Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 32 (31.7.1848)
- Date
- 1848-07-31
- Page
- Seite 464 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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464 - fei, sich Mi den bevorstehenden Provinzialkonferenzen betheiligen^zu dürfen, damit auch das Interesse der jüdischen Lehrer — die nicht minder von echter Vaterlandsliebe durchglüht, die nicht minder von dem innigsten Streben, ihre Kräfte dem Wohle der aufblühenden Generation zu widmen beseelt sind, wie ihre christlichen Amtsbrüder — daselbst zur Sprache gebracht werden können. Nur das feste Vertrauen auf jenen hohen Wahlspruch: Gerechtigkeit und Freiheit, der von Preußens hochherzigem Könige anerkannt, fortan als goldene Devise preußischer Gesetzgebung, aus jedem Gesetze hervorleuchten soll; nur das feste Vertrauen auf die allgemein anerkannte Humanität eines hohen Kultusministerii gab mir den Muth, mich in dieser wichtigen Angelegenheit an Ew. Exzellenz zu wenden; und ich wäre hierin gewiß von meinen Kollegen durch Vollmacht unterstützt worden, wenn nicht die Dringlichkeit der Umstande mich behindert hatte, ihre Zustimmung hierzu einzuholen. Einer hochgeneigten Erfüllung meiner unterthänigen Bitte entgegensetzend, verharrt in tiefster Ehrerbietung Ew. Exzellenz gehorsamster - I. M. Wedelt, ' israel. Lehrer. III. Vom Rhein, im Juli. (Eingesandte Anfrage.) Woher kommt es, daß die krefelder Lehcerkonferenz ihren Statuten zuwider, statt der Protokolle ihrer Verhandlungen nur ein allgemeines, kaum ein klares Bild vom Ganzen wiedergebendes Resume in der Zeitung des Iudenthums veröffentlicht? Es scheint, als hätte sie das Licht zu scheuen, was aber um so mehr Hier befremden würde, da gerade an der Spitze dieser Konferenz ein Rabbine steht, und man daher nicht nur eine treffliche Leitung der Verhandlungen, sondern auch eine gediegene Abfassung der Protokolle mit Recht erwarten darf. Auch liegt es im Interesse der betheiligten Lehrer, ihre Verhandlungen veröffentlicht zu sehen, und glauben wir von Ihrem Streben, Verehrtester Herr Doktor, das dahin gerichtet ist, dem Guten überall hin Verbreitung zu verschaffen, erwarten zu dürfen, daß Sie gern diesen Protokollen einen Platz in Ihrem vielgelesenen Blatte gewahrt, hätten und - noch gewähren werden.^ Aus diesen Gründen sehen wir die Veranlassung zu deren Nichtveröffentlichung nicht ein, und wünschen darüber eines Bessern belehrt zu werden. M. IV. Anklarn, 11. Juli. Ihre Unparteilichkeit, geehrter Herr Doktor, so wie die thatkräftige Theilnahme, die Sie Allem widmen, was im Interesse des Iudenthums geschieht, läßt mich hoffen, daß Sie auch nachstehendem, mir soeben zugekommenen Schreiben, trotzdem es sich in Einigem gegen Ihre Ansichten ausspricht, sobald wie möglich eine Stelle in Ihrem weit verbreiteten Blatte einräumen werden; und ich erbitte dies deshalb, weil der Gegenstand ein wichtiger und weil das Schreiben von einem Manne herrühct, der mir zwar persönlich unbekannt, der aber, so viel ich weiß, seit einer Reihe von Jahren für die Jugendbildung gewirkt und dessen Stimme also wol eine Berücksichtigung verdient. Das Schreiben lautet also: Danzig, den 6. Juli 1848. Sehr werthgeschätzter Herr Kollege! Sie werden sich vermuthlich wundern, daß ich als Unbekannter Ihnen mit diesen Zeilen entgegentrete. Indeß ist mir Ihr werther Name nicht unbekannt, auch der Meknige dürfte es Ihnen nicht ganz sein, wenn ich Ihnen sage, daß ich vor vielen Jahren eine längere Zeit Ihr Vorgänger kn Jastrow, späterhin aber in Zempelburg Lehrer war und es seit sechs Jahren hier bin, die Lage eines konzessi'onirten jüdischen Prkvatlehrers demnach genau kenne und Ihren Zuruf in No. 26 der Zeitung des Judenthums freudig begrüßte. Ec ist mir wie aus der Seele gesprochen. Dahingegen kann mich die Antwort des Herrn vr. Philippson durchaus nicht befriedigen; denn so sehr ich denselben auch hochschätze und verehre, so wird er mir doch erlauben, daß ich seine Klassifikation der Lehrer in Kultusbeamte und in Elementar- und Schullehrer nicht ganz gelten lassen kann. Herr vr. Phkippson scheint zuvörderst die Verhältnisse' der kleinen Gemeinden feines Bezirks im Auge gehabt zu haben, wo jeder Lehrer auch zugleich Kultusbeamter, resp. Schochet sein muß, weit die Gemeinden nur ein einziges Subjekt zu besolden im Stande sind. Dahingegen gab's zu meiner Zeit in Z e mp e lb urg allein sechs Lehrer, in Jastrow deren zwei, in Flatow 1, in Krojanke 1, in Tuchel 2, in Schlochau 1, also in