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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-07-03 · Heft 28 (3.7.1848) · p. Seite 404

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 28 (3.7.1848)
Date
1848-07-03
Page
Seite 404 (sequence 8)
Language
German
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Kenntnisse hat sie eigentlich m keiner Zeit ihrenSöglingen. gegeben; man kann nicht, sagen, daß Methode und-wissenschaftliche Disziplin je in ihr Heimisch waren..; Allein es wob in i^r ein so lebendiger Geist, so viele Frische und Anregung, so viel geniales Gehenlassen und Formlosigkeit — daß sie eben in ihren Schülern ein freies, anregendes^ bewegliches Leben hervorbrachte, das, an sich oberflächlich, doch für alles Geistige Sinn hatte, und frühe Selbstständigkeit in Urtheil und Streben bewirkte. Daher ist es erklärlich, welchen Ruf sie nach allen Theilen Europa's hin erlangte, von Odessa bis Edinburg, einen Ruf, an dem sie bis heute zehrte. Allerdings mußte sie aber auf diese Weise dem Verfall entgegengehen, der namentlich durch die Beschränktheit ihrer Mittel, wodurch. ihr die Pensionirung ergrauter Arbeiter und Erlangung.frischer Kräfte sehr erschwert war, befördert wurde. ,;;; Jetzt stehen wir am Wendepunkte. Die Franzschule ..konnte nur von Mitteln existiren, welche ihr die Regierung verwilligt hatte, und die sich jährlich inkl. Holz auf 500 Thlr. belaufen. Die Gemeinde ist zu arm und zu beansprucht, um Etwas zu leisten,. die Schulgelder bei der Menge der Freischüler reichen nicht hin. Die Franzschule ist aber Konfessionsschule. Die Trennung der Kirche vom Staate läßt den Unterhalt einer Konfessionsschule nicht mehr zu. Also fallen die Beisteuern der Regierung weg. Also kann die Franzschle als Solche nicht mehr bestehen. . Die Auflösung der israelitischen Franzschule steht demnach nach einem 50jährigen Bestände derselben bevor. Wir können es nicht verbergen, daß uns eine Trauer aus der geschichtlichen Erinnerung darüber beschleicht..' Nicht daß ihre wissenschaftlichen Leistungen zu bedauern wären, nicht daß ihre Wirksamkeit für die Religion zu beklagen wäre —• denn dies war ihre schwächste Seite — aber der Untergang einer geschichtlichen Existenz regt immer unsere Gefühle an. Entbehren kann man allerdings die Schule in ihrer Eigenthümlichkeit nicht.. Sie stand ihrer Anlage nach zwischen Bürgerschule und Gymnasium. Sie hatte wesentlich einen kaufmännischen Charakter, Der Staat will siechaher ganz übernehmen und daraus eine allgemeine-Real- und Handlungsschule machen, die gar keinen konfessionellen Charakter hat, und Jedermann offen steht. Natürlich daß damit Direktorium und Lehrerpersonal völlig verändert wird,. Hoffen wir, daß die - Regierung die Billigkeit haben wird, den Direktor und die älteren Lehrer zu pensioniren, - und die befähigten jüngeren Lehrer an der neuen Anstalt zu verwenden. Ein zweiter Punkt wird sein, daß die Gemeinde eine Religionsschule anlegt — möge sie dieselbe in rechte Hände legen-, wodurch der religiöse Geiß in der Jugend und Gemeinde einen neuen Aufschwung erfahrt. C. II. - Aus Tyrol, im Juni, Welche Fortschritte der Geist des Volkes in diesem Lande der Alpen gemacht, darüber giebt auch folgende Petition genügende Auskunft. „Katholisch-konstitutioneller Verein für Tyrol und Vorarlberg. In der Verfassungsurkunde des österreichischen Kaiserstaates vom 25. April 1848 ist §. 31 allen in der Monarchie durch die Gesetze anerkannten christlichen Glaubensbekenntnissen und dem israelitischen Kultus die freie Ausübung des Gottesdienstes gesichert. Wir Tyroler und Vorarlberger, in unserm rein katholischen Lande unerschütterlich treu beharrend auf dem Grunde des heiligen römisch-katholischen Glaubens, wollen, - wie es unsere Vater seit dem Erscheinen des Toleranzpatents in den: Jahren 1781, 1790 und 1795 erklärt haben, keine anderen Kirchen als die katholische, keinen andern Gottesdienst als den katholischen; und verlangen insgesammt, daß von der Anordnung des §.31 der Verfassungsurkunde Tyrol und Vorarlberg durch ein Gesetz ausgenommen und diese Provinz in dem Besitze der unvermischten Ausübung des katholischen Gottesdienstes.erhalten und beschützt werde." Möchten doch auch hieraus die Völker abermals lernen, daß die Intoleranz und der Fanatismus niemals eine Konfession, etwa die israelitische, ausschließt, sondern stets nur die eine begünstigt, und alle ausschließt. Die Gefahren der Intoleranz für eine, fallen daher immer wieder auf alle zurück. Prag, 21. Juni. (Privatmitth.) Gott sei Dank! Die Schreckenszeit ist vorüber! Es ist Ruhe, wenn auch nicht Ordnung zurückgekehrt in die alte Moldaustadt. Das Militär ist Herr der Stadt, die Regierung hat sich Gehorsam zu verschaffen, gewußt. Wir schwebten in unendlichen Gefahren. Auf die enge Judenstadt fielen Bomben und zündeten mehre Male, doch ohne um sich zu greifen.' Jndeß wollen wir die furchtbaren Tage gern erlebt haben, wenn dadurch der

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