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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-08-07 · Heft 33 (7.8.1848) · p. Seite 471

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 33 (7.8.1848)
Date
1848-08-07
Page
Seite 471 (sequence 3)
Language
German
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m kennend, unter dem Beistände Gottes einen Geist Hervorrufen werden, welcher als der gemeinsame Geist derJudenheit sich zu erkennen gebe und wirke. Wir in unseren Kreisen werden, nach getroffener Übereinkunft.mit den Männern von Einsicht und Einfluß^ zu einer gemeinschaftlichen Berathung, wie eine Synode in kürzesterZeit in's Leben zu rufen sei, zusammentreten und über das Resultat seiner Zeit öffentliche Mittheilung machen.' Wir ersuchen Sie, auch über Ihre Schritte durch die öffentlichen Organe möglichst schleunig berichten zu wollen. Worms, 24. Juli 184Z. Die Mitglieder des bisherigen Ausschusses für die vierte Rabbinerversammlung. H. Wagner. S. Adler. A. Adler. Formstecher. Stein. Zeitnngottachrichten. Deutschland. Frankfurt am Main, 26. Juli. (Privatmitth.) Vor einigen Lagen hat Schuselka den großen Mißgriff begangen, die Emanzipation der Juden als einen selbstständigen Antrag an die Nationalversammlung zu bringen. Dieselbe hatte Takt genug, den Antrag zu beseitigen. Man will in den Grundrechten der Juden gar nicht besonders erwähnen; die Unabhängigkeit der bürgerlichen und politischen Rechte vom Glaubensbekenntnisse soll ausgesprochen werden, und damit ein für allemal ein Strich durch die alte Benachtheiligung um der Religion willen gezogen, ein für allemal die Glaubensfreiheit gesichert werden. Auf diese Weise allein erhält auch unser Kampf seinen Sieg, seine Vollendung vollständig. Wir haben nicht allein für uns gestritten, wir haben das Prinzip der Gewissensfreiheit getragen, und mit unsrer Freiheit ist die Welt frei geworden. Frankfurt am Main, 27. Juli. (Privatmitth.) Die energische Protestation, die vom hiesigen Gemeindevorstande, so wie von Einzelnen rechtzeitig gegen den Beschluß des gesetzgebenden Körpers unsrer Stadt, daß in die Kommission zur Berathung der Verfassung kein Jude Wahlrecht, noch Wählbarkeit haben solle, ausging, hat ihre Früchte getragen, Der Gesetzentwurf ist bis heute noch nicht veröffentlicht worden, der Senat hat ihn demnach kassirt, und so i-st indirekt der Steg unsrer guten Sache errungen! Die einzelnen Mitglieder der deutschen Nationalversammlung sprachen sich entrüstet darüber aus, daß, in dem Augenblick, wo die Nationalversammlung die völlige Unabhängigkeit der bürgerlichen und politischen Rechte und Pflichten vom Glaubensbekenntniß als ein Grundrecht der deutschen Nation ausspricht, diese altbackenen Senatoren es wagen, dem Hohn zu sprechen! Hohn zu sprechen dem ganzen Geiste der Zeit, und zwar in Frankfurt, das, was es jetzt an Glanz besitzt, lediglich dem Prodükte dieser Zeit zu danken hat.. Wenn hier der Verkehr weniger gelitten, wenn die Straßen Frankfurts nicht verödet sind, wie die anderer großen Städte, wenn der Detailhandel blüht, sei es auch daß die Effektenspekulanten und der Großhandel noch brach liegen, wenn die Wege nach Frankfurt wieder gezogen werden, wie in alten Zeiten, und die Blicke aller Deutschen nach Frankfurt gerichtet sind — wem hat dies Frankfurt zu danken, als dieser Zeit, Dennoch schlägt es derselben in's Angesicht. Es hat dies allerdings noch eine tiefere Bedeutung. Sicherlich spricht sich darin der Geist aus, der noch so tiefe Wurzeln in gewissen Regionen geschlagen, der Geist eines Partikularismus, welcher sich der deutschen Einheit entgegenstemmt, und, wenn er auch aus dem letzten Loche pfeift, doch immer pfeift. Zwar sucht man ihn jetzt wieder hier zu erstarken; es giebt genug Mitglieder der Nationalversammlung selbst, die Niemandem mehr gram sind, als der Versammlung und der von ihr errichteten Zentralgewalt, welche daher ein neues „Staatenhaus" schon jetzt provisorisch haben, und durch dasselbe die Macht per Versammlung noch mehr beschränken wollen. Sie, die Reaktionäre, weisen auf die Möglichkeit hin, daß durch republikanische Schilderhebungen die Nationalversammlung verdrängt werden könne (!), dann wäre doch gar Nichts da (! als wenn jene'dann das „Staatenhaus" bestehen lassen würden!) So ein Staatenhaus würde dann die Partikularinteressen tüchtig vertheidigen — d.h. aus Freizügigkeit, gemeinsamer Gewerbordnung rc. Nichts machen lassen. Doch genug hiervon. Man sieht hier abermals, wie die Einheit Deutschlands allein unsre Rettung ist, wenn die Gleichstellung ganz durchgeführt, und wenn sie, was in vielen Punkten das Schwierigste ist, auch ganz verwirklicht werden soll. — Es

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