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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-03-20 · Heft 13 (20.3.1848) · p. Seite 198

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 13 (20.3.1848)
Date
1848-03-20
Page
Seite 198 (sequence 12)
Language
German
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198 reit erklärt. Kende von Szatmür verweigert den Juden selbst den mindesten Einstuß - und führt Beispiele fremder Nationen zur Nachahmung an, die Ungarn mögen dem Beispiele Englands folgen, welche ihre Sprache in fremden Ländern heimisch zu machen und die christliche Religion zu verbreiten suchen, während die löbl. Stände die Juden mit ihrer heidnischen Religion, selbst des Wahlrechtes theilhaftig machen wollen. Wie könnte man auch zu einer Nation Zuneigung fühlen, welche sich von uns Christen absondert, mit uns nicht einmal aus einer Schüssel essen will? Redner ist überzeugt, daß die Juden allein Schuld an diesem Zustande tragen, so viel auch die von ihnen häufig erscheinenden Broschüren den Anschein geben wollen, als enthielte ihre Religion keinen Aberglauben. Asztalos von Marmorosch widerspricht den Deputirten von Vesprim und Szatmür und stimmt für Koffuths Antrag. Keine Religion, welche einen Gott anbetet, kann dem Staate Nachtheil bringen; wir Alle sind Geschöpfe eines Gottes, und die Beschuldigungen, welche von Seite des szatmarer Deputirten geäußert wurden, zeugen in dem Munde eines christlichen Gesetzgebers heidnische Intoleranz. Wie können wir von den von uns so lange gedrückten Juden eine Annäherung oder Entgegenkommen fordern! Bernas von Ungh hält die Juden, die sich für ein auserlesenes * *) Volk Gottes halten, für den Staat gefährlich. Karülyi von Pesth hat Nichts gegen die jüdische Religion, aber gegen das jüdische Volk, gegen ihr Treiben und Wirken, er kann so lange selbst für die theilweise Emanzipation der Juden nicht sprechen, so lange sich Europa nicht von den Geldbörsen der Rothschilds **) emanzipirtt zu christlichen Meistern in die Lehre geben! Ihr gestattet Beides nicht. Sollen wir Eure Geschäfte verwalten? Das Gesetz schließt uns von jedem öffentlichen Amte aus. Man nimmt ja keinen Juden als Nachtwächter, wenn er auch alle Qualifikationen eines Nachtwächters in sich vereint hat! *) Wir halten aber unsre Religion nicht für die allein selig Machende! Und waren wir es denn nicht, die das Licht d«; Erkenntniß der Welt gegeben! Jede R. hält ihren Glauben für den besten und so viele Religionen in Ungarn existiren, noch keine war dem Staate gefährlich. **) Jedem Judengegner dient das Haus Rothschild zum Steckenpferd. Haben christliche Bankiers keine Geldbörsen?- Schnee von Heves kann das Verfahren der Deputirten mit der Humanität nicht vereinen, er weiset auf England, wo in neuester Zeit Rothschild zum Parlamentsmitglied gewählt wurde (Bernüs von Ungh erhebt seine Hand mit einer Geldbörse) *). Josipovits von Turopolya stimmt für den pesther Antrag, wol hat mich ein Jude um 5000 Fl. K. M. gebracht, aber Christen gar um 100,000 Fl. K. M. Das Resultat dieser Debatten war 18 Stimmen für und 31 gegen den Antrag Koffuths. E. P-k. Von der türkischen Grenze, im März. (Privatmitth.) Zustände der Juden an der österreichischtürkischen Grenze. 1. Militärgrenze. In dieser darf sich kein fremder Jude drei Tage hintereinander an einem Orte aufhalten. Da einige kleine Gemeinden von jeher in diesen Gegenden bestanden, so wurden sie bei Kreirung der Militärgrenze in einigen Kommunitäten gelassen, bei denen jedoch jenes gräßliche System eingeführt wurde, dem weder Lhiere noch Sklaven im Allgemeinen ausgesetzt sind, das Nichtvermehrungssystem nämlich, eine Maßregel, für die man in unsrer Sprache vergebens einen paffenden Ausdruck sucht, die Rom, die Spanien fremd war, und die Rußland noch jetzt fremd ist. Hier ist dieses System zu seiner größten Vollkommenheit gediehen, schrecklicher als in Mähren und den angrenzenden Ländern, denn hier gehört noch dazu das der Verminderung, des Aussterbens. Dort kann ein Jude auf Rechnung eines andern jüdischen Familienvaters eine Familie stiften, heirathen; hier darf er dies nicht, so lange sein Vater lebt, und dann nur der Erstgeborne, und stirbt hier eine jüdische Familie aus, darf sie nie ersetzt werden. Man denke sich ein wahrend zehn Jahre versprochenes Paar, das am Krankenbette eines Vaters zwischen Furcht und Hoffnung schwebt; den Zustand einer verliebten, verblühenden Jungfrau und dazu keusch, wie es deren bei den Juden größtentheils giebt! Die Jünglinge werden entartet. An Auswandern wird wenig gedacht, da auf der einen Seite die türkische Grenze, auf der andern die Militärgrenze zu sehr ausgedehnt; zudem geht ein Aus- *) Die freie englische Nation, ein Russell und Peel, lachen wol des obskuren Ungarn, der die Wahl eines Juden und die großartige Debatte über die Zulassung der Juden in's Parlament von einer Geldbörse'erkauft glaubt. . Pi

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