Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 29 (10.7.1848)
- Date
- 1848-07-10
- Page
- Seite 416 (sequence 8)
- Language
- German
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416 schenrechte einsetzte und uns führt, ■.'/h'hrib n« nwcai ,-)i8b nbL8)oi ,212 ürib bsa» ,!nma^b trirb ... üv. n8 ü*>w nrrtb i2-»b2 v->pb rNbi82b üt* ini8 mw!? v^in-'N vnrr nna ^8 üWbsb manm s-inEttii tiniö». Ein an einem solchen Lage gesprochenes i^nnrv wird gewiß mit tieferer Inbrunst und größerer Erhebung gesprochen werden, als jenes, das wir beim Eintritte in die N2v oder beim Schütteln des Lulabs zu sprechen uns gemüßigt sehen wollen. 2) Sollten es die Herren Rabbiner, konservativer und reformistischer Richtung nicht für zweckdienlich halten, bald zusammenzutreten, um gemeinschaftlich die Maßnahmen zu berathen, die im Interesse unsrer heiligen Religion in gegenwärtiger Phase, in welche ihre deutschen Bekenner eingetreten, nothwendig genommen werden müssen. Fragen, wie die Trennung der Kirche vom Staate, der Gründung einer jüdisch-deutschen Synagoge, die Einrichtung der künftigen Religionsschule rc. dürften Punkte sein, die das Zusammentreten sachverständiger und das Heil unserer göttlichen Religion wollender Rabbiner gewiß nicht unnütz machen werden. Ich. bitte die Interessenten, nicht auf den Fragesteller, sondern auf die Frage zu sehen in Berücksichtigung des IN N)22 878 1P2PN bvnvn b8 und: Was kein Verstand der Verständigen sieht Fühlt ja oft ein wohlwollend Gemüth. H. Frankfurt am Main, 2. Juli. (Privatmitth.) Frankfurt kann jubeln! Während alle größeren Städte an Verkehr verloren haben in jüngster Zeit, hat Frankfurt durch die Nationalversammlung und was mit ihr in Verbindung steht, gewonnen. Wahrend anderswo die republikanischen und monarchischen Parteien sich gegenüber stehen, ist Frankfurt zugleich Republik, denn es ist ja „freie Stadt", und Monarchie, als Sitz des zukünftigen unverantwortlichen „Reichsverwesers." Während überall die deutsche Einheit und der Einzelstaat in die Enge miteinander, bald in Reibung kommen, hat man hier den Einzelstaat, denn man ist gut frankfurtsch- und das deutsche Reich so nahe mitsammen, daß man sich hübsch in Beide findet. Nun, du deutsche Einheit, wirst du uns, frankfurter Israeliten, in Deinen Schooß aufnehmen, und uns aus frankfurter Israeliten zu Deutschen machen, aus Frankfurtern, die noch allen möglichen Beschränkungen unterworfen sind, die selbst noch nicht einmal sich frei verheirathen dürfen, zu Deutschen, die frei sind und gleichen Theils an allen Volksrechten? Wie wird es dem frankfurter Senat und seinen Senatoren zu Muthe sein, wenn sie eines Morgens aufwachen aus ihrem Schlafe, und das deutsche Parlament hat die Gleichstellung aller Konfessionen dekretirt, und es bedarf erst nicht mehr jahrelanger Verschleppung durch -alle Instanzen frankfurter Gesetzgebung, um — Nichts hervorgehen zu lassen? Die einzige Rache, die ich mir an diesen hochnäsigen Herren wünsche, ist, diesen ihren Schreck sehen zu können. Aber es hilft Nichts, sie müssen doch ja sagen, denn das deutsche Reich wird doch stärker sein, als die freie Stadt Frankfurt. — Allerdings habe ich gegründete Hoffnung, daß die Verfassung des deutschen Reiches die bürgerliche Gleichstellung aller Glaubensparteien aussprechen wird. Der Entwurf der „Bolksrechte" enthält diese sowohl in der Fassung der Majorität als der Minorität, und sowie ich die Versammlung aus eigener Anschauung kenne, wird sie unbestritten bleiben. Daß in derselben es auch eine Anzahl Solcher giebt, die im Herzen diese Gleichstellung nicht wünschen, ist sicher, aber sie werden sich, der Zeit gegenüber, nicht ge-, trauen, sie offen zu bekämpfen. So weit ist die Reaktion nicht gediehen. Fragen wird es sich dann, ob die Einzelstaaten allesammt sich diesem Beschlüsse vollständig unterwerfen werden, ob die vier „freien Städte" ob Sachsen, Tyrol, Steyermark, ob selbst Baiern nicht dagegen konspiriren werden? Das Glück ist, daß ein großer Theil Deutschlands die Gleichstellung schon angenommen, daß ein andrer Theil, der Südwesten, das Prinzip ausgesprochen, wenn auch noch nicht in Gesetz verwandelt haben, dann aber um so geringem Vorwand haben zurückzubleiben. Es bleibt dann nur ein geringerer Theil der deutschen Länder zurück, in denen die-Gleichstellung noch vorzugsweise Widerspruch findet, und dieser kann auf die Länge nicht widerstehen. — Wir haben also, abgesehen von dem allgemeinen Heile, das allein in der deutschen Einheit einen dauernden Halt-gegen die Gebrechen, an denen Deutschland -krankt, findet, besonders auch als Israeliten am deutschen Reiche sestzühalten, da es anderweitig noch Jahrhunderte kosten könnte, bevor uns in den einzelnen Staaten unsre natürlich en R echte zug estanden w ürd en.