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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-03-13 · Heft 12 (13.3.1848) · p. Seite 180

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 12 (13.3.1848)
Date
1848-03-13
Page
Seite 180 (sequence 10)
Language
German
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9te Band als S chluß erschienen, und so das schön ausgestaltete Werk vollendet. — Von der prächtigen.Talmudausgabe im größten Folkoformat, die v. Schmid und Busch in Wien ediren, sind wieder einige -Lieferungen erschienen. Das Werk schreitet zwar langsam vor, ist aber seinem Schluffe nahe< Magdeburg, 2. März. (Predigten.) Es ist eine tüchtige Masse einzelner Predigten, die sich vor uns aufgehäuft hat. Wenn auch dem Publikum nicht, so fühlen wir doch den Verfassern gegenüber die Verpflichtung, dieselben hier aüfzüfühcen, da dies noch dazu das einzige Mittel ist, diesen" zumeist ephemeren Erscheinungen eine gewisse Existenz zu erhalten. Der ^künftige Sammler erfleht dann aus diesen-Blättern, -daß so etwas existirt hat, -.wenn bet unerbittliche Strom des Lebens längst darüber gegangen. Um so weniger, ist es aber , möglich, hier ausführliche Beurtheilungen zu geben. — Wir heben zuerst Predigten hervor, welche eine bestimmte Veranlassung hatten, und zwar Einweihungspredigten. „Die Heiligkeit und Heiligung des Tempels durch Gesinnung, Wort und That," Pred. über 5 M. 30, 14 zur Einweihung des neuen Gotteshauses in Grünberg am 1z0. September 1847 gehalten von vr. Ahron Wiener. Grünberg. Gut geordnet, lebendige Gesinnung, warme, nichtüberladene Sprache, die, gut vorgetragen, einen recht tiefen Eindruck gemacht. haben muß, — Predigt über Ps, .100,, 3. gehalten zur. Einweihung der Synagoge zu Bielefeld,,am.3. September 1847 von M, Edler, Prediger, Bielefeld, 1847. Eine sehr , wackre Predigt, einfach in ihrem Bau, innig in der Gesinnung, kräftig in der. Sprache. Der erste Satz zeiget, daß jedes Gotteshaus zum Glauben aufrufet, um alle Zweifel an Gott zu zerstreuen; der zweite, daß das israelitische Gotteshaus Israel aufrufet, (sich in seinem Berufe „Volk Gottes" zu sein, zu stärken. Hier hätte aber der Redner vor Allem den Begriff „Volk Gottes" deutlich desiniren und sichtlich machen sollen, um jede Irrung und Zweideutig, keit zu vermeiden; statt dessen hat er diese Erklärung erst , gegen Ende eingeflochten, und ohne daß sie dem Hörer vollständig deutlich geworden. Uns ist der Muth und die Zweifellosi'gkeit des israelitischen Bekenntnisses stets achtungs- und wünschenswerth; aber um so sichrer muß er zu Werke gehen und keine Zweideutigkeit hinter sich lassen. Der.Redner .hätte gleich sagen müssen: Israel. ist das „Volk Gottes", insofern es inmitten der heidnischen Welt-die Wahrheit und das Recht allein erkannte. und bekannte, und nun diesen. Beruf erhielt und aus-, führte, diese Wahrheit und dieses Recht Gottes durch: die ganze Welt zu tragen, zu .'bezeugen und den Völkern zu übergeben. — Rede zur Einweihung des Humanitätsvereins der erwachsenen agramer israelitischen Zugend. Am 31. Januar 1846 gehalten von M. Goldmann, Rabbiner.. Mit einer Anrede von Jaques Epstein. Wien, 1847. Die.Stützen des Vereins werden allein sein: Eintracht, das Streben nach: Selbstbildung-, der' Eifer in großherzigen Werken. Sehr gemüthlich besprochen. — Predigt bei Eröffnung der in der Synagoge zu Königsberg, sonntäglich stattfr'ndenden Andachksstunden, gehalten von vr. Saal sch ü tz. Prediget.. Königsberg, 1847. Die Sprache, die in dieser Rede herrschet, ist edel und schön, die. Gedanken sind leicht und rein — und dennoch tritt uns: keine, klare Anschauung von dem entgegen, was diese. Predigt wollte, da sie doch. einen besonder» Zweck an der Stirn tragt.: Sie hat'das ' Eigentümliche, daß an sich Alles klar istim ihr, und das Ganze .dennoch als eine Verhüllung erscheint dessen,' was sie eigentlich will. . Man verzeiht dies'dem Redner nicht gern. Denn es erscheint dann aus irgend einem Grunde der Hauptgedanke zurückgehalten. Was haben wir mitgebracht? ist die erste Frage. Die Antwort: Licht, Freiheit, Liebe als die echt und ursprünglich israelitischen Gaben, Geist und die Ehre des Kampfes und - -den guten Namen. Was wollen wir beginnen? ist die zweite Frage, und die sehr. kurz, gehaltene Antwort: wir , wollen unsere vergrabenen Schätze suchen, die Wahrheiten erforschen, die Psalmen singen, den Morgen der Menschheit wecken helfen. - (Fortsetzung folgt.) Belletristisches. Die drei Nationen. (Fortsetzung aus No. 2. 7. 9. 10.) ' \ . , 7.. , „Die unermeßliche Weltstadt an her. Seine Lag vor mir. Ich betrat sie mit tiefem Bangen.... O, es ist' gräßlich, kein Ziel, keinen Wirkungskreis, kein Streben, kein Vollbringen, in so jungen Jahren, schon, zu. haben! Als Jüngling schon den . Inhalt seines Gebens verloren--

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