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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-03-27 · Heft 14 (27.3.1848) · p. Seite 213

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 14 (27.3.1848)
Date
1848-03-27
Page
Seite 213 (sequence 11)
Language
German
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213 Hingegen soll die Wegtreibung der Juden, welche in einer ähnlichen Entfernung von der russischen Grenze stattsinden sollte, aus dem Grunde nicht geschehen, weil die Grenzlinie zwischen Rußland und Polen in nicht langer Zeit aufgehoben werden soll. Diejenigen Juden, welche sich einer neuen Defraudation oder einer andern Beeinträchtigung des Schatzes schuldig machen, sollen jedoch ohne Weiteres 3 Meilen von der Grenze versetzt, und im Wiederholungsfälle depo rtirt werden. —. (Unsere Leser werden sich erinnern, daß wir stets diese Austreibung aus den 50 Grenzwersten für unausführbar erklärten. Man will nur in 8U8p6ns<> halten, was man nicht geradezu ausheben will. R ed.) Korrespondenz. Pesth, 29. Februar. Monatsbericht. (Schluß.) Der ärztliche Stand ist bisher der einzige, der dem ungarischen Juden in der Wissenschaft offen steht. Doch sucht Brodneid und Judenhaß ihn auch hier möglichst zu beschränken und zu chikaniren. Von dem Gesuche, das zu diesem Zwecke die hiesige medizinische Fakultät bei der h. Statthalterei einreichte, wie auch von dem ärgerlicher Vorfall in Kaschau wurde bereits in diesen Blättern berichtet. Ein noch ärgerer Skandal erregt jetzt im baranyer Komitat allgemeines Aufsehen. Die christlichen Aerzte und der Apotheker in D—B—y haben sich verschworen, den mit allgemeiner Beliebtheit und Anerkennung praktizirenden vr. B...H zu stürzen; jene, weil ec ihnen viele Kunden entzieht; dieser weil Herr B. als Homöopath die Apotheke selten in Anspruch nimmt. Als Mittel zur Ausführung des höllischen Komplottes werden angebliche Vergiftungen, nein auch das nicht! — angebliche Vergiftungs anerbietungen ausgefprengt und bei den höheren Komitatsobrkgkeiten anhängig gemacht. So soll er vor 6 Jahren einer Müllerin den Antrag gemacht haben, für 50 Gulden ihren Mann zu vergeben. Und der Müller ist noch heute gesund und stark! Und der Müller und die Müllerin lassen sich noch heute ausschließlich von Herrn B. behandeln, obwol sie jetzt nicht mehr in D—B—y, sondern in Fünfkirchen, dem Hauptorte des Komktats wohnen und in ihrer nächsten Nähe mehrere andere Aerzte rufen könnten. Noch einige Gerüchte ähnlichen oder noch viel schwächern Kalibers werden angewendet, um in den guten Ruf des Herrn B. Bresche zu schießen und ihn unter den Trümmern desselben zu begraben. Eine wirklich unternommene Vergiftung wird nicht einmal behauptet. Die angeblichen Anerbietungen scheinen grundfalsch. Eine gerichtliche Untersuchung — auf die Herr B. unaufhörlich dringt — wurde noch immer nicht vorgenommen. Sämmtliche benachbarte christliche Gemeinden, die Geistlichkeit, die Grundherrschaften u. s. w. schicken ihm die glänzendsten Zeugnisse über seine glückliche Praxis, feinen Charakter, seinen tadelfreien Lebenswandel u. s. w. Und doch hat man bereits kurzen Prozeß gemacht und dem Familienvater, dem Vater von sechs Kindern, wird ohne alles Verhör und gerichtliche Prozedur die Praxis verboten und so gewissermaßen ihm und den Seinen der Lebensfaden abgeschnitten. Und die ausländische „Broschürenschmiede gegen Oesterreich" und die inländischen Bösmäuler klagen: In Oesterreich und auch in Ungarn gehe die Justiz einen Schneckengang! Eitle Verleumdung! Versucht es nur und bringt bei gewissen ungarischen Obrigkeiten eine judenfeindliche Klage an, ihr werdet die schnellstmögliche Erhörung und Vollstreckung finden! — — Die eperieser Sparkasse beschloß in ihrer jüngsten Generalsitzung: bei der nächstvorzunehmenden Wahl eines neuen Kassiers keinen Religionsunterfchied zu beachten, um so mehr, da das ganze Institut schon jetzt so liberal, daß der Präses — Katholik, der erste Direktor — Protestant, der zweite — Israelit. Auch hat — wie sich der Präses ausdrückte — das Institut nur mit Ziffern zu thun, die doch weder katholisch, noch protestantisch, noch israelitisch sind, sondern — arabisch. Bei der Verkehrtheit der Ansichten, die in dieser Beziehung bei uns noch allgemein herrscht, ist es recht erfreulich, einzelne Individuen und Institute zu Vernunft gelangen zu sehen.-Allgemeinen Gegenstand des Gespräches bilden jetzt hier die reichen Spenden und Stiftungen, welche im Laufe d. M. ein hiesiger, bisher nur als reicher Getreidehändler bekannter Israelit verschiedenen Individuen und Instituten machte und deren Gesammtsumme sich auf 43,300 Gulden K. M. beläuft. So z. B. zur alljährlichen Bekleidung israelitischer Waisenkinder und Ausheirathung armer Mädchen — 7000, zur alljährlichen Vertheilung von Lebensmitteln und Wäsche an israelitische Arme — 6000, dem

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