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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-08-07 · Heft 33 (7.8.1848) · p. Seite 479

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 33 (7.8.1848)
Date
1848-08-07
Page
Seite 479 (sequence 11)
Language
German
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47# Korrespondenz. . Lübbecke, im Juni. Bericht über die 7. Konferenz der Lehrer des Regierungsbezirks Minden und angrenzender Kreise, abgehalten am 27., 28. und 29. April e. zu Hovestädt im Kreise Soest. (Schluß.) In dieser Schlußsitzung kam der Gottesdienst in der Synagoge zu Hovestädt hauptsächlich zur Sprache. Derselbe hat nicht nur überhaupt befriedigt, sondern der sehr gut eingeübte Chor die Erwartungen Vieler sogar Übertrossen. Um so mehr mußten einige sich kundgebende Inkonsequenzen, welche den Totaleindruck schwächten, bedauert werden, und wurde es als sehr wünschenswerth erachtet, wenn die Gemeinde zur Beseitigung jenes Uebelstandes die geeigneten Schritte thun wollte. Die Predigt des Lehrers Blumenau über Ps. 90 Vers 15 und 16 behandelte in begeisterten Worten Israels Vergangenheit und Zukunft, und war sowol hinsichtlich ihrer Disposition als Ausführung eine gelungene zu nennen. — Der Konferenzvorsteher nahm hierauf Veranlassung über das Glück eines treuen und gewissenhaften Lehrers so wie über die Nothwendigkeit, daß Gemeinden und Lehrer für das Erblühen der Schule und Synagoge ein gleiches Interesse beseelen müsse, wenn die Zukunft wahrhaft heilbringend für Israel werden solle, in einer Ansprache nachdrücklichst hervorzuheben. Was nun den Vortrag der vorgeschlagenen sechs Lieder betraf, so hatte sich Seitens des Gesangmeisters mancher Tadel darüber erhoben, und wurden die Mitglieder allen Ernstes ermahnt, künftig fleißiger zu üben. Nun wurde für den als ausgeschieden zu betrachtenden Lehrer K. aus B. der Lehrer Alsbach, aus Unna zum Stellvertreter des Gesangmeisters gewählt. Für die achte Konferenz, welche zufolge Beschlußnahme der Versammlung am 16. und 17. Oktober e. zu Geseke stattsinden soll, haben an pädagogischen Arbeiten übernommen: Blumenau: eine Abhandlung über das Thema, des jüdischen Lehrers Freud und Leid. Cahn: über den Umfang der Leistungen einer jüdischen Schule. Lebenftein: über die Zweckmäßigkeit der amerikanischen Schnellschreibmethode. Spier: Sprechübung über ein vom Konferenzvorsteher zu wählendes Thema. Alsbach und Kronenberg: über ein noch zu wählendes Thema. Nach erfolgter Einzahlung der Beitrage zum Lesezirkel wurde die stebente Konferenz für geschlossen erklärt. Wir enthalten uns aller weiteren Reflektionen über die Resultate der siebenten Konferenz. Eins jedoch glauben wir nicht mit Stillschweigen übergehen zu dürfen, nämlich die Bereitwilligkeit der Konferenz zur Anschaffung eines sehr kostspieligen exegetischen W^rks. Wo solche Fakta vorliegen, da giebt sich die Konferenz selbst das beste Zeugniß von dem hohen Ernste, welcher ihre Mitglieder durchdringt, und nun dürfen wir es auch wol wagen, den verehrlichen Gemeinden gegenüber den Wunsch auszusprechen, ihren Lehrern bei fernerer Theilnahme an den Konferenzen die wohlverdiente Unterstützung zu bewilligen. Denn, obgleich wir es gern und mit freudiger Dankbarkeit anerkennen, daß die Lehrer sich bisher überall der freundlichsten und zuvorkommendsten Aufnahme zu erfreuen hatten — wie dieses auch bei der Gemeinde Hovestadt-Herzfeld der Fall war, und wofür derselben hiermit Namens der Konferenz der tiefgefühlteste Dank ausgesprochen wird — so dürfen wir uns doch nicht verhehlen, daß bei bedeutender Entfernung vom Konferenzorte eine Gratifikation wol nicht von der Hand gewiesen würde, namentlich wenn die Gemeinde, um ihrem Lehrer keine Verlegenheit zu bereiten, in diesem Punkte die Initiative ergreifen wollte. Eine zweite Bitte erlaubt sich die Konferenz an die Herren Gemeindevorsteher, dahin lautend: ihre Lehrer bei Einführung der projektirten Synagogenordnung nach Kräften zu unterstützen. Wir müssen uns zwar noch immer mit einer mehr in synagogenpolizeilicher Hinsicht anerkennenswerthen «Ordnung begnügen, und, können vor dem Erscheinen des von der Kultuskommissi'on der Rabbinecversammlung zu redigirenden Gebetbuches, und vor der Ernennung einer! Synagogenoberbehörde, welche das Gebetbuch einführt, an einen wahrhaft erhebenden Gottesdienst nicht denken. Nichts desto weniger dürfen wir bis dahin diejenigen Mittel nicht verschmähen, welche eine heilsamere Reform des Kultus vorbereiten sollen, und müssen also in dieser Beziehung die Unterstützung der Gemeindevorsteher auf das Nachdrücklichste in Anspruch nehmen.

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