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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-10-16 · Heft 43 (16.10.1848) · p. Seite 621

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 43 (16.10.1848)
Date
1848-10-16
Page
Seite 621 (sequence 9)
Language
German
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finden. Um so weniger wird für die Annahme von Rabbmen, Synagogenbeamten, Gewerksgehiffen, Gesellen, Lehrlingen und Dienstboten, sofern es ausländische Juden sind, noch eine andere Bestimmung als bei allen Staatsbürgern gelten und 'eine besondere Strafe von 20—300 Thlrn. (§. 71) darauf gelegt sein dürfen. Folglich fällt auch der d ri tte Titel weg : Folglich ist das ganze Gesetz Nichts, und es ist Zeit, daß die Behörden uns mit dergleichen Dingen gütigst verschonen! Daß dadurch die vielen Sitzungen der beiden Kurien des vereinigten Landtags leeres Stroh, und eine unendliche Masse von Regierungsskripturen Makulatur geworden — dafür können w i r nicht, denn wir haben das Gesetz nicht gemacht. . Pofett, 30. September. Der Haß, der zwischen Polen einerseits, und Deutschen und Juden andererseits, eingetreten, trägt traurige Früchte. Der Köln. Zeit, wird geschrieben: „In Posen findet wieder manche Reibung der beiden Nationalitäten statt. Die Polen kaufen Nichts mehr von deutschen und jüdischen Kaufleuten': diese haben die Repressalie, ihr Getreide nicht mehr von den polnischen Bauern und Gutsbesitzern zu kaufen." Die Berl. Zeit. Halle läßt sich folgendermaßen darüber aus: „Die Spannung zwischen den Deutschen und Juden einerseits und den Polen andererseits hat in der neuern Zelt eine Wendung genommen, die wir im Interesse der Freiheit und Humanität nur bedauern können. Die Polen haben sich verschworen, Nichts mehr von Gen Deutschen und Juden, letztere Beide Nichts mehr von den Polen kaufen zu wollen. Wir müssen die Gazeta Polska, die im Uebrlgen so vortrefflich redigirt wird, welche den Freiheitsbestrebungen, nicht nm der slavischen/ sondern auch dex germanischen und romanischen Welt mit solchem Eifer zugethan ist, entschiedm deshalb tadeln, daß sie zur Wahrung der polnischen Interessen sich so kleinlicher Mittel bedient, welche die gegenseitige Erbitterung bis zum tödtlichen Nationalhaß steigern müssen. Sie hält es für Patriotismus, wenn sie den Polen den Rath giebt, jeden geschäftlichen Verkehr mit den Deutschen und Juden abzubrechen^ keine Waüre von ihnen zu kaufen, ihnen keine Fische , kein Holz „ kein Getreide, keine Hypotheken zu verkaufen. Solche Rathschläge werden gern befolgt, und haben natürlich auch von Seiten der Deutschen und Juden ähnliche Maßregeln hervorgerufen. Mit solchen Mitteln wird keine Freiheit erkämpft, mit solchen Proskriptionen keine Nationalität geschützt. Man steigert damit nur den Fanatismus, den Haß der Nationalitäten,, dessen Folgen sich wahrlich als beweinenswerth genug gezeigt haben, auf den höchsten Gipfel. Die Gazeta Polska vergißt über die Nationalität die Freiheit, oder vielmehr sie macht beide Begriffe, die in sich durchaus verschieden sind, zu einer künstlichen Einheit. Wir waren von jeher und haben es auch bewiesen, Freunde der polnischen Freiheit; wir sind es auch jetzt noch, aber wir geben der Gazeta Polska zu bedenken, daß das Racenbewußtsein vor dem Gerste der neuen Zeit verschwinden und in dem Geiste der Humanität des wahrhaft Menschlichen sich auflösen muß. Weg mit diesen kleinlichen Neckereien, diesen erbärmlichen Jntriguen! •" Brilon, 6. Oktober. (Eingesandt.) Auf die in der Note zu einer Korrespondenz aus Hamm No. 40 d. Bl. gegen mich gerichtete Bemerkung diene zur Erwiderung, daß mir bis jetzt eine die Amtstracht betreffende Verfügung der königlichen Regierung zu Arnsberg nicht zugegangen ist. Uebrigens dürfte mein bisheriges Wirken wol dafür bürgen, daß ich, obschon 94 Jahre alt, dennoch in einem solchen Falle einen Kampf, nicht gescheut haben würde. Brilon am Vortage des Versöhnungsfestes. 1848. Der Landrabbiner für das Herzogthum Westfalen und die Herrschaft Wittgenstein ' I. Friedländer. . Großbritauieu. London, 20. September. Nachdem das Oberhaus bekanntlich auch in diesem Jahre der Aushebung der letzten Rechtsbeschränküngen der Juden, seine Zustimmung versagt hat, wollten die Minister auf andere Weift die Sache durchsetzen. Lord . John Ruffel brachte eine Bill wegen Veränderung des Parlamentseides ein, ohne aber sie wieder aufzunehmen. Die londoner City ist bekanntlich dabei am Meisten mteresflrt, indem sie einen Rothschild zum Vertreter gewählt. Einer Deputation; der londoner City, welche dem Premierminister vor seiner Abreise nach Irland Vorstellungen wegen der Bill machten, wodurch die Juden zum Eintritt in's Parlament befähigt werden sollenist seitdem die Antwprt geworden, daß sofort imAn- 43*

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