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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-07-31 · Heft 32 (31.7.1848) · p. Seite 460

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 32 (31.7.1848)
Date
1848-07-31
Page
Seite 460 (sequence 8)
Language
German
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460 andergesetzt; aus der Relkgions- und Menschengeschichte nachgewiesen, wie einerseits die Hkntenansetzung die Religion als Bildungs- und Erziehungselement die nachtheiligsten Folgen für öffentliches und häusliches Wohl hatte, zur Zweifelsucht, zu geistigen und leiblichen Ausschweifungen führte; wie anderntheils die falsche Auffassung der Religion die krankhaftesten Auswüchse des Geistes, als: Aberglaube, Mystizismus, Pietismus und Fanatismus im Gefolge hatte; nachdem er „die früheste Einhauchung der Religion in das zarte, für Heiliges und Göttliches so empfängliche Gemüth der Jugend als das zuverlässigste Mittel angegeben, gottähnliche Wesen zu bilden und der Familie, der Kirche, dem Staate und der Menschheit die würdigsten Glieder zu erziehen", schließt er die-Einleitung mit den Worten: „Hierauf gründet sie (die Oberschulbehörde) insbesondere ihre Forderung: „daß bei dem Hauptbildungsmittel der Schule dieses Urprinzip vorherrschend und aller Unterricht religiös sei"; weil hier die meisten höheren Beziehungen und Anknüpfungspunkte für das Wahre, Schöne und Gute sich darbieten, indem alle Unterrichtsfächer nur Zweige bilden an dem Lebensbaum — Religion und je nach ihrer eigenthümlichen Beschaffenheit, der eine mehr, der andere weniger,' mittelbar oder unmittelbar, unter der Hand eines geschickten Gärtners, zu dessen Emporblühen beitragen." Es folgen dann drei Abschnitte, deren erster mit zur Beantwortung der ersten Frage gehörend, die einzelnen Lehrzweige der Volksschule, wie sie unmittelbar oder mittelbar zur Relkgkonsbildung beitragen, als da sind: Religionsunterricht, Anschauungsunterricht, biblische Geschichte, Religions- und allgemeine Weltgeschichte, Geographie, Naturkunde, Himmels- und Kalenderkunde, Gesangunterricht, Sprachunterricht, Zahluntercicht, Formen- und Größenlehre, Schreibunterricht und Turnen, näher entwickelt und besprochen werden, wobei der Verfasser mit einer seinem religiösen Gemüthe entspringenden Meisterschaft auch einem der Religion entferntest liegenden Gegenstand eine religiöse Seite abzugewinnen weiß. Heben wir einige Stellen aus mehreren solchen Gegenständen hervor, aus denen dann leicht ein Schluß auf die Behandlung der eigentlichen Religionsgegenstände gezogen werden kann. Geographie. „Kann des Kindes moralische und intellektuelle Kraft, die in der Religion wurzeln und nur in harmonischer Entwickelung herrlich aufblühen, kalt und leblos bleiben, wenn es von den unzähligen Wundern Gottes auch in den erstarrten Weltgegenden hört; wenn es erfährt von den thurmhohen Eismaffen der Polarmeere, wie verschiedene vierfüßige Thiere, von einer Eksküste zur andern wandernd, Tausende von Vögeln die Luft durchschwärmend, auch hier ihres Daseins sich freuen, wie überhaupt auch die Einöden an den äußersten Enden der Erde des Erhabenen so viel haben, des Gottes Allmacht, M aj estät und Güte laut verkündet; wenn ihm zu Ohren-kömmt, wie die Fluthen zwischen den Wendekreisen von Millionen Bewohnern jeder Form, Farbe und Größe wimmeln, wo Schiffe fahren und der große Walisisch spielt! (Ps. 104, 25. 26.)" Sprachunterricht. „Er enthält nicht nur das beseligende Band, das Menschen an Menschen kettet, sie gegenseitig belebt, und indem es den Gedanken verkörpert, ihren geselligen Verkehr beschleunigt, zum Guten ermunternd, vor dem Bösen warnend, das Vergnügen erhöhend, den Schmerz lindernd, sich darstellt, ohne welches die schöne Erde mit all ihren Gütern nur als wüste Einöde erscheinen würde und bildet so den Schlüssel zum Herzen der Sterblichen; sondern er befestigt auch den Glauben und das Vertrauen auf den Ewigen und Unveränderlichen, indem er Denken und Empfinden des Höhern vermittelt und durch das Gebet mit Gott, der Quelle alles Guten unterhält." Turnunterricht. „Durch planmäßigeUebung des Körpers geht die Entwickelung, Kräftigung und Ausbildung des Körpers besser vor sich, manchen' Gebrechen desselben wird vorgebeugt, was schon insofern für unfern Zweck förderlich ist, als größtentheils nur in einem gesunden, kräftigen Körper auch. eine gesunde, kräftige Seele wohnt." Nachdem in allen eben angeführten Gegenständen der -Volksschule das die Religion fördernde Moment ermittelt wurde, schließt dieser erste Abschnitt und somit die Beantwortung der ersten Frage mit den Worten: „Wir haben nun gezeigt, wie sich die Religion, die zur Weisheit erziehet (Spr. Sal. 13, 13.), gleich einer vielästigen Lebensader durch allen Unterricht der Volksschule bewegt, die theils unmittelbar, theils mittelbar bei dem einen Gegenstände mehr, bei dem andern weniger ihre Nahrung erhält und deswegen die Forderung ganz gegründet gefunden, aller Unterricht in denselben sei religiös." Die zwei folgenden Abschnitte sind der Beantwortung des zweiten Theils der Frage gewidmet. Der zweite Abschnitt behandelt nämlich „das Verfahren des Lehrers bei Behandlung des Unterrichtsstoffes zur Entsprechung fraglicher Forderung" und endlich der dritte Abschnitt:

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