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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-07-24 · Heft 31 (24.7.1848) · p. Seite 449

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 31 (24.7.1848)
Date
1848-07-24
Page
Seite 449 (sequence 13)
Language
German
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449 gefundenen Reprasentantenwahl, unerachtet sie noch nicht ganz vollkommene Gleichheit mit ihren christlichen Mitbürgern genießen, dennoch gestattet, sich bei dieser Wahl zu Letheiligen und der hiesige sehr ehrenwerthe jüdische Vorsteher, Herr Meinungen, ist sogar zum Bürgerrepräsentanten gewählt worden. Wohl mochte es für Manchen ein großer Skrupel gewesen sein, einen Juden zu diesem Amte zu wählen, aber der biedere Geist und die humane Gesinnung der Mehrzahl trug den Sieg davon. M. Galizien. Lemberg, 26. Juni. (Patriotismus der jüdischen Gemeinde in Larnow.) Diejüdische Gemeinde in Tarnow, um dem den Kapitalienbesitzern gemachten Vorwurf, daß sie die baare Münze an sich ziehen, um aus dem sodann eintretenden Geldmangel wucherischen Gewinn zu ziehen, zu begegnen, hat sich aus eigenem Antrieb und unter feierlicher. Verkündigung in der Synagoge verpflichtet, Banknoten ohne jede Provision für klingende Münze einzuwechseln, besonders zum Nutzen des Heeres und des Kleinhandels. Der Erfolg davon war bereits, daß in den Amtsstädten wenigstens den dringendsten Bedürfnissen des Kleinhandels abgeholfen worden ist. Die Landesregierung hat diese Handlung unter dankender Anerkennung zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Ungarn und die Nebenländer. Warasdm (Kroatien), 12. Juli. (Privatmitth.) Die Agramer Zeitung bringt in No. 51 ein „offenes Sendschreiben an die Israeliten Kroatiens insbesondere der Gemeinde zu Warasdin", worin ein „freiheitsbeseelter Jlirer" mit Indignation die hiesigen judenfeindlichen Vorfälle berührt, und uns „zum Tröste und zur Ermuthigung", „im Namen der Nation und der Gesammheit" sagt, daß nicht von den Ungarn, die sich prahlerisch (?) die Hochherzigen nennen und Nichts für uns gethan, sondern daß wir von den Jlirern unser Heil zu erwarten haben. Dafür, heißt es weiter, sollen wir aber auch den Staub der Absonderung von uns schütteln, über Bord werfen all den Ballast sozialer und ritueller Hemmnisse und dergleichen abgedroschener Phrasen mehr. — Brachte nun dies Sendschreiben auch einige freudige Augenblicke in unsere damals so trübe. Stimmung, so wußten wir doch allzugul, wie wenig das Gesagte die Stimme des Volkes sei. — Wir kennen ja unsere Pappenheimer! Man muß nur so viel als wir erlebt und erduldet haben, und den bornirten bösartigen Philistersi'nn der kroatischen Bürger kennen, um von der Illusion dieses Sendschreibens überzeugt zu sein; und daß wir in dieser Ueberzeugung nicht irrten, bewies die gemüthliche Motion, die ein gewisser Herr Venceslav in Antrag stellte. Mit bewunderungswürdigem Phlegma sagt der gute Mann: „das die rechtgläubigen Juden den Genuß der bürgerlichen Rechte ohnedies gar nicht beansprechen können; daß sie überall außer Palästina fremd und seelenlose Schächer sind, die gar keine Begünstigung verdienen", u. s. w. „Offenbar, schließt dieser liebenswürdigste aller Venceslave, „offenbar dürfen wir gegen Fremde auf Kosten unseres Volkes nicht großmüthig sein, und unleugbar ist es, daß, so lange der Jude im Juden nicht ganz verschwindet, er im strengsten Sinne unmöglich ein Kroate werden kann." Es ist doch eine schöne Sache um solch' Gönnerschaften! Der würdige Agramer Dberrabbiner vr. Goldmann übernahm es, den Vorstand und überhaupt die ridikülenBegriffe über rechtgläubiges Judenthum des Herrn Venceslav ein Wenig aufzuhellen, und that es auf so klare und prägnante Weise, daß Herr V. mit seinen Absurditäten wol innehalten dürfte. Jndeß ließ man sich hierdurch nicht abschrecken. Die Zeit der Erwartungen, der Landtag, war ja da; man petitionirte, und erhielt — Nichts! — Dennoch fühlt man hier die Nothwendigkeit, um den ewigen Vorwürfen zu entgehen, sich der Nationalität anzuschließen. So beabsichtigt der Vorstand die israelitische Lehrschule aufzulösen, und die Kinder den Unterricht in den Landesschulen genießen zu lassen. — Bei den politischen Wirren, die im Lande herrschen, müssen wir uns nur höchst passiv verhalten, demungeachtet zeiht man uns der^Sympathie mit Ungarn. Demnach ward es uns auch nicht möglich, Abgeordnete zu dem die -Judensache beim ungarischen Landtage vertretenden Konnte zu senden. — Auf eine normale Herstellung der Ruhe ist lange nicht zu hoffen, und wenn es noch eine Zeit so fortdauert, so wird es hart für uns Alle werden. H Wol thut jeder sein Möglichstes, den Armen nicht hülflos zu lassen; der vor vier Jahren entstandene Wohlthätigkeitsverein der israeliti-

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