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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-10-09 · Heft 42 (9.10.1848) · p. Seite 604

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 42 (9.10.1848)
Date
1848-10-09
Page
Seite 604 (sequence 8)
Language
German
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lich l e t t werden wußten, mit - denen man jetzt von allen Seiten auftritt und die namentlich in den jüngsten Nummern dieser Zeitung von Karlsruhe und Worms aus laut geworden sind und für welche Sie, Herr Redakteur, so beredt-sich ausgesprochen haben, weshalb wir das Vorstehende nicht länger verschweigen zu dürfen glaubten. Lübbecke, 25. September. (Eingesandt.) Der finstere Geist der Zwietracht und des unseligen Parteikampfs in der geseker Gemeinde, der schon so manches Unheil dort angerichtet hat, will nun gar die Lehrerkonferenz zum Tummelplatz seiner Leidenschaften wählen. Deshalb entblödet man sich nicht, die ganze christliche Bevölkerung dieses Städtchens, einen Privatlehrer und die Familien, welche ihm ihre Kinder anvertrauen, direkt und indirekt auf's Schmählichste zu insultiren, um — eine Lehrerkonferenz möglicherweise zu Hintertreiben. Am 29. August erhielten wir nachstehendes anonyme Schreiben: „Herrn Wolff in Lübbecke. Menden, den 27. August 1848. Die für Geseke ausgeschriebene Konferenz auf den 17. Oktober ist für genannten Platz nicht geeignet. Da dort zwei Lehrer fungiren. Cohen ist Gemeindelehrer und also auch Kantor. Rothschild aber ist Privatlehrer. Da der Charakter-des R. durchaus nicht zuläßt, daß C. mit ihm Freundschaft haben kann, so wird 1) der Gottesdienst der Konferenz nicht entspre- -chen und 2) ist dieses der Hauptknote. Sämmtliche Christen dort sind gegen R., indem sie es für unrecht erachtendaß man dem C. einen R. zum Konkurrenten stellt. Es wird also nicht ruhig bleiben und das Leben der Lehrer würde gefährdet sein,- wenn man sich dort versammelte. Ich halte es für meine Pflicht, es Ihnen als Piäses zu sagen, und so wahr mir Gott helfe, die Sache ist so wie ich Ihnen mittheile. Wie ich auch erfahren habe, soll C. gar nicht gar nicht dazu gehören *), das wäre auch einerlei^ aber überhaupt, wo zwei Lehrer jüdische in einem Orte sind, d. h. in einem-Landstädtchen wie Geseke, können solche nicht gut harmoniren, indem der Eine zum Trutze^ des Andern gehalten wird. Ich bin, glauben Sie es mir auf meine Ehre, ein Freund der Be- *) Zur Konferenz oder zu den Tumultuanten? förderung des Guten, und werde auchobschon ich kein Lehrer der Jugend bindennoch Ihre Versammlung zum ersten Male beiwohnen, jedoch nicht in Geseke. ~ Lassen Sie uns daher recht bald in der Ztg. des Iud. lesen, wo also die nächste Zusammenkunft sein soll. Noch ist es Zeit, einen andern Ort zu bestimmen. - ■ ■" Ihr rc." Beim flüchtigen Durchlesen dieses säubern Machwerks drängten sich uns unwillkürlich. nachstehende Fragen auf. 1) Was wissen Geseke's Christen von einer jüdischen Lehrerkonferenz? und wie ist es denkbar, daß diese aus purer Antipathie gegen R. so fanatisch werden sollten, sämmtliche Lehrer, die ihm doch lediglich zu ihrer gegenseitigen Belehrung den längst versprochenen Besuch machen wollen, so ohne Gnade und Barmherzigkeit abzuschlachten? 2) Sollte der Herr Anonymus wirklich dermaßen inspirirt sein, daß er in seinem entfernten Menden zwei Monate im Voraus eine Lehrermetzelei als den zweiten Akt zum geseker blutigen Drama ankündigen könnte? 3) Warum will der „Freund von der Beförderung des Guten" Solches nicht in Geseke befördert wissen? Ruht denn ein Fluch auf Geseke, daß dort nur das Böse und nie das Gute befördert-werden darf? 4) Sollte etwa des Pudels Kern der sein, daß man in der Konferenz eine Demonstration gegen C. sieht? Aber die Konferenz athmet den Geist der Liebe des Friedens und der Versöhnung und wird sich auch gegen C. durchaus kollegialisch benebrtten. Demnach würden wir von den; ganzen Puff durchaus keine Notiz genommen haben, wenn er blos gegen unsere Persönlichkeit allein gerichtet gewesen; aber der Konferenz gegenüber wollten wir die Verantwortlichkeit nicht übernehmen und den ganzen Vorfall ignoriren. Deshalb hielten wir es für gerathen^ nachdem eine mehrwöchentliche Privatkorrespondenz erfolglos geblieben war, uns amtliche Aufklärung über die Sachlage zu verschaffen. Auf unsere Anfrage an den geseker Magistrat, ob eine jüdische Lehrerkonferenz beim Lehrer R. ohne Lebensgefahr für deren Teilnehmer abgehalten werden 'könnte, erhielten wir unterm 23. d.- Nachstehenden Bescheid: / B. m. an einen wohllöbl. Magistrat zu Lübbecke mit dem ergebensten Bemerken, daß wir so wenig wie

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