Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 32 (31.7.1848)
- Date
- 1848-07-31
- Page
- Seite 461 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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„Bild des. Lehrers nach seinen Kenntnissen, Geschicklichkeiten und sonstigen Eigenschaften zu unserm Zwecke". Diese beiden Abschnitte enthalten des Trefflichen so viel, daß man in der That verlegen ist, welche Stelle man hervocheben soll. Der Verfasser zeigt in diesen Abschnitten, besonders im zweiten, seine Meisterschaft als Pädagog und Didaktiker und als gründlicher Kenner der Bibel, aus welchen fast auf jeder Seile die schlagendsten Belegstellen angeführt werden. Aus dem Verfahren, beim Religionsunterrichte, dem mit Recht der größte Raum und die weiteste Behandlung eingeräumt wurde, ist folgende Stelle hervorzuheben :! ' „Seine (des Lehrers) Worte müssen dem Herzen entstammen, wenn sie wieder zu Herzen gehen sollen; die heilige Flamme muß aus seinem ganzen Lehrton herausströmen, damit der göttliche Funke des Innern seine Kinder anfache; diese müssen es ihrem Meister anerkennen, daß Religion ihm das höchste Kleinod, der wärmste Schlag seines Herzens ist, wenn der Same der göttlichen Lehre in ihrem Gemüthe Wurzel fassen, blühen, gedeihen und auch die oft so beschwerliche Lebensweise mit labender Frucht versehen soll." Bei der Behandlungsweise der Religions- und allgemeinen Völkergeschichte spricht der Verfasser mit anerkennenswerthem Freimuthe. über die Verfolgungen, die Israel bis heute erlitten, von der pharaonischen Verfolgung bis . zur neuesten: in Damaskus. Die Geschickte Davids und Salomons und den glücklichen Zustand Israels unter.deren Herrschaft, während welcher „Jeder unter den Weinstöcken und Feigenbäumen ruhig wohnte", giebt dem Verfasser Veranlassung darüber zu sprechen, wie „die Israeliten zu einem ackerbauenden Volke bestimmt waren und zum Theil als Handwerker ihre gegenseitigen Bedürfnisse zu befriedigen hatten, wie sie aber später, als sie unter anderen Nationen ihr Fortkommen suchen mußten, gewaltsam dem Handel zugeführt wurden, weil ihnen in den meisten Staaten weder Ackerbau zu treiben, noch irgend sonst ein ordentliches Gewerbe auszuüben gestattet war. Dies führt auf unsre Zeit, wo für Israel eine freundliche Morgenröthe anbrach und weise Regenten und gerechte Regierungen die unter ihrem Zepter stehenden Nachkommen dieses Volkes auch als ihre Landeskinder betrachten, sie von ihrem Notherwerb allmälig abzubcingen und ihren ursprünglichen Handthierungen, dem Ackerbau und den Handwerken rc. zuzuführen suchen, um sie zu nützlichen Staatsbürgern heranzubilden." Indem wir uns auf diese kurze Anzeige beschränkenverweisen wir auf das Merkchen selbstdas den Herren Pädagogen vom Fache dringend anzuempfehlen ist: sie finden in ihm beheczigenswerthe Winke für Methodik auf dem Gebiete sämmtlicher Unterrichtsgegenstände der Volksschule. Druck und Papier sind gut. Schließlich bemerken wir noch, daß die königl. Oberkirchenbehöcde „in Anerkennung des löblichen Strebens, welches Hofheimer durch diese Schciftchen bekundete, das zugleich ein Beweis seiner eifrigen Fortbildung ift"^ demselben für ein überschicktes Exemplar ein Douceur ausgesetzt hat. Rabbiner Güldenstein. Korrespondenzen. Debatten über das jüdische Schulwesen. (Fortsetzung.) H Anklam, 7. Juli. (Privatmitth.) Wenn ich mir abermals erlaube , mich im Interesse des jüdischen Schulwesens an Sie, hochgeehrter Herr Doktor, - zu wendenso geschieht es in der festen Ueberzeugung, daß Sie dieser, gewissermaßen für die ganze Judenheit wichtigen Angelegenheit Ihre so einflußreiche Aufmerkfamkeit zuwenden und folgenden Zeilen die Spalten Ihres geschätzten Blattes öffnen werden.. Daß Sie die Kultusfrage mit allen ihren Konsequenzen zur Zeit geeigneten Ortes zür Sprache bringen werden, freut mich sehr und werden Sie sich dadurch den Dank aller Besseren in Israel erwerben; denn dies ist für die jüdischen Gemeinden und die Kultusbeamten von höchster Wichtigkeit; und-abgesehen von der Last, die durch die Kultuskosten-den-meisten Gemeinden auferlegt ist; — abgesehen^-vonden Streitigkeiten und Zerwürfnissen, die durch die schwankende Stellung der Beamten zwischen denselben'und den Gemeinde gang und gäbe sind; —- ist es wol schon einmal an der Zeit, daß die Rabbiner, Prediger, Religionslehrer, Vorderer rc. eine ihrem Berufe''angemessene Stellung erhalten, und' daß von Seitendes Staats für ihre gehörige Ausbildung, Prüfung und Anstellung in dem Maße gesorgt werde, als dies bei Anderen Konfessionen der Fall ist. Daß Sie, geehrtester Herr Doktor, aber auf meinen in Nr. 26. d. Bl. gegebenen 32*