Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 12 (13.3.1848)
- Date
- 1848-03-13
- Page
- Seite 181 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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zutschen, undnur «och die Tage für den Tag zu ver-' bringen, .innen'so, hohl, so ausgebrannt, es giebt keinen , schrecklicher» Zustand,.'keine peinigendere Stimmung ... daß ich-auch keine.Mittel habedaran dachte ich nicht, denn eS war . mir an Nichts gelegen." „So, durchwanderte ich die langen, glanzenden Straßen, von Paris, durchwanderte die Boulevards, die Platze, beschaute gleichgiltig die. Paläste, die Monumente, die Wunder'. der. zivilisirten Welt. Glücklicherweise war ich an einett Bekannten adressirt, der schon zwei Monate früher hierher.geflohen. Diesen suchte ich auf, und -fand ihn meiner Vorstadt, freilich, armselig eingerichtet, aber doch schon heimisch."; „Mein Freund nahm mich mit einem brüderlichen Hantzfchlage auf;.war ein entschiedener, energischer .Charakter. Und wer.weiß nicht, .daß ein. gemeinsames -Unglück entweder gänzlich von einander trennt, oder völlig verbrüdert-und mit einem Bande umschlingt, - das, dem heiligen .der. Blutsverwandtschaft in. Nichts nachgiebt. Er .machte-mich mit. der allgemeinen Lage der Polen und; mit der seinigen insbesondere bekannt. -„Ich habe," sagte er, „die Unterstützung der französischen Regierung nicht langesprochen, .und . würde sie nicht annehmen, selbst wenn -siemir angeboten würde. Einerseits halte ich, es für eine Sünde, anzunehmen, was mir nicht gehört, solange ich gesund.-.an Geist und Körper bin. Gott hat mir diese starken. Arme, und Beine nicht umsonst heraus-, wachsen, lassen aus .dem Rumpfe, und wenn sie kräftig genug sind, das Brod, das Andere ererntet, zum Munde - zu führen, so müssen .sie es auch zu verdienen vermögen. Andrerseits will ich dieser französischen Regierung zu -Nichts verpflichtet sein; sie soll die Entziehung der Unterstützung nicht wie ein Damoklesschwert über meinem Haupte hangen lassen, und soll auf meine Dankbarkeit zu rechnen, nicht das. Recht haben.. Ich . will zu aller Zeit mein, eigner Herr sein, zu gehen und zu handeln nach meinem Belieben. Darum bin ich, der polnische Graf, ein tüchtiger Arbeiter geworden.,, der mit seinen derben Fausten die Maschine bedient, wofür auch die Maschine speist. Polen ist untergegangen, weil sein Adel sich zu hoch dünkte — wolan! fangen wir es am andern Ende an, fangen, wir von unten an, .vielleicht baut es sich auf festerm Grunde da auf. Werden wir, was alle Menschen waren und sein sollten, Arbeiter.' Noch jst es nicht verloren, sobald wir uns nicht verloren geben; hilf Dir selbst, und es ist Dir geholfen. -Dir,. Freund, stehen nun dieselben Wege offen; mit -der Feder, mit den Studien ist hier für den Polen Nichts zu erwerben; hang' sie an den Nagel, und werde Arbeiter. Arbeit kann ich Dir verschaffen. Oder bettle bei dem französischen Gouvernement, und sieh zu, wie Du fährst; dann laß mich aber...';■ .. - > „Diese Worte meines Freundes ergriffen mich wächtig. Das hatte mir von je gefehlt. Ich hatte stets vom Idealen gelebt, und die Meinigen hatten mich angestaunt. Hier war.Wirklichkeit, hier war. Kraft, einen , solchen Menschen brauchte ich. Ich griff schnell zu. Ich'warf mich in seine Arme, und sprach: „Laß mich einen Augenblick hier ruhen, Bruder! Es sei dies die letzte Lebensäußerung des überschwellenden Gefühles dannwill ich der Welt, der'realen, der schassenden und. verzehrenden Welt angehören. Ich will ab schwören allem Sehnen .und Hoffen, will, herausreißen aus meinem Herzen alles Wühlen und Brüten, und will fortan arbeiten...." Mein Freund lächelte. ■ Sein Lächeln kühlte mich in Etwas ab.. Das Lächeln sagte mir: ich wolle Etwas, .was ich nicht könne, und. triebe gerade im Augenblicke das, was ich verbannen wolle...." „Indeß ging ich kräftig an's Werk. Ich richtete mich bei meinem Freunde ein, wir' machten gemeinschaftliche Menage; ich. -bekam Arbeit in demselben Atelier, war, rüstig, thätig. Man hatte uns gern, und/in dieser Weise gingen Monde, gingen Jahre hin. Die Arbeit beschäftigte uns fast alle Zeit, wenn wir das,Aaskommen erwerben-wollten.; dann, und wann machten, wir einen Spaziergang auf das Land;, dann und wann, besahen wir die Kunstschätze von Paris, um den Geist nicht ganz sinken zu. lassen; vox Allem ftudirten wir die Mechanik, um uns hierin, über-die bloße Handarbeit zu erheben." „Sei es nun, daß mein Freund hierfür mehr Geschick hatte, sei es,, daß der Fabrikhecr sein Auge mehr auf ihn gerichtet , hatte: nachdem drei Jahre verflossen waren, wurde, mein Freund zu einem der Werkmeister gemacht, wohingegen, ich verbliebi, was ich war — Arbeiter. Meinem Freunde war dies EreigNiß ganz gleichgiltig; aber es trennte uns. Er mußte, in dem. Fabrikgebäude selbst eine Wohnung, beziehen,, mußte.bessere Kleidung anlegen und anr Tische der Werkmeister- Theil nehmen. Dies war: mir weder möglich, noch vergönnt; und ich behielt, daher unsre frühere Wohnung allein -zurück. Ueberhaupt kamen wir nun weniger inBerühmng, und das gemeinsame Leben nahm ein Ende. . „Franz!" sagte er zu mir, wenn ich mich beklagte, „meine Gesinnung für. Dich bleibt dieselbe- Dn kannst allwege auf