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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-09-25 · Heft 40 (25.9.1848) · p. Seite 582

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 40 (25.9.1848)
Date
1848-09-25
Page
Seite 582 (sequence 14)
Language
German
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Korrefpon-eirzen. Debatten über das jüdische Schulwesen, (Fortsetzung aus No. 31. 32. 35. 36. 37. 38.) X. Steele <*♦ d. Nuhr, den i. Sept. 1848. Simultanschulen oder nach den verschiedenen Konfessionen getrennte? Dies ist eine der großen Aeitfragen, die das Herz eines Jeden füllet, der nicht gleichgiltig die Reorganisation des Volksschulwesens bevorstchen steht. In No. 35 sprach ein Korrespondent sich für Simultanschulen aus, und viele, und wichtige Stimmen theilen dessen Ansicht. Betrachte ich dies jedoch als Wunsch eines israel. Lehrers, so muß ich von diesem Standpunkte aus mich zur entgegengesetzten Ansicht bekennen. Simultanschulen ergeben eine oberflächliche Erziehung, worin der isr. Zögling wol zum Allermannsfreund, nicht aber zu seiner eigentlichen Bestimmung herangebildet wird. Der Lehrer ist die Seele der Schule, das religiöse Element sei darin Grundzug, und so lang es noch Konfessionen giebt, sei er i ^Ndr» bani "psd ‘päb baa „mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Vermögen" seiner Konfession zugethan, und so auch sei seine Erziehung, sein Unterricht — sein ganzes Lehrerleben. Israels Lehrer sei zunächst Israelit,, d. i. Gottesstreiter, Träger und Verkünder der reinsten Lehre vom einig-einzigen Gott (Genes. 82, 29 und Exod. 19, 6). Ist nun sein Beruf als Solcher, als ein Priester t>es Höchsten, schon ein heiliger, um wie viel bedeutender wird dieser dann, wenn ihm die Eltern das wichtigste Gut, was sie besitzen, ihre Kinder anvectrauen, auf daß er nicht blos den Menschen, sondern auch besonders den Israeliten aus ihnen erziehe!: Und wenn einst der Tag anbricht, von dem es heißt „wo Gott als der Einige und sein Name als Einziger vom Weltall verehrt wird", nm nn« '■'rpi-p tnti bann hat Israel seinen Kampf durchgekämpft, dann, hat es seine hohe Mission vollzogen. — Doch dieses Ziel ist noch lange nicht erreicht, und darum lege besonders der isr. Lehrer seine Hände nicht lässig in den Schooß er wahre sich ja vor der so zur Mode werdenden Jüdisch-Deutsch-Thuerei. Wol stimme ich ein in den Wunsch einer Reform für die äußere Form unserer Religion, aber möchte auch bitten, ja nicht Form und Kern zu verwechseln oder anzugreifen. Blicken wir zurück auf die Geschichte unserer Nation, so werden wir finden, daß der Israelit beharren muß, daß er unerschütterlich festhalte an feiner Religion, und stets beherzige, daß schon Nationen mit eignen Religionen entstanden, aber auch bald verschwanden, oder daß sich Letztere in ihren religiösen Ansichten unsrem Bekenntnisse näherten. : Betrachten wir nur die Geschichte der christlichen Religion, die sich seit ihrer Gründung schon so vielfach, verzweigt, so manche Aenderung in ihren ' Grundlehren erfahren mußte. — Nicht so Israels Religion. Sie steht schon seit Jahrtausenden wie ein unerschütterlicher Felsen in brausenden Meereswogen, und wenn auch Throne: wanken, Völker fallen, dem Sturme derZeit unterliegt nicht Israels Lehre. Und dieser Glaube war Israels Schutz und Kraft, und ihn verkündet es, und ihn lehrt es,' und für ihn wird es, wie seine Väter, gern und freudig Alles hinopfern, woran sonst das Menschenherz mit tausend Faden hangt. Ist der jüdische Lehrer sich nicht bewußt, daß er seine . israelitischen Zöglinge zu Mitgliedern eines heiligen Volkes ausbilden muß, und daß er seiner Doppelaufgabe gedenken soll: - -jröbm ‘jrnan - „wenn er zu Hause sitzet, und wenn er auf dem Wege gehet, und wenn er sich niederlegt, und wenn er aufsteht," und daß ihm es um so mehr gilt: "pah üniittn „schärfe es deinen Kindern ein", hat er dies nicht erkannt, dann hat er seine Aufgabe als Lehrer Israels nicht begriffen! Dies konfessionelle Ziel sollte aus dem Gesammtuntercichte verbannt werden können? es sollte der rohen Willkühr, dem Zufall der eigentliche Unterricht überlassen werden? Nimmermehr! Sollten selbst jüdische Lehrer an den! Simultanschulen' angestellt werden, was wol sehr selten Vorkommen muß, so kann doch obiges Ziel für Israels Kinder nicht erreicht werden, und' um soweniger wird dies geschehen, wenn der angestellte Lehrer anderer Konfession ist. Und daß Simultanschulen nicht von den israelitischen Eltern gewünscht werden,' liegt klar am Tage.: Früher besuchten die israelitischen Kinder die christlichen Schulen ihres Wohnorts, und wurde ihnen der Unterricht in der Religion und dem Hebräischen von sogenannten Religionslehrern ertheilt. In unsrer kleinen Stadt waren die jüdischen Eltern vollkommen überzeugt, daß ihre Religion durch diesen Schulbesuch nicht gefährdet, und-dennoch gründete sich bte kleine Gemeinde Hierselbst mit ungeheuren Opfern eine jüdische Elementarschule/eine Anstatt,-: worin sie die Religiosi ihrer Väter nicht nur nicht gefährdet, "sondern gesichert Und gepflegt: sitzen wiM-r And-wie dies hi^er-geschehenso fast in jeder auchder kleinsten: Stadt-cwö-ostMüt zwei

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