zeitschrrft > machen könnte -Ich' nenne blos: den 'hiesigen Dajan und Maggid Möses F ei ertag, der als frommer Orthodoxe eimchalbes JahrHMderHhindurch dir^GeL meinde mit Rath und That geleitet und dieselbe oft durch seine, wenn gleich nur einfachen Predigten das Wort Gottes lehrte und viele Zuhörer erbaute; den Kaufmann Cahn; den Lehrer Mansfeld; den Vorsteher der Talmud-Tora, L. Michelsohn, u.A. m. Endlich erwähne ich hier auch noch den Tod eines Ehrenmannes, der zwar nicht unser Glaubensgenosse war, der sich aber nichtsdestoweniger wegenseiner Menschenliebe und vorzüglichen Theilnahme gegen Israeliten, ein unaussprechliches Andenken in unserm Herzen erworben hat. Dr. Lichtenstein — so hieß der Verewigte — war praktischer Arzt bei der kurländischen Gouvernementsregierung. Fast sein ganzes Leben hindurch weihete derselbe sich uneigennützig der leidenden Menschheit ohne Unterschied der Religion und Nation. Vorzüglich aber nahm er sich der nothleidenden und kranken Israeliten an. Von den Unbemittelten derselben nahm er nicht allein nie eine Belohnung für seine ärztlichen Hilfsleistungen an, sondern er pflegte sie überdies noch mit Unterstützung gen an Geld, Medikamenten u. s. w'. aus eigenen Mitteln zu versorgen. Als im Jahre 1831 die Cholera hier zum ersten Male ausbrach, und man noch damals dieser Epidemie allgemein eine Kontagiosität zuschrieb, schloß er sich demungeachtet gegen 14 Tage in dem damals zernirten jüdischen Cholerahospital ein, und setzte auf diese Weise sein Leben in Gefahr, um den unglücklichen Israeliten daselbst ärztliche Hilfe und Beistand angedeihen lassen zu können. Noch bis zu seinemletzten Lebensaugenblicke weihte er sich ganz seinem Berufe, und starb, nachdem er noch vor weniger Zeit Anderen hilfreich beigestanden hatte. — Dafür erwarb er sich aber auch von Allen und vorzüglich von den Israeliten herzlichste Liebe und Dankbarkeit. —Vor mehreren Jahren lag er schwer an einer sehr gefährlichen Krankheit darnieder. Schon hatten die Aerzte für sein Leben keine Hoffnung mehr und überließen ihn so der Natur. Da näherte seinem Bette sich plötzlich eine Deputation frommer Israeliten und. baten um die Erlaubniß , in dem Nebenzimmer des Kranken mit ihren hier zahlreich versammelten Brüdern einen bei den Israeliten für gefährlich Kranke üblichen Gottesdienst - übhalten zu dürfen; was ihnen gern genehmigt wurde. - - Und 'siehe! der Allgütige erhörte 'ihr aufrichtiges Flehen jfür ihren kranken Wohlthäter ,' Und Letztererbesserte sich - wirklich sofort züm ErstaurM der Aerzte' urM genas bald" darauf zur' all-

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