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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-07-31 · Heft 32 (31.7.1848) · p. Seite 466

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 32 (31.7.1848)
Date
1848-07-31
Page
Seite 466 (sequence 14)
Language
German
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466 find, sein Wirken nicht nur zu besondern zu verurtheilen, und daß ihm bei jeder Gelegenheit, namentlich wenn er nicht von der Gemeinde engagirt ist, mit der Wegnahme der Kindergedroht wird?— Ich möchte Sie und die geehrten Leser nicht gern langweilen und sind auch diese Jeremiaden schon oftmals genug angestimmt worden. Sie kennen sie, Herr Doktor! Und so kann es nicht bleiben; es ist hohe Zeit, daß es anders, daß es besser werde! Im Namen meines achtbaren Kollegen in D., im Namen vieler anderer Kollegen, von denen ich weiß, daß sie mit mir einverstanden sind, erlaube ich mir, Sie zu bitten, diese Angelegenheit zu der Ihrigen zu machen, Ihre Ansichten darüber auszusprechen/ und was Ihnen hierin nöthig und zweckmäßig scheint, gütkgst zu veranlassen! Sie werden dadurch Ihre Verdienste um ein Großes vermehren und ein achtbarer Stand in Israel, dem Israel viel zu verdanken hat, wird den Mann segnen, der als Vertreter und Vertheidiger seiner ebenso wichtigen als gerechten Sache thatkraftig ausgetreten! — Aber auch Euch, meine theueren Amtsbrüder — haltet.nicht zu gering das Wort eines Eurer jüngeren Kollegen — bitte ich, widmet diesem Gegenstände alle Eure Aufmerksamkeit und sprechet Euere Ansichten und Wünsche in diesem Blatte aus! Der geehrte Herr Redakteur, wird's in Betracht der Wichtigkeit dieser Angelegenheit gewiß erlauben. Das Morgenroth der Freiheit, das jetzt Deutschlands Fluren begrüßt und seine wohlthuenden Strahlen allen Ständen zusendet — sollte es nicht auch uns erreichen? Sollte es für uns keinen Hoffnungsstern geben, der die düsteren Wolken, die noch immer unfern Horizont umgeben, mit seinem blinkenden Lichte durchschimmert? Das glauben wir nicht, sondern wir hoffen, wir hoffen, daß es besser wird! Nun so lasset uns auch das Unsere thun; jetzt ist die Zeit gekommen, wo wir Alles aufbieten müssen, unfern Stand zu der Stellung zu verhelfen, die ihm gebührt und die er einnehmen muß, wenn er das leisten soll, was er leisten könnte. Nehmen wir die Zeit wahr, auch hier gilt: rjtf vrr?*>n»N ■Y'uto* tfb öfi» — ■«» 'b Sollte mir auf meine Petition an das hohe Kultusministerium eine Antwort werden, so werde ich nicht verfehlen, sie zur Zeit in diesen Bl. mitzutheilen. Schließlich, meine theueren Amtsbrüder, meinen herzlichsten Gruß Euch und allen denen, die es mit Israel gut meinen. Jakob Wedelt. Lübbecke, im Juni. *) Bericht über die 7. Konferenz der Lehrdr des Regierungsbezirks Minden und angrenzender Kreise, abgehalten am 27., 28. und 29. April o. zu Hovestadt im Kreise Soest. Anwesend waren die Lehrer: 1) Alsbach aus Unna, 2) Blumenau aus Hovestadt, 3) Cahn aus Oestinghausen, 4) Cosmann aus Erwitte, 5) Kconenberg aus Oldendorf, 6) Lebenstein aus Lippstadt, 7) Leser aus Dülmen, 8) Rothschild aus Geseke, 9) Schneidacher aus Neukirchen, 10) Spier aus Becküm, 11) Wolff aus Lübbecke. Die nicht erschienenen Lehrer hatten mit Ausnahme eines Einzigen ihr Ausbleiben hinlänglich entschuldigt. Am Donnerstag den 27. April Nachmittags 3 Uhr wurde die Konferenz durch den zeitigen Vorsteher derselben im Schullokale zu Hovestädt mit einer kurzen Ansprache eröffnet. Der Vorsteher machte zugleich die Anzeige, daß er Tags vorher in Dortmund einer zahlreichen Versammlung westfälischer Lehrer aller Konfessionen zur Berathung einer Petition an den Landtag beigewohnt, und daß bei dieser Berathung auch die Interessen der jüdischen Lehrer Westpreußens gewahrt worden, indem der Antrag eines christlichen Lehrers auf förmliche Gleichstellung der jüdischen Lehrer mit ihren christlichen Kollegen unter Berücksichtigung der konfessionellen Verhältnisse einstimmig angenommen worden. Ueberhaupt leide es keinen Zweifel, daß durch die neuesten Zeitereignisse auch die jüdischen Lehrecverhältniffe eine günstigere Gestaltung erlangen würden. Nach dieser von den versammelten Lehrern beifällig aufgenommenen Mittheilung wurde die noch vorzunehmende Schulprüfung bis auf den folgenden Tag suspendict. Dagegen wurden die Mitglieder aufgefordert, etwaige pädagogische Arbeiten vorzutragen. Es meldeten sich hierzu: Rothschild, Eahn und Schneidacher. Rothschild trug eine ausführliche Abhandlung über die innere Organisation feiner Schule vor. Obgleich in dieser Abhandlung verschiedene als neu und eigenthümlich anerkannte Ansichten ausgesprochen wurden, so erklärte sich dennoch die Versammlung außer Stande ein bestimmtes Urtheil abgeben zu können, zumal Referent den Lektionsplan als Beleg beizufügen', vergessen hatte. Man beschloß daher, die Herbstkonferenz in Geseke zu halten, *) Durch Zufall verspätet.

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