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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-10-09 · Heft 42 (9.10.1848) · p. Seite 610

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 42 (9.10.1848)
Date
1848-10-09
Page
Seite 610 (sequence 14)
Language
German
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610 fo> c vsichi sden artige Schüler aufgebürdtt'/werdem —^ dafür , muß gesorgtn ach d rückkich--gesorgt werden; mit einem Worte-:) es: müssen wenigstens rin allen größeren Gemeindenu besondere, öffentliche:! jüdische.Schulen errichtet werden.) Die zu deren. Behaltung / nöthigen Kosten könnten theils aus der .Gemeindekasse,!- in.welche alle Gemeindeglieder nach Verhaltniß ihres Vermögensbestimmte^ jährlicheiBeiLräge zu: entrichten haben, theils von den Elterndie Kinder zur. Schule -schicken, bestritten Werden. , Ob eine Familie Kinder hat oder nicht, macht gar keinen: Unterschied jdennnsowie; jedes Gemeindemitglied .-W anderen Gemerndelastenbeizütragen verpflichtet ist-, so auch - ganz besonders - zur -Unterhaltung.: eines: Instituts, wo,-der junge Nachwuchs - der Menschheit, die einstigen Gemeinde- Und Synagogenglieder gebildet werden. Vielen: Gemeinden dürfte die- Errichtung und Ep-. Haltung besonderer jüdischer Unterrichtsanftalten schon deshalb nicht -schwer fallen, ^weil sie zeither zuden. christlichen Ortsschulen, .an welche sie in der Regel , angeschlossen sind, Beiträge zu leisten haben, die bei einer Trennung vvm Ortsschulverbande rdoch aufhören, und auf die jüdische- Schule verwendet werden könnten.. So zahlt z. B. die-'.jüdische Gemeinde zu Schleppe12) jährlich ß.y, 7Q. Thalec zur dortigen katholischen Elementarschule, obzwar/ diese mur von wenigen - j üdischen Kindern - besucht wird. - Würde -es /.dev-Gemeinde nicht ein . Leichtes, sein, dwfe-Sümw'ie?durch, einen-,Beitrag aus der Gemeindekasse, sowie durch ein von den Eltern, die schulpflichtige Kinder , haben, zu .erhebendes Schulgeld soweit zuvergrößern, daß - sie für die e. 40 schulfähigen Kinder, die sich'dort-befinden', eine eigene Schule gründen könnten? — Da ist ferner die Gemeinde^zu Gastrow, dii jährlich mehr als 200 Thalec zue dortigen e'vangel: Stadtschule beitragt, obwol in der.Regel kaum 18 jüdische Kinder diese Schule besuchen. -Könnte nicht auch dort, wenn hie Gemeinde sich entschlösse, sichvon der Ortsschule zutrennen und diese 200 Thaler auch fernerhin für den- Jugendunterricht zu verwenden (und warum sollte sie das nicht?), und dann noch von den Eltern der sich dort befindlichen 50 schulfähigen Kindern ein jähc- ' licher Schulbeilrag zusammen gebracht würde — sehr leicht eine öffentliche Schule errichtet werden? wie' dies z. B. in D/ Erone geschehen,- wodie Gemeinde-früher: eben- 12) Spezielleres über diese Gemeinde so wie über den deutschkroner Kreis überhaupt ein ander Mal. .ü.: - Korresp. falls) .'aü tder dortigen- -küthsls Schule.: angeschlvssen i war, im Jahr 1842 aber -aus Anregung eines.-achtbaren ,Gemeindegliedes,; -des Herrn L^. Ap olant> sichvon derselbentrennte und: eine öffentliche/Schule-mitzzwei-Lehrern errichteM . Aehnliche Verhältnisse, wo. die jüdischen Gemein den: zu den-christlich en Octsfchulen beitragen-: o hne einen,- diesem Beiträgen entsprechenden Nutzen davon zu haben.,^finden sich /an vielen Ortenvon denen wir hier nur: Krojanke mit o. 150 schulfähigen Kindern, Flat o w - Mit 190 -> Z e m p e l b u r g (wo e. 1600 -JudenMohney) Änit mehr. als. -250- Lüche l mit 15.0, C ulm; mit 90, S ch loch.au mit -70 und Comitz mit e.. 60 nennen wollen; und wenn sich: aus: allerwarts auch ein gu- Geist, wie 'ii ein tatkräftiger, ernster Wille fände, so würdedie Errichtung öffentlicher Schulen gewiß zu Stande kommen. Was solche öffentliche Schulen wirken-können/ sehen wir ganz besonders an den jüd. Gemeinden der Provinz Posen. Zu dem Um-, schwunge, den die letzten Dezennien in der Bildungsstufe der. jüdischen Bewohner Posenshervorgebracht, haben — das wird uns jeder Sachkundige.zugestehen. — die dort überall bestehenden jüdischen Schulen sehr viel beigetragen. Und wenn diese auch nicht allenthaben das Wünschenswertheste leisten, namentlich wo sie noch nicht lange bestehen, so ist theils der Lehrerwechsel, der auch dort besonders bei solchen Schulen und Schulklassen, die geringes Einkommen gewähren noch 'alljuhäusig vor- 13) Viele Gemeinden der Provinz Posen scheinen in der schlechten Besoldung der Lehrer mit den lieben Mecklenburgern zu wetteifern. In manchen derselben ist das Honorar des Lehrers so fürstlich — gering wollte ich sagen, daß > dem Lehrer nach Abzug - dessen, was Wohnung und Mittagtisch kosten, noch so viel übrig bleibt, daß ec täglich (zum Abendbrod) eine Flasche Bier (aber kein stettiner) trinken Md (was kann man mehr verlangen) auch eine vaterländische Cigarre (für einen Schilling)-rauchen kann. — Ist das nicht erfreulich? — Solchen Gemeinden müßte einmal eine Dankadresse gebracht, werden mit dem Motto: „Es lebe die Menschenliebe!" Es erregt wahrlich eigene Gefühle, wenn man so die Annoncen über die Schulvakanzen liest: wie es dann immer heißt: 'der Lehrer kann sich sein Einkommen, durch Privatunterricht rc. vergrößern! Also Ihr wollet einen Mann haben, der, wie dies namentlich in den mecklenburgischen Kehllot gefordert wird, Lehrer, Vorbeter, Schächter, Chorleiter und mitunter sogar noch Prediger sein soll ünd'bei allen vieseüFünk^ tionen soll ec sich durch Prkvatstundendie er giebt, bezahlt machen? Doch hoffenwir,- lieber Leser,:daß es

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