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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-05-22 · Heft 22 (22.5.1848) · p. Seite 318

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 22 (22.5.1848)
Date
1848-05-22
Page
Seite 318 (sequence 6)
Language
German
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81$ Ans Württemberg, 9. Mai. Von vielen Lesern Ihres geschätzten Blattes habe ich oft schon Äußern hören, daß es sehr zu wünschen wäre, daß auch mehre Christen Ihre Zeitung lesen sollten. Einsender giebt sie an manche einflußreiche Männer derselben unentgeltlich, damit die darin niedergelegten Ansichten über Israeliten auch in diesen Kreisen bekannt und verbreitet werden. Erfreulich ist es aber, daß seit einiger Zeit der „Beobachter^, ern württemb. Volksblatt, öfters Aufsätze daraus wörtlich wiedergiebt, oft auch seine Bemerkungen, immer im humansten Sinne, beisetzt. So ist in der gestrigen No. unter der Aufschrift „Judenemanzipation" der in Ihrer Zeitung vom 17. v. M. befindliche Artikel -über das Ministerium „Einhorn" getreu abgedruckt. Bei den stattgehabten Volksversammlungen Behufs der Wahl zum deutschen Parlament wurde.fast überall der Wunsch, daß die Juden den übrigen Staatsbürgern gleichgestellt werden mögen, ausgesprochen. Unsers Wissens ist es nur an einem Orte vorgekommen, daß der Bewerber sich, um die Volksgunst zu erhalten, gegen die Juden und den Adel ausgesprochen. Sonderbar, daß Männer, die sonst den Juden allen Adel des Geistes absprechen, ihn, um ihrem Ehrgeiz, ihrem Stolz und ihrem Eigennutz zu stöhnen, mit dem Adel zusammenstellen. Werden solche Männer wol die Freiheit vertreten können, wenn sie selbst noch so unfrei sind? — Bei einer Volksversammlung in Günzburg, die in Folge eines Aufrufs des Herrn Professor Häßler aus Ulm dort abgehalten wurde und.der.auch der bei dem 56er Ausschuß befindliche „Paur" aus Augsburg anwohnte, trat auch Herr Prediger Hochheimer aus Jchenhausen als Redner auf; er sprach nur kurz, ober so schön und klar, so zu Kopf und Herz der Anwesenden, so eindringlich für die Rechte der Israeliten,-von dem Fortschritte, den sie überall gemacht, von der Liebe und Treue, mit der sie ste-ts dem .Vaterlande anhingen, von der Verkennung, die ihnen so.oft geworden und noch wird, und von. der Hoffnung, daß endlich die Zeit erschienen sein wird, in der man Atiemanden seines Glaubens wegen zurücksetzt, daß Alle tief ergriffen wurden. Viele Bürg er Günzburgs .gingen zu den anwesenden Israeliten und drückten ihnen brüderlich die Hand. Der Redner wurde von Herrn Päur. zu einer Versammlung nach Augsburg geladen und ihm die Versicherung gegeben, daß er sich gewiß warm der Rechte der Israeliten annehmen werde. — Wien, 10. Mai. Das soeben erschienene Wahlgesetz für die österreichische Ständekammer hebt jeden Unterschied der Konfession in Bezug auf Wahlrecht und Wählbarkeit auf. j Frankfurt, 4. Mai. „Neben den großen deutschen Angelegenheiten beschäftigt unsre hiesige Bürger¬ und Einwohnerschaft in diesem Augenblick nichts mehr, als eine Revision unsrer Verfassung. Man will aus dem Hauptgrundsatz unsrer Konstitutionsergänzungsakte : „Alle de.r Stadt Frankfu-rt zustehenden Hoheit s- und S elbstverw altungsrechte beruhen in ihrem weitesten Umfange auf.der Gesammtheit ihrer christlichen Bürgerschaft" endlich eine Wahrheit machen." So heißt es im Fr. I. — von der Gerechtigkeit gegen die Juden ist nicht die Rede! Krefeld, 8. Mai. (Privatmitth.) Wir erlauben uns anliegend eine vor einigen Lagen von der hiesigen Lchrerkonferenz an das Kultusministerium abgegangene Petition zur gütigen Aufnahme in die Zeitung des Judenthums zuzusenden, indem durch deren Veröffentlichung die Lehrer anderer Gegenden zu ähnlichen Schritten sich bewogen fühlen möchten, die von allen Setten und gleichzeitig gethan, eher zu einem erwünschten Resultate führen würden. Der Verfasser dieser Petition ist unser würdiger Oberrabbiner Bodenheimer. Sie lautet: Krefeld, den 5. Mai 1848. An ein königl. hohes Kultusministerium zu Berlin. Des Königs Majestät haben durch die denkwürdigen, in der Geschichte unsers Vaterlandes Epoche machenden Proklamationen gleiche bürgerliche, und politische Berechtigung für alle im Staate lebenden Konfessionen ausgesprochen und somit baß eine förmliche Jsolirung der fsraelitischen Gemeinden erzeugende Gesetz, über die Rechtsverhältnisse der Juden .vom 23: Juli 1847, das schon seinen Lodeskeim in sich trug, zum Glücke, der Bethettigten außer Kraft gesetzt. In. diesem freudigen Bewußtsein, daß .endlich einmal die Scheidewand gestürzt, die in politischer Beziehung bis jetzt den Menschen vom Menschen, den Bruder vom Bruder, den Vaterlandsfre.uud vom Va,

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