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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-07-24 · Heft 31 (24.7.1848) · p. Seite 450

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 31 (24.7.1848)
Date
1848-07-24
Page
Seite 450 (sequence 14)
Language
German
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450 schm Jugend leistet über seine Kräfte; aber bei der gänzlichen Stockung der Geschäfte und Gewerbe, und der durch die Kriegsrüstungen hervorgerufenen Lheurung sind alle Anstrengungen schwach und unzureichend. — Gott bessere es!!! L. M—r. Norwegen. Christiania, 4. Juli. Das Konstitutionskomite schlägt mit 5 gegen 2 Stimmen die Aufhebung des Verbots des Aufenthalts der Juden in Norwegen vor. Auf diese Weise wird die Judenfrage abermals in den Storthing (norwegische Nationalversammlung) kommen. Wir erinnern, daß sie schon zweimal darin war, beide Male eine Majorität erhielt, aber nicht die zu einer Veränderung im Staatsgrundgesetz nothwendigen zwei Drittel, da jenes berüchtigte Verbot eines Aufenthalts für Juden und Katholiken im 2. §. des Staatsgrundgesetzes steht, für Katholiken aber in der letzten Session aufgehoben ward. Donaufürstenthümer. Bücharest, 24. Juni. Eine Revolution friedlichster Art hat stattgehabt. Nachdem mehrere Verhaftungen der liberalen Häupter erfolgt waren, kam sie zum Ausbruche und endete damit, daß Fürst Bibesco 22 Punkte unterschrieb, darunter folgende: 7) Emanzipation der Juden; 12) Aufhebung jedes Rangunterschiedes, mit einem Worte: Gleichheit vor dem Gesetze. . (Wir wollen nur wünschen, daß diese plötzliche Umwälzung für die Juden nicht ähnliche Erscheinungen zur Folge habe, wie in Ungarn. Red. d. A. Z. des Jud.) Rußland. Minsk, 30. Juni. (Pridatmitth.) (Wir geben nach unsrer frühem Erklärung die russischen Berichte, wie sie uns zukommen, ohne ein eigenes Urtheil darüber zu haben. Redakt.^j Nachdem der Kaiser im Jahre 1845 befohlen, daß weder in Herbergen noch in Dörfern Juden sich mit dem Branntweinhandel beschäftigen dürfen, haben sich» die in den Dörfern wohnenden Juden zum Ackerbau gewendet, und schon im Jahre 1846 sahen wir in vielen Gegenden um unsre Stadt Wälder, die durch Juden ausgehauen worden, Felder und Gärten, die von ihnen bearbeitet werden, in vielen Orten Häuser mit Scheunen für Arbeitsleute und Viehzucht. Wir sahen zu unsrer Freude im vorigen und diesen Jahre Männer und Frauen nebst Kinder im Felde beschäftigt, um das Land zu bebauen, den Lag im Schweiße ihres Angesichts verbringen, des Abends in ihre neu gebauten Häuser ruhig zurückkehren. Wir sahen ganze Kolonien von Juden entstehen, die vorläufig von allen Abgaben frei sind. Schreiber dieses besuchte erst die vorige Woche einige Werst von hier die jüdische Kolonie, und war überrascht, statt Bauernhäuser planmäßige Gebäude zu finden; besonders das schöne Haus des Wirthes B. I., der nach seinen Mobilien und Fruchtgärten als Gutsbesitzer betrachtet werden kann. Die jüdischen Schneider-, Schuhmacher-, Kürschner-, Maurerzünfte bestehen hier aus großen Zahlen, ohne irgend eine Beschränkung weder von der Regierung, noch von der jüdischen und christlichen Gemeinde, und wenn man noch z. B. in Hamburg debattirt, ob Juden zur Schuhmacherzunst u. dgl. zuzulaffen feien, giebt der hiesige Adel seine christlichen Unterthanen jüdischen Meistern in die Lehre, um bei ihnen Handwerke zu erlernen. Jede Klasse der hiesigen jüdischen Arbeiter hat ihre besondere Synagoge, wie z. B. die Schneider-, Kürschner-Synagoge rc. Jede Synagoge hat ihre besondere Chebra, welche oft zusammenkommen, um die Ausgaben zur Erhaltung ihrer Synagoge, deren Jeschiha und nöthigen Bücher durch ihre Beisteuern zu decken. So ist hier auch eine “pin srian rasi» srnan i© tnVi ohne besondere Synagoge, mit dem besondern Zweck, freiwillige Gaben zu sammeln, um die Armen mit Geld, Brod und Geschenken für den Sabbat zu unterstützen. Die vorige Woche haben sich hier 17 jüdische Gesinde, zusammen 190 Seelen, nach Cherson transportirt, um dort das Land zu bebauen. N.' Italien. Nom, 3 Juli. Wie. es in Rom noch aussieht/ erkennt man aus folgender Notiz der Köln. Zeitung. „Jetzt sollen nun auch die Bewohner des hiesigen Ghetto ein Bataillon der Civica formiren. Es scheinen aber nicht blos Schwierigkeiten sondern auch Wer-

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