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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-08-14 · Heft 34 (14.8.1848) · p. Seite 483

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 34 (14.8.1848)
Date
1848-08-14
Page
Seite 483 (sequence 3)
Language
German
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Allerdings würde eine erste allgemeine Synode zunächst erst den Anstoß geben für die gesammte Bewegung, damit wäre aber auch schon eine Hauptsache gewonnen. Es muß daher Alles aufgewendet werden, alle Anstrengung gemacht werden, um eine Synode zu Stande zu bringen. Gemeindevorsteher, Rabbiner, Lehrer, hierfür setzt alle Eure Kraft, alle Eure Bemühung ein! Lasset Euch hierin nicht als müssige Männer betreffen, hüllet Euch hier nicht in den Mantel der Gleichgiltigkeit oder der Theilnahmlostgkeit ein, Ihr, Rabbiner, spielet nicht wieder die auf zweien Seiten Hinkenden, die erst den Erfolg abwarten wollen — es würde der Tag der Abrechnung Euch nicht allzufern liegen, und Euere zerfallenen Stühle würden Euch bald auf die eigenen Füße stellen. Die Frage: wie eine solche Synode zusammenzusetzen sei? haben wir in der vor. Nr. schon zu beantworten gesucht. Unsere Leser wissen, daß wir in religiösen Dingen keine Vertretung anerkennen, es kann eben die religiöse Ueberzeugung des Individuums nicht durch einen Dritten vertreten werden. Aber es handelt sich zunächst an der Vertretung der Theilnahme, und darum muß die Synode zunächst aus Vertretern der einzelnen Landschaften, Kreise, Gemeinden bestehen. Wer vertreten sein soll? Jede Gemeinde, die sich' vertreten lassen will, sei sie groß, sei sie klein. Jeder Vertreter/ der hingeschickt wird, ist eben nur Vertreter der Theilnahme, der Betheiligung an > der Synode. Man wähle daher lieber den Namen Abgeordneter. Jede Gemeinde sende einen Abgeordneten zur Synode, einen Abgeordneten, der die Gemeinde eben nur als an der Synode beiheiligt vertritt. Es glaube keine Gemeinde sich zu klein, um einen Abgeordneten zu senden. Es werden doch schon genug Gemeinden sein, die keinen Abgeordneten senden. Es halte also keine Gemeinde dafür, daß es ihrerseits überlei sei, einen Abgeordneten zu senden. Die Synode wird also zunächst aus den Abgeordneten der jüdischen Gemeinden bestehen. Dann aber halten wir dafür, daß auch Jedem, der in sich den Beruf fühlt, der Zutritt zur Synode gestattet sei. Die Synode hat nicht, kann nicht die Aufgabe haben, Beschlüsse zu fassen, die Gesetzeskraft hatten; sondern: das im Bewußtsein der jüdischen Glaubensgenossenschaft Lebende auszusprechen. Kraft und Giltigkeit wird dies dann eben dadurch erlangen, daß in diesem Ausspruch die Wahrheit liegt, die wirkliche Ueberzeugung großer Thelle der Judenheit. Darum kann es bei der Synode nicht auf ängstliche Zahlung berechtigter Stimmen ankommen, sondern auf möglich größten Zufluß Aller, die Herz und Geist für unsre heilige Sache haben. Wir bemerkten kn vor. Nr., daß sich kn Frankfurt am Main ein Konnte für die Synode bilden werde. Dasselbe wird eine dreifache Aufgabe haben: 1) Aufforderungen zu erlassen, 2) Anmeldungen entgegenzunehmen, 3) Zeit und Ort zu bestimmen und ein Lokal zu besorgen. In den beiden ersten Aufgaben kann natürlich ein Jeder sich in seinem Kreise der Sache annehmen, und dafür belebend wirken. Wir fordern daher unsrerseits dazu auf; wir ersuchen die Gemeinden dringend, die Sache in die Hand zu nehmen, und bald möglichst einen „Abgeordneten" zu wählen; wir erklären uns bereit, Anmeldungen und Berichte darüber entgegenzunehmen, damit die Angelegenheit sobald wie möglich eine Gestalt erlange. Man weiß, daß der Anfang immer das Schwierigste ist. Die Redaktion. Aus einem Bortrage am Tage der Zerstörung Jerusalems, am -S. August. Meine Freunde! An Tagen, welche der Erinnerung großer, furchtbarer Ereignisse gewidmet sind, dem Gedächtniß schreckenvoller Zerstörung, gewaltigen Untergangs, an solchen Tagen geziemt es einen ernsten Blick auf den Gang und Verlauf zu werfen, welchen die menschlichen Dinge nehmen. Es ist ja nicht blos die Vernichtung dieser Stadt, die Niederlage dieses Volkes, es ist die Vernichtung und die Niederlage überhaupt, die in der Menschheit noch immer ihren Platz haben, es ist der Gedanke der Vernichtung und Niederlage überhaupt, der sich heute unser bemustert. Und hätten wir nicht Ursache genug auch in den gegenwärtigen Tagen, diesen Gedanken in uns heraufzurufen? Ist nicht in den Monden, die jüngst verflossen, genugsam getilgt und vernicht worden? sind nicht vor unseren Augen mächtige Throne zerfallen, Größen, die unüberwindlich schienen, in Staub gesunken? Sind nicht Schlachten geschlagen in'Nord und Süd, nicht blos aufFeldern, sondern in den Straßen friedlicher Städte, und Niederlage wechselte mit Sieg? Hatten wir Solches erwartet? waren wir darauf gefaßt? oder wuchs es nicht empor

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