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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-10-16 · Heft 43 (16.10.1848) · p. Seite 624

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 43 (16.10.1848)
Date
1848-10-16
Page
Seite 624 (sequence 12)
Language
German
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konnte D. an feine Rettung solche Folgen geknüpft glauben, wie sie von fß. 23. an geschildert werden? Welche sind diese aber? Zuerst daß er in der Versammlung der Iisr. Gott preisen, seine Gelübde bezahlen könne (23-7-26.), eine sehr natürliche Folge. Alsdann daß die Bedrückten „essen und sich sättigen und die Gottesfürchtigen lobflngen werhen" (27.) Nichts natürlicher, da D. seine Partei als dse bedrückte ansehen, und überhaupt mit seiner Rettung "und der Verwirklichung der an ihn ergangenen Verheißung, daß'er König werden würde, also mit seinem Regiment ein neues Erblühen der Anbetung und des Dienstes des Einigen erhoffen mußte. Darum und dazu war er ja gesalbt,, dieses Ideal füllte seine Brust aus, das waren die Zwecke, .die er sich vorgesetzt, darum, siel es ihm ja so sehr auf, daß Gottes Hilfe ausbleibt. Und wie wollte man nun dem geist- und gemüthvollen Jüngling verargen, wenn er in seiner, seine zukünftige Wirksamkeit idealisirenden Phantasie, auch auf Heiden und späte Nachkommen (28—32.) die Folgen, seiner Wirksamkeit, wenn er erst Herrscher, wenn er erst Jisrael auf die Stufe, reinster Verehrung des Einigen erhoben-, ausgedehnt dachte? Hat nicht Schelomo, der viel nüchterne, in feinem Tempelweihgebet dasselbe ausgesagt? Und ist im Sinne der Alten auf „alle Grenzen der Erde", „alle Geschlechter der Völker" ein so großes Gewicht zu legen? Wir sehen es daher als völlig begründet an, daß dieser Psalm von dem, durch Sch'aul in der Wüste verfolgten David verfaßt ist. — Sehen wir nun andere Ansichten nach. Mit uns stimmt Venema überein. „Entscheidendes gegen die Abfassung von D." wußte auch de Wette nicht zu finden, nur daß er die Situation nicht zu bestimmen vermochte.. Rudinger versetzt ihn in die Zeit Abschalom's, wofür Nichts spricht. Raschi und. Rdak*lassen ihn D. auf das babylonische Exil weissagend sprechen. Derselben Meinung sind Rosenm. und Ewald,, die deshalb den Ps. im Exil verfassen lassen. Daß aber der Leidende hier das ganze Volk Iisrael sei, das wird schön durch die Art, wie V. 7.. und 23. der Leidende den übrigen Iisr. gegenübertritt, widerlegt. Hitzig schreibt den Ps. dem Jirm. zu, und zwar in dem Ereigniß 37, 11—21., unterstützt dies aber nur durch sehr geschmacklose Deutung. Die Deutung des Ps. auf Jesus ist aus ganz materiellen Anknüpfungen, z. B. V. H9. erklärlich, wurde lange Zeit von den christlichen Auslegern verfolgt, ist aber von den Neueren gänzlich verlassen. Selbst Hengst., der sie in der Christologie noch eifrig verfochten, hat sie aufgegebm,. und dafür „die ideale Person des Gerechte«^ als dm Gegenstand des Pst ausgestellt. Daß hiermit die Auslegung auf den Böden der Willkürlichkeit gestellt ist, laßt er selbst dmchblicken. Niemals konnte aber eine solche ideale Person sich so bestimmt und tief ergreifend aussprechen, wie in unserm Ps. geschieht. Die messianische Deutung hlickt bei den Juden nur im Midr. hier und da durch.— Man trennt gewöhnlich dm Ps. in drei Theile, 2—12. 13—22, 23.-32., die aber selbst Ewald genau zu charäkterisicen nicht gelingt.' Vielmehr giebt sich ein richtigeres Moment in Folgendem zu erkennen:, der Ps. beginnt mit der Klag^ daß Gott dem S. und seinen Bitten fern sei 2., die Bitte nun, daß Gott ihm nicht fern bleibe, kchrt zweimal V. 12. und 20. wieder. Dies sind daher die beiden Anfangspunkte der drei . Abschnitte, also: 2—11. 12—19. 20—32. So auch dem Sinne nach. Der erste Abschnitt giebt die Klage, warum Gott ihm fern ist, da doch das Vertrauen der Väter, dev Spott der Feinde des S. über sein Gottvertrauen und das innige Verhaltniß. des S. zu Gott von seines Lehens Beginn an die Hilfe Gottes verbürgen. Daher der zweite Abschnitt die Schilderung der Gefahr, und der dritte die Bitte um Rettung, da sich aus derselben die bedeutendste Zukunft entwickeln würde. (Schluß folgt.) Korresp ondenze«. Debatten über das jüdische Schulwesen. (Fortsetzung aus No. 31. 82. 35. 36. 37. 38. 40. 41. 42.) XL Etwas über das jüdische Schulwesen im Regierungsbezirk Marienwerder. (Schluß.) Aber auch an anderen Orten ist schon Etwas geschehen. Da ist z. B. die Gemeinde zu Neu - Stettin, die kaum 40 Familien zählend einen , geordneten Gottesdienst mit Predigt (manche Gebetstücke, wie z. B. das für den König, werden in deutscher Sprache, so wie andere Theile des Gottesdienstes, z. B. die Megillot, in hebräischer und deutscher Sprache vorgetragen) und eine vollständige Schule hat, an welcher außer dem Herrn I Victor, dev zugleich Rabbiner und Predigen dar

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