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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-04-03 · Heft 15 (3.4.1848) · p. Seite 227

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 15 (3.4.1848)
Date
1848-04-03
Page
Seite 227 (sequence 9)
Language
German
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227 er auch dieses Streben in etwas ungelenke Manifestationen einkleidet- Herrn Holländer zum steten Widerpart hat; r anstatt daß Beide sich vereinigen sollten, den indieser: Gemeinde wachgewordenen reformatorischen .Geist zu pflegen und mit Nutzen anzuwendem- ' Die Gemeinde zu Gleiwitz besitzt in der Person des Herrn Goldstein einen tüchtigen Lehrer, welcher es' versteht,' der seiner Leitung anvertrauten Schule mit vielem Geschick unb reger Umsicht, vorzustehen. Wie wir hören, soll Liese Gemeinde/ die seit Jahren berathene Rabbinerwahl endlichge/chloffen haben, und vr. .Kirschseld. '.inWollstein/'.wsrd ,öl§. derdestgnirte Seesenhirt genannt. Obgleich seine oratorische Befähigung stark m Zweifel gezogen wird, so wollen w,ir mit den Wählern wenigstens hoffen, daß er ein pädagogisches .'Talent ist, um dadurch einen Wirkungskreis zu bekommen. Denn in seinen literärischen Arbeiten kann man die Frage: „ob Schrift oder Geists leider nur dahin/beantworten, daß wol viel Schrift aber wenig Geist anzutreffen ist. — In der Gemeinde zu Oppeln besteht die Schule schon seit langer Zeit, und. dem dortigen Lehrer, einem Nestor seines Faches — er hat .vor einigen Jahren sein, fünfzigjähriges Lehrerjubiläum gefeiert' — ist seit sechs Monaten Herr Stadthagen beigegeben , welche Beide, unter Mitwirkung des dortigen Rabbiners, der den Religionsunterricht besorgt, sich bemühen, auf jede mögliche Weise Vorschub der Schule zu leisten. — Die Schule zu Zülz ist seit diesem Winter verwaist. Die Gemeinde kann sich nicht sofort entschließeneinen Lehrer anzustellen , weil sie mit Recht befürchtet, nicht sobald Jemand zü finden, der dem Verblichenen ein würdiger Nachfolger werde. Herr Jakob Fränkel ist ein Opfer seines Berufes geworden. Bon dem. frühesten Morgen bis spat in die 'Nacht arbeitete,er, in.seinem Amte mit einem Eifer und mit einer Anstrengung, die ihn äufreiben mußten. SeinAndenken wird von allen Einwohnern der Ssadt mit Liebe bewahrt. Wir könnten noch andere Gemeinden aufzählendie eigene Elementarschulen besitzen, mir schweigen aber, weil wir noch nebenbei Etwas zu berichten hätten, das die Oeffentlichkeit nicht gut verträgt, und wir vertrösten uns mit der Aussicht, daß mit der Einführung des -neuen Gesetzes, auch jene'Schulen eine .Umgestaltung erfahren werden. - - ,;'\7 7';;7 Uv gar». Preßburg, 19 März. Nach einem einstimmigen Beschluß beider Tafeln sollen Hinfort alle Kirchendiener ohne Unterschied der Religionen' vom' Staate besoldet und die Religionen selbst ''gleich" berechtigt werden. — Neben dem Jammer der Aristokraten Und Hierarchen, sagt die Breslauer Zeit.'/ schreien auch die Spießbürger über die angekünvigte'Jüdenemanzipation. v’ Schweden. Stockholm, im Februar. Endlich'ist die Judenfrage auch vor den Reichstag gebracht, nicht, .wie man voraussetzte; von' der Regierung, sondern vom Äbg. Palmärder der-Regierung daraus einest Vorwurf macht, um nicht vre Sache wieder auf drei Jahre verschleppt' zw''sehen. ' Jndeß ist es, ohne Mitwirkung der Regierung, doch sehr fraglich, ob Erfolg zu erwarten sei. J ' ,;- Rußland. :Minsk, 10? März. (Privütmitth,> Mer der hermetischen Verschlossenheit Rußlands/' die höchstens Ukase und Ministerralbenchte bekannten Charakters zu uns gelangen läßt, nehmen unsere Lese)/ wol jeden Brosamen entgegen/ der Uns zukommt. 'Redakt.j - Unsere'Stadt erfreuet sich seit einer Woche der Gegenwart des hochgeehrten Rabbiners zu Wälössin, Herrn Jzchak, der seit 1843, wo er vorn Minister der Volksaufklärüng nach Petersburg berufen wurde, sich noch einen größern Namen unter allen Rabbinen unfers Bezirks — "worin'wir Gott fei Dank keinen Mangel leiden erworben hat. Er wurde nämlich von den hiesigen Notabilitäten der Gemeinde, an deren Spitze die Herren Ä. Lurie uüd'S. Rapoport stehen, eingeladen, um sich in Gemeinsachen Raths zu erholen. - Der Mann/ ein Greis ston circa 70 Jahren^ verdient allgemeine Achtung durch' sein" emsiges' Bestreben, trotz seiner ungünstigen Üinstanve, die von seinem Vater, dem weitberützmten Rabbi H errn Chaim, gegründete, feit einem halben Jahrhunderte bestehende Jeschiba aufrecht zu erhalten. Diese Jeschiba, die bekanntlich in unsrer Gegend dest Gegensatz zum Chafidismus bildet und über 100 Schüler zählt, erfreuet sich seit ihrer Entstehung der allgemeinen Achtung und 15*

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