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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-03-27 · Heft 14 (27.3.1848) · p. Seite 205

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 14 (27.3.1848)
Date
1848-03-27
Page
Seite 205 (sequence 3)
Language
German
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205 ■ V Scheuen wir uns nicht, für uns zu sprechen, nachdem die Städte von ganz Deutschland für uns gesprochen. In Sachen dev Zivilstandsregistev hatten wir die Freude, Ln letzter Zeit noch von vielen Gemeinden die Vollmacht zu erhalten. Allein die großen Ereignisse des Tages lassen diesen einzelnen Punkt nicht aufkommen. Indem wir die erhaltenen Vollmachten in Kraft bestehen lassen, müssen wir doch die neue Wendung der Dinge abwarten, da wir über noch viel mehr Uebelstande nunmehr hinwegzukommen gedenken, als über diesen! Der UnterstüHungsvereLn für die Wittwen und Waisen israelitischer Geistlichen. Frankfurt a. M., 16. Marz. Die Theilnahme für die zu errichtende Unterstützungskasse für Wittwen und Waisen israelitischer Geistlichen mehrt sich fortwährend. An meinen letzten Bericht anreihend, habe ich Ihnen folgende, weiter eingegangene fünf Anmeldungen mitzutheilen. Es haben nämlich ihren Beitritt ferner erklärt die Herren: 39) Grünbaum, Rabbiner zu Ansbach; 40) vr. S. Adler, Kreiscabbiner zu Alzey; 41) A. Adler, Prediger und Rabbinatsassistent zu Worms; 42) vr. Maier, Rabbiner zu Hechingen; 43) vr. Heß, Landesrabbiner, zu Eisenach*). — Ein verehrter Kollege aus dem südlichen Baiern drückt seine lebhafte Theilnahme für das zu unternehmende Werk, jedoch zugleich seine und benachbarter Kollegen Ansicht dahin aus, „daß sie nur von der 'ihnen Vorgesetzten Behörde genehmigten Instituten beitreten würden." Wir zweifeln keinen Augenblick, daß in dem jetzigen Zeitpunkte, wo der bessere Geist auch bei der baierischen Regierung siegreich durchgedrungen, die in Rede stehende Genehmigung sicher erfolgen wird. Außerdem sind bereits achtbare Namen aus dem baierischen Rabb'inerstande unter den mitgetheiltenAnmeldungen zu finden.—Herr Rabbiner Gosen zu Marburg, welcher für seine Per¬ *) Wir fügen hinzu: 44) vr. Herxheimer, Landesrabbiner zu Bernburg. Redakt. son aus demselben'.Munde--HER'LLRner Felsenstein zu Hanau (vgl. meinen letzten Bericht), den Beitritt zu versagen sich genöthigt sieht, theilt mir folgende Bemerkungen mit, welche ich zur Förderung der guten Sache hiermit veröffentliche. Er schreibt: „Meinestheils habe ich als Mitglied des Konnte für die Verbesserung der Statuten der ältesten Ln Kurhessen für den in Rede stehenden Zweck vorhandenen Gesellschaften, welche in 6 Klassen zu 3 bis 16 Thlr. jährlichen Beitrags, wonach mir die Verhältnisse näher bekannt sind, gegen den Vorschlag des Herrn vr. Philippson für einen Beitrag von 10 Thlr. einen Wittwengehalt von 100 Thlr. zu bestimmen, den Einwand zu machen, daß, da das Ecgebniß aller dieser Anstalten ist, daß gegen 6 Theilnehmer eine Wittwe gerechnet werden kann, und die Interessen des eisernen Fonds zur Deckung der Ausfälle rc. und für den Fall, wo die Theilnehmer nicht im richtigen Verhältnisse zunehmen, reservirt werben mußten, gegen einen Beitrag von 10 Thlr. nur 60 Thlr. Unterstützung bestimmt werden kann. Auch derVorschkag, daß die Waisen nur bis zum 15. Jahre den Gehalt genießen sollen, ist um deswillen nicht zu genehmigen, da bei' den gebildeten Klassen vom 15. bis zum 20. Jahre die Unterstützung am Räthlichsten ist. Ich würde von vornherein 4 Klassen mit 8, 10, 12 und 16 Thlrn. Beitrag und 4, 5, 6 und 8 Thlrn. monatlichen Wittwengehalt in Vorschlag bringen. Falls sich jedoch die Verhältnisse eines Mitglieds der ersten 3 Klaffen bessern und dasselbe in eine höhere Klaffe eintreten will, so könnte dieses gegen Nachzahlung des vollen Beitrags der bis dahin weniger bezahlten Summen gestattet werden." — Aehnliche Eim wände gegen Ihren Vorschlag äußert auch Herr Kollege Grünbaum zu Ansbach. — Soeben theilt mir unser wackerer Freund Formstecher einen in allen seinen Theilen vollständig ausgearbeiteten Statutenentwurf mit, welchen derselbe demnächst in diesen Blattern zu veröffentlichen gedenkt. — Wir freuen uns, daß aufdiese Weise das gute Werk immer mehr seiner Reife entgegenwachst, und wenn auch im gegenwärtigen Augenblicke die erschütternden Bewegungen in der politischen und merkantilischen Welt der sofortigen Inswerksetzung Hindernisse in den Weg "zu legen scheinen, so ist es doch gut, daß alle vorbereitenden Schritte geschehen, damit mit dem Eintritte des günstigen Zeitpunktes auch zur That geschritten werden können. Leopold Stein, Rabbiner.

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