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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-08-14 · Heft 34 (14.8.1848) · p. Seite 488

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 34 (14.8.1848)
Date
1848-08-14
Page
Seite 488 (sequence 8)
Language
German
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488 ein Balg haben müssen, das sie quälen, bald den Geistlichen, bald den Kantor, den Küster und bald die Schule; theils sind es Leute, die — man denke und staune — arme Schulmeister beneiden, die nach unsäglichen Mühen ihr Stück karg zugemeffenes Brod in Ruhe und Frieden verzehren, während jene tief in Schulden stecken, ohne daß die reichen Anverwandten dieser Roth abzuhelfen im Stande sind; theils sind es aber auch Männer, wo der Haß der Eltern gegen die Anstalt auf die Kinder mit vererbt. So weit über den anonymen Verfasser, jetzt zu seiner Kritik und zu seinen wohlgemeinten Rathschlägen. Der Aufsatz begreift drei Momente: die Geschichte der Schule, den Geist in derselben und ihren Tod. — Philippson, Fränkel, Wolff und Salomon sind die Helden, mit denen er sich zuerst beschäftigt. Er läßt ihnen die Wissenschaftlichkeit und giebt zu, daß sie einen geistigen Einfluß auf die Schule, so wie auf die damaligen Juden ausübten. Was er ihnen aber mit einer Hand giebt, raubt er ihnen mit der andern. „Die Zöglinge hätten niemals gründliche Kenntnisse hier erhalten, von Methode und Disziplin war nicht die Rede und dennoch sind so viele bewahrte Männer aus dieser Schule hervorgegangen." Dieses Monstrum von einem Logiker und einer Logik bin ich begierig näher kennen zu lernen. „Gerade bei dieser Formlosigkeit, bei diesem Gehenlassen wurde ein freies, bewegliches Leben hervorgebracht." O Pestalozzi, daß Du noch lebtest, hier könntest Du was lernen und einsehen, wie ganze Systeme durch ein einziges Worteines 6. tl. in Dessau an der Mulde, wo die breitesten demokratischen Grundlagen den Wendepunkt erreichen, gestürzt werden. Laßt euere Kinder wild aufwachsen und sie bleiben geistig frisch, schickt sie mit den Kühen und Pferden nach dem dessauer Thiergarten und laßt sie grasen, das wird das kräftigste Geschlecht! Also die Geschichte dieser Schule hat folgende Phasen: Wissenschaftlichkeit ohne gründliche Kenntnisse, keine wissenschaftliche Disziplin und keine Methode, aber desto mehr geistigen Sinn und frühe Selbständigkeit. Ein merkwürdiges Resultat, bei welchem wir uns Nichts weiter vorstellen können, wenn wir nämlich von dem ganzen Unsinn abstrahiren, als — den Gedanken, den wir ungefähr bei einer verkehrten Nachtmütze haben. — Gott sei Dank, wir kommen zum Wendepunkte: „Die Schule ist eine Konfessionsschule", die Armuth derselben ist ihr größter Reichthum. Eine Konfessionsschule ist sie aber nicht, dazu hat sie erst der fei. christliche Staat gemacht, weil er nicht zugeben konnte, daß christliche Knaben dieselbe besuchten. Eine Konfessionsschule ist sie schon aus dem Grunde nicht, weil sie sich nicht allein auf Religion und Elementargegenstände beschränkte, sondern es sich zur Aufgabe machte, so vielseitig als möglich im Bereiche der Pädagogik zu sein. Darum wird die Franzschule, als ein lebensvolles Monument des Herzogs Franz, auch in der neuesten Zeit, wenn auch neu organisirt, entweder als Real- oder als Handlungsschule immer bestehen. Ein so freisinniges Ministerium wird ein Werk nicht zerstören, das ein halbes Jahrhundert der Anerkennung des In- und Auslandes sich würdig gemacht hat. Eine Konfessionsschule kann es ja nicht sein, da der große — wollt' ich sagen der ganz kleine — winzige C. H. selber eingesteht, daß die Religion ihre schwächste Seite war. Der Schluß dieser logischen Arbeit ist nun folgender: „Bei dieser Formlosigkeit, bei dieser geringen Wissenschaftlichkeit, bei diesem,freien, wilden, unstäten Treiben kann die Welt diese Schule nicht entbehren?" Wunderlicher 6. H., curioser Herr könnte man dafür schreiben. Wo haben Sie studirt? wo haben Sie diese merkwürdigen Schlüsse gelernt? Am Ende sind Sie derjenige nicht, den ich mir als Verfasser denke, das sollte mich freuen, Ihretwegen freuen, der Sie doch so gern über Anstalten ein so vollwichtiges Urtheil fällen. Und wie liebevoll — wie wahrhaft edel zeigen Sie sich am Schluß Ihrer Arbeit. Direktorium und die älteren Lehrer möge der Staat penfloniren! Das ist brav — das ist edel! Sie wollen die Lehrer nicht morden, aber die Schule. Was haben auch die armen, die Schulmeister verbrochen, daß sie zum Hungertode verdammt sein sollen; — aber auch die Religion darf nicht leer ausgehen, die Gemeinde lege eine Religionsschule an; nun hat der Staat leider mit derselben Nichts zu schaffen, weil die Kirche vom Staate getrennt wird, die Gemeinde ist arm, wer soll einen Rabbiner erhalten? Vielleicht weiß Herr C. H. ein Mittel ausfindig zu machen, die Religion in bessere Hände zu legen, als es bisher der Fall war. Die Franzschule besteht also noch, ist sogar jetzt sehr in Aufnahme, da wir seit Kurzem viel fremde Zöglinge haben, aus Rußland, Preußen, Baiern u. s. w. Unsere Pensionsanstalten blühen und ich selbst empfehle

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