Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 23 (29.5.1848)
- Date
- 1848-05-29
- Page
- Seite 335 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3225551-3225575--09424-3237682- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
MnsthM Anfangs nur zum Genüsse der Milch, hernach zu immer gröberen Speisen befähigte, fo hätten die Gott nachahmenden Weisen auch bei Darreichung der geistigen Speisen gewisse Abstufungen nach Leichtigkeit UNd Schwere berücksichtigt und so durch gehörige Grundlegung den Kennfnißchurm biszüm Himmel aufgerichtet, von dem auch kein Schröllchen sich losreiße; ein so Herangebildeter habe unberllerbar.es'.Wissen.' 'E! irw *) •>« w ttip Kbn .VipVi -idsiTk *11255 im« n»ö «in pinb . Eigens für den, Bedarf der Kinder bearbeitete Leh rbücher' wawn deÄe bokhändeN7 -insbesondere -war: an kein systematisch geordnetes Religionsbuch zu denken. Man schöpfte aus den Quellen, aber freilich konnte dies wol nicht immer frisches, labendes Wasser und nicht hinreichend sein, den vollen Durst zu löschen. Das Familienleben, der lebendige Religionsunterricht, den Eltern und Lehrer durch ihre Handlungen gaben, ersetzten den schulgerechten. Mochte darum dem Schüler so Manches dunkel und unverständlich, Manches ganz unbrauchbar sein, — was fruchtete dem Schüler, der Unterricht in den Opfern rc. — im Leben sahen sie die Religionslehren geübt und übten sie sodann auf dieselbe Weise. Eine tiefe wissenschaftliche.Begründung.bedurfte es also nicht zu einer Zeit, wo die Unschuld und Unbefangenheit des. Glaubens noch nicht verloren gegangen, und das junge Geschäft, wie durch Gottesdienst, so durch fromme Uebungen im elterlichen- Hause zum Glauben und Thun geführt werden konnte. Erst als die Wissenschaft mehr auflebte und durch das Leben alle Punkte der Religion angegriffen wurden, Mußte man an einen umfassenden Unterricht denken. Auch konnte einem großen Theil der wesentliche Inhalt der heiligen Schrift, die israelitischen Ideen, -wie. sie in Bibel und. Talmud zu finden sind, nicht ftem^Äer schwer lM-ischaM i ftrn, M man sich oft lebenslang mit der Gesetzeserforschung beschäftigte und die Reichhaltigkeit deS Materials schon an sich theils die Form entbehrlich, . theils unmöglich oder schwer machte. Von Dem Jahre 1650 an erschienen zwar einige leichtfaßliche Schriften, Morallehren enthaltend, bald in der Form von Testamenten an Kinder und Angehörige, bald in Fabel und Dichtungen gekleidet, bald auch als eigene . •*).• -!vv.von zwar jüngern D attun s, istwelche Worte wir aber aus besonderen Gründen ^ler^el:^brmgen. Wir kommen später darauf zurück, da die Ansichten einzelner Kenner der spätern Zeit das Schulwesen nicht änderten. ~ Anweisungen zu einem sittlichen und i gottesfürchtkgen Leben, es ist aber nicht bekannt, daß diese zum Schutgebrauch oder überhaupt'für Kinder verwendet wurden.' Sv verfertigte R. Ascher ein etwas methodisch eingerichtetes Werkchen, NäNdii, betitelt, das wie Zunz in seinem neuen Werke >,Zur Geschichte und Literatur" S. 130 angiebt, in 131 kurzen Sentenzen besteht, die für 6 Wochentage eingetheilt sind. In den'ersten 24 §§. ist die Anrede in der 3. Person, in '§§. 25—26 sind die Anfänge alphabetisch. Die folgenden Satze beginnen fast sammtlich mit b« Du sollst nicht. Au ch R. Isaak ben Elieser <1460—1480), wie aus Zunz (ibid.) zu ersehen, hat ein moralisches Büchlein 15Y nach den Wochentagen in 7 Abschnitte eingetheilt, verfaßt. Mit diesem Büchlein wurde Häufig das von R. Jochoman Lucia verfaßte Werkchen, Wd'i'Im genannt, zusammengchrucktt.. Es enthaft Sittenlehren in kurzen' Reimen. " Vöü nün-an5 machkbdie AbNahtNe des Studiums, aus Gründen, die wivHalbaugebeü werden, leichtfaßliche, für den Laien und Anfänger bestimmte Schriften no.thwendig, die denn auch in reichlicher Zahl erschienen. Anzeiger. In demselben werken Annoncen aller Art gegen 1V« Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Raum sowie literarische, merkantilen^»: Beilagen ausgenommen. Die Verlagshandlüng. B a £ * it z. Die Hiesige Gemeinde beabsichtigt einen musikalisch gebildeten Kantor, der zugleich Schächter ist, sofort: anzuftellen. Diejenigen Kandidaten, die sich um diese Stelle bewerben wollen, müssen glaubwürdige und gute Zeugnisse über, ihre Befähigung zur Uebernahme eines solchen Posten beibringen, und erfahren die näheren Bedingungen sowol persönlich als auch auf portofreie schriftliche Anfragen bei Unterzeichnetem Vorstände. Pleß in Oberschlesien, im Mai 1848. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. F. Muhr. F. S. Kohn. C. Horwitz. Ein unverheiratheter, examknirter Lehrer, der bereits zwölf Jahre im Amte ist, sucht auf September d. I. eine Stelle als Lehrer,. Kantor und . arrnü. Nähere Auskunft ertheilt unter portofreien Briefen L. K. N 5890 die Redaktion dieser Zeitung.