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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-04-03 · Heft 15 (3.4.1848) · p. Seite 231

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 15 (3.4.1848)
Date
1848-04-03
Page
Seite 231 (sequence 13)
Language
German
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231 geführt ist, ebenso scheinen die Beweise der tugendhaften Anna etwas! weit yergeholt zu sein. : Ebenso trefflich, in mancher Beziehung noch besser, ist die zweite Arbeit Jlluminata und Neromana. Obschon wir mit dem Titel nicht ganz einig sind, da füv Jugendschriften die einfacheren sich besser eignen, so hat uns der Inhalt mit dieser kleinen Rüge sehr schnell und vollkommener versöhnt. Es leuchtet in dem Ganzen eine jugendliche Frische, eine gesunde Auffassung der bestehenden Verhältnisse und eine klare Anschauung von Recht und Unrecht, und die tiefste und schönste Moral. In die Einzelnheiten dieser Arbeit habe ich nicht nöthig weiter einzugehen, weil, wie schon bemerkt, die Tendenz der ersten gleicht. — Wir kommen nun auf das Gesagte zurück, daß dem Beispiele der Verfasserin dieser pädagogischen Wahrheiten mehr folgen werden, folgen müssen, wenn dem Uebel der schädlichen Lektüre der weiblichen Jugend gesteuert werden soll. PH. Korrefpon-enze«. Lübbecke, 16. März 1848. Lehrerkouferenz. Die Rührigkeit und Regsamkeit unter den Mitgliedern unsrer Konferenz ist eine sehr erfreuliche Erscheinung, und berechtiget zu den schönsten Erwartungen. Inzwischen dürfte es doch wol an der Zeit sein, vor dem leicht sich einschlekchenden größten Feinde aller wahren Fortbildung — dem Dämon der Selbstüberschätzung — allen Ernstes zu warnen. Die Konferenz darf sich durchaus nicht verhehlen, daß sie sich immer noch im ersten Stadium ihrer Entwickelung befindet, und daß sie noch manche Phase zu durchlaufen haben wird, bevor sie sich auf demjenigen Standpunkte befindet, auf welchem sie stehen sollte. Wer dieses mit mir anerkennt, der wird auch zugeben müssen, daß die Anforderungen der Konferenz an jedes einzelne Mitglied derselben progressiv gesteigert werden müssen und 'zwar in dem Grade, als der Gegenstand ernst und von hoher Bedeutsamkeit ist. Den ersten Rang muß unstreitig das Studium der biblischen Exegese einnehmen. Daß gerade auf diesem hochwichtigen Gebiete unter den jüdischen Lehrern oft die größte Unwissenheit herrscht, wirdwol kein'Redlicher bestreiten wollen. Es kann indeß: nicht unsere AbL sicht sein, die trübe Quelle dieser Unwissenheit aufzudecken; aber dem Uebelstande möglkchst!-abzuhelfen erachten wir als eine heilige Pflicht. Da wir nun-"bei der theilweisen Unzulänglichkeit und Unzugänglichkeit der alten jüdischen Kommentatoren, das - Philippson'sche Bibel werk für unfern Zweck als das angemessenste Nnd trefflichste erachteten, so haben wir uns als Vertreter dev Interessen der Konferenz wegen des Kostenpunkts an den Herrn Herausgeber gewandt. Dieser hat der Konferenz denn auch eine Offerte gemacht, die ihm zur Ehre gereicht, und wofür ich hiermit Namens der Konferenz meinen wärmsten Dank ausspreche, überzeugt, daß das noble Anerbieten-des Herrn vr. Ph. bei der ganzen Konferenz die wohlverdiente Anerkennung finden wird. (Ueber die beantragte Herausgabe eines Handbuches rc. für Lehrer hat Herr Ph. sich bereits ausgesprochen.) Ein zweiter nicht minder beachtenswerther. Punkt ist die Einführung einer gleichmäßigen Syuazogen ord nun g im ganzen Konferenzbezirk.- Die Durchführung dieser Maßregel wird bei der-nahe bevor?, stehenden Organisation der Gemeinden gewiß keine Schwierigkeiten haben, und soll daher gleichfalls Hauptgegenstand der Besprechung werden. ■ : Mit Bezugnahme auf die '6. Konferenz erlaube ich mir noch-folgende Bemerkungen. : ... 1) Unser Gesangmeister hat hinsichtlich der getroffenen Wahl der Lieder seine Aufgabe befriedigend gelöst; möchten nun die Sänger auch se i n e n Erwartungen entsprechen. .; j - 2) C. und S. haben bereits recht' brauchbare Bei^ träge zu der übernommenen Arbeit eingesandt, und hoffen wir, daß der Konferenz die^ganze Arbeit wird, vorgetegt werden können. ' . 3) La Lemaiue israelite, von Crehünge für jüdische Pensionäre in Frankreich geschriebenist auch jüdischen Pensionären in Deutschland als treffliche -religiöse Lektüre zu empfehleninsofern die Wahrheiten; der Religion in einem fran z ö si schen Ge w a n d e für Manchen mehr Anziehendes haben sollten; eine Uebersetzung in's Deutsche, wie es früher Projekt der Konferenz war, scheint nach unsrer Ansicht kein sehr verdienstliches Un* ternehmen zu sein. 4) Leesers hebräisches Sprachbuch befindet sich bereits unter der Presse. Wir hatten vor einiger Zeit-Gelegenheit, -den ganzen ersten Theil im Manuskript durchzugehen, und können unsere früher ausgesprochene Ansicht

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