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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-06-26 · Heft 27 (26.6.1848) · p. Seite 391

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 27 (26.6.1848)
Date
1848-06-26
Page
Seite 391 (sequence 7)
Language
German
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801 ] nicht gekommen' waren. . Zn.ihm war der Liberalismus als Idee vorhanden, aber nicht alsThat. Wir bedürfen aber einer reellen Unterstützung, und haben ein Recht darauf; ich meine nicht, allein Geldunterstützung,. sondern einer kräftigen Anregung und Anordnung, um in der großen Kette der geistigen und materiellen Momente eine würdige Stelle einzunehmen. Das alte Regiment hat das Zudenthum zwiefach bekämpft) durch Desorganisation und Bekehrung. Daß Letztere nichts Reelles vermochte, ist bekannt. Durch Erstere hat es ihm geschadet, denn das Judenthum in Preußen konnte keine, lebenskräftige Thatsachen produziren. Während das alte Regiment Alles, auch das Geringste, unter seine büreaukratische Obhut nahm und regierte, wollte es von der Existenz des Judenthums keine Notiz nehmen. Als es dies nicht mehr vermochte, als das neu entwickelte Judenthum sich ihm aller Orten bemerklich machte, hat es die Forderungen desselben durch Papier todt machen wollen. Cs wurde geschmiert, Berge von Akten ^- darüber ist es selbst unselig verstorben. Ich glaube, Herr Graf Schwerin hätte das Nichtsthun für das Judenthüm wieder von vorn angefangen. Warum hat er auf .Ihre, in die Sache sofort einschlagende Eingabe Nichts geantwortet, wahrend er den westphälifchen Lehrern, sofort Bescheid gab? Weil auf jene erhalte mit Bestimmtheit antworten müssen, während er die unklaren Forderungen dieser höflich mit Nichts bescheidenkonnte. Wir geben daher dem Ministerium Schwerin ohne Leidwesen den Abschied, und erwarten das Weitere. Fulda, 16. Juni. (Privatmitth.) Rasch schreitet die Zeit! Was man. 1847 kaum geahnt, ist 1848 bereits zur Thatfache geworden. Männer die früher geschmäht, verachtet waren, jte: sind plötzlich Lieblinge des Volkes, Stützen wankender Throne, geworden; während : hingegen. Andere unerwartet schnell von ihrer Höhe, von welcher aus sie die Geschicke, ganzer Staaten und Völker lenkten, herunter steigen.mußten. Kurz die Geschichte hat in wenigen Wochen einen Zeitraum von Jahrhunderten zurückgelegt. Aber auch dieallgemeine bürgerliche . Gleichstellung der Judendie bisher v erg eb ens van,. dem gesinnungstüchtig sten - jüdisch en wie christlichen Schriftstellern erstrebt wurde-, auch diese hatdieser großartige -politische Frühling.bedeutendzur Resse gebracht, , und hoffen wir, daß. durch ein Wort des. deutschen! Parlaments zu Frankfurt, auf das alle Augen blicken, alle Hoffnungen gerichtet sind, auch noch die letzten Schranken stürzen werden, die den Bruder vom Bruder trennen. Sie hatten ganz recht, geehrteste'r Herr Redakteur, wenn Sie in früheren Artikeln Ihres ebenso geschätzten, wie verbreiteten Blattes unsere Glaubensgenossen, die hin und wieder durch die jüngsten Ereignisse bedeutende materielle Verluste zu beklagen hatten, auf den außerordentlichen moralischen Gewinn, der uns aus der Erhebung der Völker erblüht und der jene Verluste bei Weitem übertrifft, tröstend verwiesen. Als Beleg dafür, wie sich die edelsten Männer der Sache der unbedingtesten religiösen Freiheit und Gleichstellung annehmen, möge Folgendes dienen. Der hiesige Volksrath, der sich unlängst aus den achtbarsten hiesigen Bürgern zur Vertretung aller Interessen des Volkes, sowol bei der Staatsregierung, als auch bei der konstituirenden Nationalversammlung gebildet hat, und der unter seinen Mitgliedern auch einen Israeliten zahlt, beschloß eine Adresse an das Parlament zu senden, zum Zw.ecke religiöser Gleichstellung im weitesten Sinne des Wortes, und beauftragte mit der Ausarbeitung dieser Schrift eines seiner Mitglieder, den freisinnigen und toleranten Geistlichen (Tugenden, die beiläufig gesagt die hiesigen Geistlichen überhaupt auszeichnen) Herrn Domkapitular vr. Malkmus, der sich dieser Aufgabe denn auch in der Abfassung beifolgender Adresse, die in öffentlicher Volksversammlung mit Entthusiasmus angehört, genehmigt und bereits gestern, an .den Ort ihrer Bestimmung abgegangen ist, auf's Schönste entledigte. Ich ersuche Sie dringend, dieselbe als ein Denkmal der Toleranz, der Freisinnigkeit und der Brüderlichkeit Ihrem geschätzten Blatte einverleiben zu wollen. L —n. „Hohe Nationalversammlung! Den in Deutschland zu Recht bestehenden Konfessionen, ist schon längst und wiederholt die Freiheit des Glaubens., des Gewissens und des Kultus verheißen und theilweise durch Slaatsgrundgesetze. feierlich garantirt worden. Gleichwol sind diese Zusagen bis auf den heutigen Tag nur ein leeres Wort geblieben und die darin zugestandenen Rechte vielfach.vorenthalten und verkümmert worden. Die.Staatsgewäll, die als Solche außerhalb, aller. Glaubensbekenntnisse steht und an sich über keines derselben irgend eine Autorität besitzt, hat sich

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