Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 43 (16.10.1848)
- Date
- 1848-10-16
- Page
- Seite 622 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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fang der nächsten Session, und sobald erst einige,: keinen Aufschub duldende irische Maßregeln erledigt: sein würden, das Ministerium sich mit dieser. Bill beschäftigen werde. Literarische Nachrichten. Magdeburg, 10. Oktober. In diesen Tagen wird die zweite Lieferung des dritten Bandes unseres Bibelwerkes fertig, enthaltend Psalm 11—27. Das Werk wird jetzt wieder rascher seiner Vollendung (fertig sind bereits ftTin ,/ta)fiöO zuschreiten, nachdem die Aufregung der politischen Bewegungen wieder überwunden ist. Wir glauben auf dieses umfangreiche Werk wiederholt aufmerksam machen zu können, und die für dasselbe gewonnene und sich erhaltende Theilnahme verspricht uns, den Lohn für die mühevolle Arbeit in immer größerer Verbreitung zu finden. Um die Bearbeitung namentlich der Psalmen unseren Lesern näher zu bringen, geben' rote hier die Übersetzung und Erläuterung des 22sten Psalms. 22. 1. Dem Scingmeister, nach „Hindin der Morgenröthe"; Gesang David's. 2. Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen. Fern meiner Hilfe, meines Jammers Worten? 3. Mein Gott, ich ruf' am Tage, und du hörst nicht, Des Nachts, und Schweigen wird mir nicht. 4. Doch bist der Heil'ge du, Auf Jisrael's Lobliedern thronend. 5. Auf dich vertrauten unsre Väter, Vertrauten, und du befreitest sie. 6. Sie schrien zu dir auf, und entrannen, Vertrauten dir, und wurden nicht beschämt. 7. Ich aber bin ein Wurm, kein Mann, ' Der Menschen Hohn, vom Volk verachtet. 8. All die mich sehen, spotten mein, Ziehen die Lippen auf, schütteln das Haupt. 9. „Auf den Ewigen wälz' er's, der befreie ihn, Der errett' ihn, da er Gefallen an ihm!" 19. Ja, du zogst mich aus dem Mutterschooße, Vertrautest mich den Brüsten meiner Mutter. .11. Auf dich, warf ich vom-'Mutterleib an .■ Don meiner Mutter Schoost an -rvärestl; du mein . Gott. 12. Bleib mir nicht fern! Denn nahe ist die Noth,.kein Helfer da. 13. Mich umgeben viele Stiere, Baschan's mächtige Stiere umzingelten mich. 14. Sperren den Rachen wider mich auf, Ein Löwe, zerreißend und brüllend. 15. Wie Wasser bin ich ausgefchüttet, all meine Glieder aufgelöset. Mein Herz ist worden wie Wachs, zerschmolzen in meinem Innern. 16. Vertrocknet gleich Scherben ist meine Kraft, Und meine Zunge klebend am Gaumen, Und in den Todesstaub legest, du mich. 17. ' Denn mich umringen Hunde, Der Bösewichter Rotte umgiebt mich, löwengleich, meine Hände und Füße. 18. All meine Glieder zähl' ich. Sie aber schauen und sehen auf mich. 19. Meine Kleider vertheilen sie unter sich, Und werfen über mein Gewand das Loos. — 20. O Ewiger, bleib du nicht fern mir! .Meine Stärke, eil' zu meiner Hilf herbei! 21. Rette vom Schwerte meine Seele, Aus des Hundes Tatze mein Leben. 22. Hilf aus dem Rachen des Löwen mirP Und aus der Büffel Hörnern erhör'mich! 23. Ich will deinen Namen meinen Brüdern verkünden, In der Versammlung Mitte dich preisen. 24. Die ihr den Ewigen fürchtet, lobet ihn, All Same Jakob's, verehret ihn, ° Und scheut euch vor ihm, all Same Jisrael's! 25. Denn nicht verschmäht' und verachtete er des Elenden Elend, ' Nicht verbarg er fein Antlitz vor ihm. Da er schrie zu ihm, erhörte er ihn. 26. Von dir gehet mein Loblied in großer Versammlung aus, Meine Gelübde werd' ich bezahlen vor denen, die ihn fürchten.