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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-04-03 · Heft 15 (3.4.1848) · p. Seite 230

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 15 (3.4.1848)
Date
1848-04-03
Page
Seite 230 (sequence 12)
Language
German
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230. Cösliy. Eine recht körn L ge. .Rede, die freilich an einen gar zu oft benutzten .SprachJesch.: 2,r 5»-: anknüpft: das Judenthum ist die Religion.des..Lichtes, weil, sie eine; reine Lehre. von Gott giebt, den Menschen im Ebenbilde Gottes hinstellt, und .die Liebe zum Gesetz macht.! Hingegen müssen wir es als. einen a r gen M ißg ri ff r ü g en, -wenn der Redner seine zwei Konfirmandinnen dreimal durch /-Ja" betheuern! laßt — daß sie sich ihrer Religion nicht, schämen wollen. Es hat dies - so etwas Widerliches, Undelikates und Unästhetisches, daß wie,..offen, gesagt,, nicht begreifen, wie der Perf. dazu gekommen.. Und hierbei noch .das Unlogische : sie sollen das Jscaelitenthum zeitlebens achten, sollen an den öffentlichen .Andachtsübungen Theil .nehmen, sollen nach den Grundlehren des Jsraelitenthums denken und handeln — warum? — um so zu beweisen, daß sie sich desselben nicht schämen. .-7- Defftru , im- März. Zwei Erzählungen für die reifere weibliche Jugend von Henriette Arnheim. Leipzig 1844, bei Heinrich Hunger. Die A. Z. d. I. ist das Organ für alle Interessen, die im Jsraelitenthums sich bewegen,, , sie darf das Feld der Pädagogik, das die Menschheit angeht,^nicht ausschließen. Sie darf es nicht uyd hat es nie gethan. — Sie. hat sogar unsere Jugend- Lehrer aufgefordert, dieses Gebiet mit etwas mehr Energie, als es bisher geschehen, zu betreten. Ob dieser Aufforder.ung, genügt wurde, wir möchten es fast bezweifeln. Viele, denen es an Talent nicht fehlte, etwas Tüchtiges zu leisten, ha.ben den Lohn dieser Mühe zu gering, die Anerkennung zu unbedeutend gefunden; Andere wieder mit weniger Befähigung traten kühn hinaus und gefielen sich in Wiederholungen, die den Zweck verfehlten, sie waren wol. wiederkauend, hatten aber keine gespaltenen Klauen und . waren deshalb ungenießbar. — So giebt es unter dm Israeliten eine Unmasse von Lehrern und Erziehern, >über die rechte Basis fehlt -—das Grundelement, die Wissenschaft der Pädagogik. Wenn wir auch im gegenwärtigen Merkchen, von einer israelitischen Verfasserin, nur eine einfache Lektüre bemerken, so gewinnen wir auf besprochenem Felde ebenso viel, als wir in größeren Werken vermissend Diese einfache Lektüre ist der weiblichen Jugend gewidmet, den Mädchen vom 11. bis zum 15. Jahres Nichts bildet die weibliche Jugend mehr als die leitende Hand der Mutter und eine gesunde Lektüre. „Die Pensi'onsanstalten für Mädchen sind mir in der Seele zuwider" sagt einmal der berühmte Steffens in seinen psychologischen Vorlesungen,; und. gewiß nicht mit Unrecht. „Den Knaben, erzieht die Welt, die Tochter bildet der-Mutter Geist" -konnte mit demselbenRechte ein Jean Paul ausrufen und mit/solchen-Männern geistig Hand in Hand zu gehenist schon ein edles Bestreben einer jungen Schriftstellerin. /-Das. erste geistige Erzeugnis derselben-bürgt uns den guten kräftigen Willen und die sichere That, denselben in Ausführung zu bringen. Es ist in der That g efä h rl ich, derweibllchen Jugend gewiß, in der Lektüre für dieselbe nicht vorsichtig zu sein. Bälb wird durch dieselbe das Gemüth so angeregt und aufgeregt, ' daß es in einer ewigen Abspannung, in einer nervösen Gereiztheit sich befindet und es ist also'eine belohnende Aufgabe, die sich die Verfasserin gestellt, durch zwei Erzählungen, wenn auch das Thema der Erziehung hierdurch nicht erschöpfend,, wenigstens den Weg zu bahnen, welche Bücher die liebende Mutter der geliebten Tochter zu übergeben hat. Es ist hierdurch der Weg gebahnt worden, weil wir glauben, daß.hinfort Mehrere, denen es um die Angelegenheit der Erziehung ernstlich zu thun ist, diesem Beispiele folgen werden, um Lektüre zu schaffen, die belehrend und unterhaltend zugleich ist. Solche Bücher werden Religionsbücher, die der Staat hervorzurufen und zu erzeugen Hat. Die Meisten dieser Novellen Und Novelletten enthalten, wie die Verfasserin mit Recht behauptet, verborgene Gifte, die früh oder spät den Tod bringen.; Die erste dieser Erzählungen, „die heilsame Täuschung", stellt uns mit ganz einfachen Farben die hervorstechendsten Fehler der weiblichen Jugend dar. Eitelkeit mehr auf Aeußerlichkeiten beruhend, Eitelkeit mehr von der geistigen Seite aufgefaßt und die stillsich übende und von der Wohlthätigkeit und echten Humanität belohnte Tugend. Die ganze einfach und ohne Uebertreibung sich entfaltende Geschichte ist in einem dem Inhalte entsprechenden Style gehalten, der nirgends breit noch schwülstig, vielmehr gefällig genannt werden kann. ' Vor Allem sind es die Briefe der Mädchen, die wirklich musterhaft die verschiedenen Charaktere malen, nach dem Grundsätze Buffons: „Le style c’est l’liomme.“ Die Zitate sind richtig gewählt und paffend angebracht. Selbst eine bei solcher Tendenz schwierig sich entwickelnden Spannung haben wie nicht zu vermissen geglaubt;- nur schien es uns als ob der Charakter der schwachen Mutter die^ ser Töchter nicht klar genug und immer konsequent durch-

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