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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-06-12 · Heft 25 (12.6.1848) · p. Seite 359

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 25 (12.6.1848)
Date
1848-06-12
Page
Seite 359 (sequence 7)
Language
German
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359 ich ihm keine Autorität als Gesetzbuch zuerkenne, darüber habe ich mich wiederholt und öffentlich ausgesprochen. Man vergleiche hierüber meine in diesen Blattern abgedruckten Erklärungen über NW2N t>s und sbro ferner Prot, der dritten Rabb. Vers. S. 117, 121; 3) Warum ich bei meinen sabbatlichen Schrifterklarungen gerade über die genannten Speisegesetze mich ausgesprochen, dazu liegt der Grund klar vor, weil sie eben in der Tora Vorkommen, von den Talmudisten aber dem klaren Wortsinne zuwider sind gedeutet worden. Ueber fi&'iö i-nm findet der Anonymus mein unverholenes Urtheil in den Protokollen der dritten Rabbinerversammlung, S. 117. 4) Es wird nun erlaubt sein, nachdem ich die Ungegründetheit des Angriffs nachgewiesen, an den Ängreisenden eine Frage zu stellen. Warum verschweigt er seinen Namen? Ist er ein Engel? Hat er keinen Namen? Oder bedeutet der Dreizack (w), womit er aus dem faschen Elemente der Anonymität auftaucht, den falschen Ankläger? Ich weiß es nicht! Aber das weiß ich, daß es Unrecht und Feigheit zugleich in sich schließt, wenn Jemand aus dem Hinterhalte und mit verkapptem Visir die Gesinnungen Jemandens zu verdächtigen bestrebt ist, der mit seiner Meinung und seinem Namen offen hervortritt, ohne sich zu fürchten vor den Parteien rechts oder links. Leopold Stein, Rabbiner. Wien, 31. Mai. Der Finanzminister hat den österreichischen Staatshaushalt im Monat April 1848 veröffentlicht. In demselben figurirt: . „Judensteuer. 51,685 Fl." Die Märzereigniffe haben also diese Steuer auf die Religion, nein! aus eine Religion noch nicht zu vernichten vermocht, und die österreichischen Juden haben noch nicht die Kraft gefunden, auf Abschaffung dieser „Judensteuer" anzutragen. Die Juden bezahlen also jährlich 700,000 Fl. K. M. Steuer in Oesterreich dafür, daß sie den beschränkendsten Gesetzen, mitunter auch Plünderung rc. unterworfen sind. Ungarn. Guns, 16. Mai. Am 9. v. M. zogen des Abends einige Trunkenbolde, die man hierorts auch Zapfenfechter nennt, lärmend durch die Gassen, und zerschlugen an zwei den Israeliten gehörigen Häusern die Laternen und ein Gartengeländer.- Durch ein thätiges Einschreiten des hiesigen vom besten Geiste der Humanität und Toleranz beseelten Bürgerkorps unter dem Kommando des wackern Herrn Major Oskar Reichard und des im Dienste so rastlosen Herrn Hauptmanns Anton Tipka, und dem brüderlich vereinten Zusammenwirken der Nationalgarde, unter der Leitung des in jeder Beziehung äußerst umsichtigen Kommandanten Herrn Johann v. Pados wurde jenes projeklirte Manöver im Keime erstickt, und die Anführer in sichern Gewahrsam gebracht, um ihren kommunistischen Feuereifer auf diese Art bestens abzukühlen. Mit Ausnahme dieses einen, schnell unterdrückten Exzesses wurde die Ruhe und der Friede in unsrer Stadt bis zur heutigen Stunde, Dank dem loyalen Sinne unserer Bewohner, nicht mehr gestört. Ueberhaupt hat unsere Einwohnerschaft die Bedeutung der schönen Losungsworte „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" in ihrem ganzen Sinne erfaßt, und die fanatischen Gräuelszenen, wie Solche in unsrer Nachbarstadt und anderen Städten sich kund gaben, haben die allgemeine Entrüstung um so mehr hervorgerufen, als die hiesigen Israeliten durch ihren tadellosen Lebenswandel und oft bewährten WohlthätigkeitSflnn sich der gerechten Achtung erfreuen. Preßburg, 24. Mai. (Privatmitth.) Die Mitredaktionen des Altonaer Zionswächters, welche hier und in Neustadtel an der Waag ihre Büreaux hatten, wurden, seit den gräßlichen Verfolgungen, welche diese beiden orthodoxen Muttergemeinden erlitten, nachBöh i n g und Neutra verlegt — ob sie dort sicher sind? — Papa, im Mai. (Privatmitth.) Schade, daß die wiener ungarische Hofkanzlei, bei welcher die preßburger Juden Alles richten zu können sich schmeichelten, einging, sonst wäre sicher der Prozeß gegen Rabbiner Löw novisirt geworden. Letzterer findet es nämlich jetzt für zweckmäßig, öfters das adelige Kasino zu besuchen, währenddem der preßburger Rabbiner das beten läßt — und die Verfolgungen Preßburgs der Sünde zuschreibt, daß man Verbesserungen einführen wollte. Pefch, 27. Mai. (P. Z.) Von der öwöchentlichen Aktivität der mit Konskription der pesther Jsrae-

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