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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-08-14 · Heft 34 (14.8.1848) · p. Seite 487

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 34 (14.8.1848)
Date
1848-08-14
Page
Seite 487 (sequence 7)
Language
German
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487 Ew. Hochwürden, finde ich mich veranlaßt, ergebenst darauf aufmerksam zu machen, daß auch die geprüften jüdischen Elementarlehrer den in meinem ergebenen Schreiben vom 13. d. M. No. 3028 erwähnten Lehrerkonferenzen beiwohnen müssen; und ersuche ich Sie daher, Falls cs nicht bereits geschehen sein sollte, die in Ihrem Pflegebezirke vorhandenen jüdischen Lehrer auch auf den 26. e. Nachmittags 3 Uhr nach Bergheim einzuladen. Schlenderhan, 23. Juni 1848. Der Landrath v. Frentze. An den Schulpfleger, Herrn - Oberpfarrer Steven. Auf den Bericht vom 24. d. Mts. eröffne ich Ew. Wohlgeboren, daß die Armen-gleichen Anspruch auf die Hilfe ihrer Mitbürger haben, und die Verschiedenheit der religiösen Ueberzeugung dabei selbstredend keinen Einfluß haben kann. Es wäre doppelt Unrecht, da eine Trennung zwischen den verschiedenen Bekenntnissen zu wollen, wo ein gemeinsames Gesetz der Religion sie verbindet und bestehende Gesetze des Landes die Absonderung verbieten. Wenn nun auch der arme 80jährige kinderlose Moses Levi zu Heppendorf nicht aus solchen Fonds, die ausschließlich für Katholische bestimmt sind, unterstützt werden kann, so hat doch die aus einer Zivilgemeinde bestehende Bürgermeisterei Heppendorf die Verpflichtung, für die nothdürftige Unterstützung des Herrn Levi zu sorgen. Ich erwarte demnach, daß dies geschieht, und dem armen alten Manne wöchentlich eine angemessene Unterstützung aus einem von allen Glaubensgenossen der ganzen Bürgermeisterei aufgebrachten Fonds gereicht werde. Schlenderhan, 26. Juli 1848. Der Landrath v. Frentze. An den Herrn Bürgermeister von Heppendorf. Frankfurt am Main, im Juli. Die „Didaskalia" enthält folgenden Artikel: Wenn ein Name, allgemein gefeiert durch den hohen Werth des intellektuellen Wirkens seines Trägers mit dem physischen Leben desselben, wenn auch zwar nicht aus der Literatur und aus dem Gedächtnisse der Gebildeten seines Vaterlandes, aber doch aus den lebendigen Reihen derselben verschwunden ist, so wird es den zahlreichen Letzteren gewiß ein desto freudigeres Interesse darbieten, wenn einem solchen Namen auch wiederum ein konkretes, persönliches Fortleben durch Annahme desselben von Seiten der nächsten Blutsverwandten seines ersten Trägers — von Seiten der Brüder dieses Letztem — zu Theil wird. — Diese allgemeinen Bemerkungen dürften, wohl paffend, der für alle Verehrer der Schriften und folglich auch des Namens Börne's interessanten Notiz vorangehen, daß dieser Tage dessen beiden Brüdern, den hiesigen Bürgern und Handelsleuten, Herrn Simon I. Baruch und Herrn Philipp I. Baruch—welch' Letzterer, wie sein Bruder, als Schriftsteller, mit geistigen Waffen, seinerseits als Freiwilliger von 1814 mit materiellen Waffen kämpfte, — auf ihre motivirte Vorstellung an hohen Senat, die Annahme des Namens Börne's, statt ihres bisherigen Zunamens Baruch, gestattet worden ist; eine Gewährung, deren echt zeitgemäßer Charakter sich nicht verkennen läßt. — So ist nun in Deutschland zugleich mit dem erwachten Geist Börne's auch dessen Name wieder lebend geworden, und deutsche Bürger schmückt nun der Name desjenigen, welcher selber, als S ch r i ftsteller eine Zierde der deutschen Literatur, als Charakter eine Zierde Deutschlands war. Dr. 0. Frankfurt atu Main, 29. Juli. (Privatrnitth.) In Nr. 28 der A. Z. d. I. lesen wir aus Dessau einen anonymen Aufsatz mit 6. 8. unterschrieben, der es sich zur Aufgabe stellte, das bisherige Wirken der berühmten herzoglichen Franzschule zu verdächtigen und ihr jetziges also zu vernichten, daß an Rettung gar nicht mehr zu denken ist. Ehe wir uns aber mit dem ungeschickten Mörder dieser vermeinten hinkenden Anstalt näher beschäftigen, möchten wir den 6. II. fragen, warum derselbe, da er doch etwas Wahres und Gutes-zu veröffentlichen glaubte, seinen Namen nicht vervollständigte? Die Anonymität ist ein Gespenst, das im Finstern schleicht und ist um so mehr bei dem zu verachten, der ein Prinzip vertheidigt oder angreift. Solche Vertheidiger oder Angreifer, solche Aerzte, die nur nach Leichnamen streben, um sie zu zerfetzen, sollten doch wissen, daß sie in einer kleinen Stadt wie Dessau hinlänglich bekannt sind, und daß namentlich die Franzschule, wenn sie ihre Geschichte seit 1799 verfolgt, alle ihre Feinde ausgezeichnet, die Anonymität hier also übel angebracht ist. Theils sind es unschuldige Räsonneurs, die irgend

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