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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-04-17 · Heft 17 (17.4.1848) · p. Seite 252

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 17 (17.4.1848)
Date
1848-04-17
Page
Seite 252 (sequence 8)
Language
German
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252 berücksichtigt ist. Gewiß wird der Herr Dr. Philipp, son seinem versprochenen Wegweiser zum Religionsunterricht auch einen Anhang über die Behandlung der jüdischen Geschichte in den Religionsschulen beifügen*). Ueberhaupt da ich' einmal bei den Schulbedürfnissen bin, kann ich den langst gehegten Wunsch nicht unterdrücken, daß die Pädagogik auch bald ihre Vertreter unter den jüdischen Philologen und Philosophen finden möge. Es ist dies zwar ein bescheidenes Gebiet, aber die Zeit rückt immer näher, wo sich alle Geistliche aus demselben werden bewegen müssen. Bützow (Mecklenburg), 6. April. (Privatmitth.) Auch in Mecklenburg ist für unsere Glaubensgenossen die Morgenröthe der Freiheit am politischen Horizonte angebrochen und somit der letzte Rest der mittelalterlichen Finsterniß verscheucht. Außer den um bürgerliche und politische Gleichstellung der Juden Mecklenburgs fast von allen Städten dieses Landes an den Großherzog Mangten Wünschen, sprach sich auch die zu Güstrow am 2. April d. M. Behufs Berathung über die an den bevorstehenden Landtag zu stellenden Vorschläge abgehaltene Versammlung von Deputirten aus allen Städten Mecklenburgs für die Annahme der dritten Propositon, welche lautet: „Gleiche Berechtigung aller Konfessionen", mit Akklamation aus. Demnach unterliegt es keinem Zweifel, daß auch die Juden Mecklenburgs vollständige Emanzipation von Regierung und Ständen erhalten werden. Wie hoch und warm muß nicht die Brust eines jeden Israeliten über die überall sich kundgebenden erfreulichen Sympathien des deutschen Volkes für die heilige Sache unserer Glaubensbrüder schlagen! Noch wenige Wochen — und das Absonderungssystem, das Jahrhunderte lang, wie ein drückender Alp auf Israel lastete, und dem man das Prinzip des „christlichen Staates", als rechtfertigenden Vorwand, unterschob (dem freilich das der „christlichen Liebe" widerspricht) ist zu Grabe getragen. Zeugniß davon legt gegenwärtig auch Mecklenburg ab, indem aus einigen Stadien dieses Landes, wie z. B. Güstrow und Goldberg, zu städtischen Deputirten für die oben gemeldete güstrower Versammlung auch Juden ernannt wurden. Aber auch *) Allerdings und ganz besonders: denn welche Geschichte lehrt mehr Religion, als die Geschichte Israels, und was anders lehrt sie? Redakt. zum großen Ruhme für die israelitische Bevölkerung Mecklenburgs kann es gesagt werden, daß sie eifrig thätigen Antheil an den Würgerversammlungen und der Bürgerbewaffnung nimmt, und somit sich der Achtung und Liebe ihrer christlichen Mitbrüder auch durch die Thal würdig beweist. So sind hier in Bützow fast alle jüdischen Gemeindeglieder freiwillig unter die Bürgergarde getreten, worunter sogar hochbejahrte Männer. — Sehen wir nun vertrauensvoll dem Resultate des am 26. d. M. zu Schwerin beginnenden Landtages entgegen! 8. W. Magdeburg, 12. April. Die erste Kammer der hannover'schen Stände hat einen Adreßentwurf beliebt, in welchem der Passus vorkommt: „die Gleichstellung der politischen Rechte für alle christlichen Glaubensbekenntnisse wie für die nicht-christlichen, so weit deren Religionsgrundsätze nicht entgegenstehen" — eine neue Erfindung der Aristokratie, um sich noch ein Hinterpförtchen offen zu lassen. Wie lange sie in Hannover ausreichen wird, müssen wir sehen. — Die wiener Universität hat Abgeordnete nach Frankfurt gesendet, worunter Kuranda, und eine Deputation zur Schließung des Reichstages, an deren Spitze als Sprecher Ludwig Frankl. Krefeld, 9. April. (Privatmitth.) Zufolge eines Rundschreibens des hiesigen Herrn Oberrabbiners hat am 2. d. M. in allen Synagogen des Sprengels ein Trauergottesdienst für die am 18. und 19. v. M. in Berlin gefallenen Brüder stattgefunden. Es freut uns sagen zu können, daß diese Feier, im Bewußtsein der uns erwachsenen Freiheit, auch in den^kleinsten Gemeinden in angemessener Würde vor sich gegangen und überall nach Inhalt des Zirkulars zur Unterstützung der Wittwen und Waisen der Gefallenen Sammlungen veranstaltet worden. Magdeburg, 14. April. So wird denn die Gleichstellung aller religiösen Bekenntnisse auch in Deutschland fortan ein unerschütterlicher Grundsatz sein. Tritt nun dieselbe in zwei Momenten auf: 1) als bürgerliche Gleichstellung aller Religionsbekenner und 2) als Gleichstellung aller Kirchen, also auch der Synagoge, so haben wir vorläufig das erste Moment zu verfolgen, bis erst die Stellung der Kirchen überhaupt zur Sprache kommen wird. Das Vorparlament

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