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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-10-09 · Heft 42 (9.10.1848) · p. Seite 611

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 42 (9.10.1848)
Date
1848-10-09
Page
Seite 611 (sequence 15)
Language
German
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611 kommt,; ttyil# abet auchdie UeLerfüllung der einzelnen Schulklassen daran Schuld, und es wäre wahrlich sehr zu rrtvünschen, daß manauch hierbei die Anordnung' unserer Alten beachtend ") dem einzelnen Lehrer nicht so viele Schüler aufdrangen möchte. Ob aber'die erwähnte Separation von den christlichen Ortsschulen, sowie die Errichtung besonderer -jüdischer Schulen höhern Orts genehmigt werden-wurden-' unterliegt wol keinem Zweifel, ja es ließe sich vielleicht dahin wirken, daß, -namentlich an Orten, wo viele.Juden wohnen, auch die jüdischen Schulen wenigstens theilweise aus'Kommunalfonds erhalten werden. Freilich müßte diese Angelegenheit geeigneten Orts zur Sprache gebracht und mit Energie und Ausdauer verfolgt werden. . Kleine Gemeinden, denen es nicht gut möglich ist, vollständige Schulen zu gründen, müßten wenigstens Religio ns schulen errichten, d. h. Anstalten, worin die jüdische Jugend nach einem festgestellten 'Lehrplane und in bestimmten Stunden (wo möglich in solchen, in welchen auch in den betreffenden christlichen Octsschulen Religionsunterricht ertheilt wird, sowie Sonntags und Mittwoch Nachmittags) einenezeitgemäßem Unterricht in der Religion und in allen jüdischen Gegenständen erhalten. Aber auch die Religionslehrer müßten, wie dies bereits im vorigen Jahre die Vorsteher in der Provinz Sachsen richtig; erkannten und. festsetzten, nach einer Probezeit eine definitive Anstellung erhalten, dann würde gewiß bei Weitem mehr geleistet werden,; als bei .der so schwankenden und .man kann sagen von Iahe zu Jahr gefristeten , Stellung der meisten Lehrer. , Die hier bemerkte Organisation von Religionsschulen dürfte sich ganz 'besonders auch für die'meisten Gemeinden Hinterpommerns sehr zweckmäßig erweisen. Was wir von dem Schulwesen des marienwerderschen Departements gesagt, gilt im Allgemeinen auch vom Regierungsbezirk Köslin 15). Namentlich ist es dort ein Uebelstand, daß eine Person Schochet, Vorbeter, auch hstrryst besser werden wird;.die Hoffnung ist ja so süß?fo’erhehend?so beseligend! Korresp. 14) JoreDea Kap. 245, §. 15 heißt es: „Für 25 Schüler genügt ein.-Lehrer, sind's aber mehr als 25 bis 40, so muß der Lehrer noch einen Gehilfen erhalten; für mehr als 40 Schüler stellt man zwei Lehrer cm"! 1 Korresp. 15) Ueber das Schul- und GemeindeweseN' des stettiner und stralsunder Departements, vielleicht später- I hineinmal. ' Korref-p. » Eh o r lerttr, G e m e i n d ekassirer - und dann' ^auch (nebenbei!) Lehrer fein mußz und da sich nicht leicht ein Lehrer'findet, der nach'diesem fünffachen3lmtc gelüstet, so. wicd's dem ersten Besten übergeben: Ob der Gewählte aber auch nur-ein Jota von Pädagogik und Didaktik weiß,: ob er: mit der heutzeitigen Methode vertraut ist, kommt gar nicht in Betracht. Was thut dies auch: zur Sache?: „Die Kind er werden die . Tora! no ch lernen": heißt es dann ^):; > jedenfalls spart doch die Gemeinde dabei, und-dies ist in der That sehr:wichtig!l Schop im Jahre 1843 hat Hr. ür. Klein, in Stolz die.Kösliner Regierung auf 'diesen Uebelstand aufmerksam gemacht (s. Ztg. d. Judenth. 1844 No. 6). Er sagte unter Anderm: Der jüdische Lehrer ist im hiesigen Regierungsbezirke zugleich Kantor und Schächter;, -wie verworren und verwirrend oft' diese - drei Fächer kollidiren, kann.nur derjenige begreifen, der' es mit ansteht, und. nicht feiten leidet die Schule dadurch ... .Nirgends ist: Stümperei gefährlicher als 16) Sie werden sie lernenaber sie lernen ste mit Nichten! , Sie. werden nicht geführt zum heiligen, ewig frisch sprudelnden Segensdorn, um ,schöpfen zu lernen aus der lebendigen Quelle des Judenthums; sie lernen nicht betrachten' die Morgenröthe mit ihrem Perlenthau, die' Abendsonne mit ihren Berg und Hain' rächend ep Strahlen, das Sternengeflimmer mit seinem Gefunkel am nächtlichen. Himmelsdome, um daraus die Allmacht und die Weisheit des Unsichtbaren zu erlernen; sie lernen Ihn nicht kennen, den. Allliebenden, wie er liebet und wachet und waltet und Alles sieht und Alles weiß, und dem Bösen seine Strafe, aber dem Frommen die nie verwelkende Krone des Lebens ertheilt; sie lernen sie nicht-kennen die. Gortesmanner in Israel- und wie sie gelebt und gewirket und, gerungen, nach Licht-.und Wahrheit, und gleich blinkenden Sternen, hervorleuchten, aus neblichter Vorzeit; sie, lernen .sie'nicht verstehen.-die heiligen Toraworte und die begeisterten' und begeisternd m Andachtsklänge und Hymnen, die den Lippen des frommen Sängers entflossen! Die Schule ist ihnen kein Tempel zur Veredelung und Echebu/rg der kindlichen Seele und zur Heiligung des beginnerideü .Lebens; und darum die große UnkrUntniß in Religionssachen; datum so wenig Ehrfurcht vor allem Heiligen' und Göttlichen; darum so wenig Ächtung vor Ettern und. Lehrer; darum, sobald sie in's Leben treten, die: große Geichgittigkeitfür Judenthum und jüdisches Interesses darum ... doch erlaß mir die Ausführung, .liehe?Lest Aber das' sei noch gesagt, daß die Er-'6bec 6^« im elterlichen Hause sehr viel daränSchüld ist, wenndie Kinder auch in den besseren Schulen Nichts lernen! ,r i:';v Korresp.

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