Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 23 (29.5.1848)
- Date
- 1848-05-29
- Page
- Seite 334 (sequence 10)
- Language
- German
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die sich W Interesseder HumMtäk'chemühm, so Mt an's Ziel kommen wie diese) Der Bescheid, den die vom Magistrat empfohlene Deputation vom Ministerium erhielt, war, daß die hier ansäßigen Juden auch weiter im Besitz der Rechte bleiben, die das bisherige Gesetz Wen gewahrt. ^"«^! (Schluß folgt.) Korresponde«;. Die Gtschicht^ pfr jüdischrn Schulwesens. Von Eman u e l Hecht. /n-V (Schluß.) ' ‘ ' . Beim B i b e tun t e r r.i ch L e scheint man mit den Kindern in - der ältesten Zeit die Schöpfungsgeschichte — die 5 ersteri Kapitel. der Genesis — und die Opfer — die 8 ersten Kapitel des Levitikus gelesen zu haben, weshalb man auch diese in einem besondern Hefte abschrieb^ - Mit dem Stücke vom Anfänge des 4.B. Mosts bis 1V, 35. hat es eine andere Bewandtniß, es wurde als ein Buch ,für sich betrachtet; später aber begann man nur mit dem Levitikus, weil man wahrscheinlich die Schöpfungsgeschichte für zu heilig, hielt, um sie den Kindern vo rzutragen, las aber, wie es scheint, dieses Buch auch ganz. durch. So wird erzählt,. daß Hillel den zum Judenthumr'Abergehenden Heiden zuerst im Levitikus unterrichtete, nicht um die Priestergesetze' mitzutheilen, da ja über die Kleidung, das Lichtanzünden. im Tempel u. dgl. bereits im 2ten Buche vorkommt, sondern weil mit diesem Buche in späterer Zeit der Anfang gemacht wurde*). Nach dem Pentateuch kamen die Propheten, dann die Hagiographen, zuletzt die Mischna und ausnahmsweise Abschnitte aus dem Talmud. Um die Sidra TO*» sein zu können, mußte der Lehrer auch sorgen, daß seine männlichen Zöglinge die übliche Melodie auf Pentateuch *) S. Geigers Zeitschrift, 6. Bd., 1. Heft, 1847, wo Herr vr. Geiger folgende- Äuellen hierzu anführt: Baraita Gittin 60 s. j. Megilla 3, 1; Soferim 9, 1; Wajikra r. o. 7; Nissim 6. Jakob in seinem Geschichtsbuche 22, ech Amst., Tob. a. 6. Elieser in Beka, Tob. 116; Moses ben David Kimchi in Schekel Tob. eä. Münch. 130, 1; A. Z. d. I) 1838. Bll Beilage. 'No! 29, S. 118. und Haphtorot (tiid^b)' gehörig intoniren lernten. Auch bei den Uebersetzungen war eineglwiiffe Melodie, gebräuchlich. Wir finden dies auch bei anderen Völkern. So unterrichteten die Griechen ihre Kinder singend.' Und noch neulich wurde in England vorgeschlagen, alle Disziplinen singend einzüübm. So erzählt Ker Porter (Bibl. der Reisen B. 35, S. 556): „Der muhamedanische Kinderunterricht durch die Möllah's geschieht in einer Art von' Melodie, die nicht unangenehm klingt, wenn die Stimme gut ist und einen tüchtigen Triller schlagen kann, mit welcher der Awzaun schließt. Die schöne Ausführung macht Eines der H'aüptstücke des Ehrgeizes bei diesen' jungen Dienern der muhamedanischen Religion au's^ Die Unteclassung dieses Gebrauches der Melodie wird von unseren Alten mit den. Worten gerügt: iiribiri *nb*; itinif äba hsitpi ft»**« «ba «•niph 'ba TOitTarn ü)piri ib '^nn5 *»5« bin (Ezechiel 20). Hlese Melodien vertraten die Stelle der Unterscheidungszeichen. Es scheint nicht,, daß der Lehrer bei seinen Zöglingen gleich Anfangs viel auf Vecständniß gab, da die Maxime war: nälrr 'b'W nöb'’ öbisb, zuerst zu lernen und dann zu benken. Was der Lehrer aber erläutere, sollte deutlich, klar und nicht mißzuverstehen fein. „Seid gewarnt", heißt es in Picke Abot, „mit eueren Lehrern, sonst könnten in eurer Abwesenheit euere Worte verdreht und mißverstanden werden." Eine weitere Regel für den Lehrer war, sich der Kürz^.beim Unterricht zu bedienen nn'Lp ‘pn iTwbnb D'itt rapvöbi?b; dagegen mußte der Schüler stets aufmerksam sein, Inrrnö üiA miöri bis ■nnn ,bai tPöbVi swiai ‘pi* taiiv tötwü tos TOI bsb ta Vorzüglich sollte der Lehrer für häufige Wiederholung besorgt sein ünab Irwin, nrm 12^1 n?2ibn ."ILIP i^dri *nitw „Wer Etwas vom Lernen durch eigenes Verschulden-vergißt, der-verschuldet sein Leben. Auch soll man beim Unterrichte das Gesetz der Allmäligkeit und Gründlichkeit beachten. Wie mehreeinzelne Tropfen sich zu Flüssen und Strömen versammeln, so wenn man allmälig zu dem Anfangs Unbedeutenden täglich mehr lerne. Man gleiche nicht dem Unverständigen, der den Baumeister verspottet, welcher erst einen Liefen Grund gräbt, bevor er das Gebäude völlig aufrichtet. Werde dieser Unverständige den Bau ohne Grundlegung zu Stande bringen wollen, gewiß wird es ihm mißlingen. So sei es auch mit dem Unterricht. Man fordere vom Schüler nicht über dessen Vermögen. Wie Gott für alle Naturgegenstande bestimmte Zeiten und Grenzen bezüglich deren Entwickelung bestimmte und den