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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-06-05 · Heft 24 (5.6.1848) · p. Seite 340

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 24 (5.6.1848)
Date
1848-06-05
Page
Seite 340 (sequence 4)
Language
German
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340 Justizminister Bornemann eingereicht, um auch in diesem Punkte die Gleichstellung zu verwirklichen. Die allgemeine Aufhebung des Eides more judaico wird Gegenstand einer besondern Petition sein, da Zweifel obwalten, ob dieselbe, als Akt der Gesetzgebung, einseitig vom Ministerium ausgehen könne. Magdeburg, 30. Mai. (Privatmitth.) Die Reaktion gegen die Gleichstellung aller Konfessionen, also auch der Juden, beginnt jetzt von einem Theile auszugehen, in welchem sie zwar immer vorhanden war, der aber durch die Errungenschaften der jüngsten Zeit so gehoben worden, daß er in seinem eigenen Interesse die Verleugnung der Prinzipien nicht wieder vornehmen zu dürfen schien, wir meinen den Mittelstand der Bürgerschaft. Es liegen uns aus. verschiedenen Gegenden des deutschen Vaterlandes Schriften vor, welche dies bezeugen. Eine Schrift der Schneiderinnung von Leipzig donnert gegen die Gleichstellung der Juden; ein langer, in der Form sehr kräftiger Aufsatz in einer Zeitung zu Osterode „das Vaterland" spricht den Juden alle Zukunft ab; u. dgl. mehr. Wir hoffen, daß diese Jnvektiven gegen ein, nicht mehr abzuweisendes Prinzip, das bald in den meisten Ländern eine vollendete Lhatsache sein wird, keine nachhaltige Kraft haben werden. Das Bedürfniß nach Volksfreiheit ist zu stark, als daß es diese letzten Klippen nicht zermalmen sollte. Allein aufmerksam wollten wir doch darauf machen, damit ein Jeder in seinem Kreise dagegen wirke, was er vermöge. Dresden, 21. Mai. In den Vorlagen, welche die Regierung den sächsischen Kammern übergeben hat, ist der Juden nicht gedacht, und sie werden also in den drückenden Verhältnissen der Vergangenheit zurückgehalten werden. Hannover, 19. Mai. Der Regierungsentwurf nimmt das Wahlrecht und die Wählbarkeit „allen, die^nach gesetzlichen Bestimmungen nicht im vollen Besitze der politischen Rechte sind" — sind das die >Juden? Wir bitten um Antwort. Hannover, 27. Mai. Die zweite Kammer hat heute die zu den ersten Kapiteln des Landesverfassungsgesetzes vorgeschlagenen Abänderungen berathen; der wichtigste Gegenstand der ganzen Sitzung war -re Frage, in wiefern in Zukunft politische und bürgerliche Berechtigung an das Bekenntniß irgend eines Kultus geknüpft sein sollte. Der Kommissionsvorschlag sprach die Gleichstellung aller Kulte nicht definitiv aus. Hantelmann stellte daher den Antrag: „Die Ausübung der politischen und bürgerlichen Rechte ist von dem Glaubensbekenntnisse unabhängig, jedoch kann Niemand durch Berufung auf Glaubenssätze der staatsbürgerlichen Pflichten sich entziehen." Gegen diesen Antrag sprachen alle drei Minister; Lang vertheidigte denselben lebhaft und trug sicher durch seine klare Rede viel zu dem Resultate der Abstimmung bei, bei welcher der Antrag angenommen wurde. (W. Z.) Wien, 21. Mai. (D. A. Z.) Viel Sensation erregte heute eine von dem Prediger Barborsky im evangelischen Bethause über Psalm 137 abgehaltene Predigt, in welcher die sich namentlich in Betreff der Juden regende Intoleranz das Hauptthema bildete. Es erschien dies um so mehr an der Zeit, als vorgestern ein Aufruf, zum Angriff auf Leben und Eigenthum der Juden anreizend, verbreitet werden sollte, allein noch unterdrückt und dem durch einen besondern Erlaß des Zentralkomitö der Nationalgarde unter Anderm mit den Worten begegnet ward: „Die Juden sind nur das Durchhaus zu den Häusern, zu dem Besitz, zu dem Eigenthum, zu dem Leben aller anderen Bewohner der Residenz, und von den Juden geht es nach und nach über die anderen Besitzenden der Residenz." In Ungarn hat sich dies nur allzu sehr bewährt, und täglich laufen Berichte von Mord- und Raubanfällen ein, deren Reigen mit Judenverfolgungen eröffnet ward. Wien, 21. Mai. Die hiesige A. Oest. Ztg. enthält folgende „Aufforderung": „Die Drangsale, welche die Juden in der letzten Zeit an mehreren Orten erlitten, bestimmten Viele, ein Vaterland zu suchen, wo ihnen ungeschmälerte Menschenrechte verbürgt werden. Schon bilden sich Gesellschaften von Auswanderern in Pesth, Prag, Preßburg, Wien und anderen Orten. Diese werden von angesehenen Häuptern geleitet, und mit Geldmitteln durch Freunde der guten Sache kräftig unterstützt. Zum Ruhme muß man es ihnen nachsagen, daß Alle entschlossen sind, den Merkurstab, früher die einzige mögliche Stütze der Existenz, mit dem friedlichen Spaten zu vertäu-

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