Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 12 (13.3.1848)
- Date
- 1848-03-13
- Page
- Seite 178 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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178 der bei solchen Schulen angestellte'n jüdischen -Lehrer von derselben frei bleiben." . . ' : / .. .Wiewol nun die Abgabenfreiheit der jüdischenLehrer.: selbst -auf die frühere Verwendung.debkönigl. hochlöbl. Regierung höhern Orts abgelehnt, und dieser Gegenstand auch beim, ersten vereinigten Landtage zur Sprache gebracht, aber' doch nicht beantragt wurde, so glaubt doch der Unterzeichnete, daß - das allegirte Gesetz vom 23. 'Juli v. I., namentlich die §§. 1 und M desselben allerdings, wenn auch nur indirekt die .Befreiung der an öffentlichen jüdischen Schulen angestellten Lehrer von Staats- und-Kommunaläbgaben verordnet, und glaube ich daher, daß eine deSfallsige gemeinschaftliche' Vorstellung' der jüdischen Lehrer im preußischen Staate, zumal wenn Solche, wie.zu erwarten! steht,. von - mehreren, humanen Orts- und Kreisbehörden, oder gar von mehreren humanen Regierungen befürwortet würde,'höhern Orts nicht erfolglos bleiben können.-' : - - 7..- Deshalb erlaube .ichmir, an meine geehrten jüdischen Kollegen im preußischen Staate den Aufruf zur Anschließung an ein solches gemeinschaftliches Gesuch. ergebenst ergehen zu lassen. Am Besten und. Zweckmäßigsten wäre es wol, wenn Sie,, hochgeehrtester Herr Redakteur, der. Sie sich Ihrer'hie und - da! noch 7 zurückgesetzten . Glaubensgenossenmit Wärme und Eifer, Liebe und , Treue anzunehmen pflegen, die- Güte haben möchten, auch dieser Sache sich anzunehmen, und iry Namen der: preußischen, jüdischen Lehrer, die Sie. gewiß, freudig mit den nöthigen Vollmachten, vielleicht auch' mit Befürwortungen Humaner Behörden versehen werden, die dessallsige Vorstellung höhern Orts einzureichen. . Der wärmste Dank der gegenwärtigen und zukünftigen Lehrer wird Ihnen gewiß nicht fehlen; denn es gilt hier nicht die bloße Befreiung von der Zahlung einiger Thaler, die aüf den Altar des Vaterlandes zu legen der Israelit, wenn-es ihm auch noch so; schwer fallt, als heilige Pflicht-betrachtet, sondern'um die Achtung-des ehrest- 'werthen jüdischen Lehrerstandes, die durch solche unverdiente Zurücksetzung hinter denchristlichen Lehrerstand'-verletzt wird. Wo es sich aber um dieses heilige Kleinod handelt,' da-sind sammtliche Lehrer solidarisch verpflichtet, muthig und kühn aufzutreten und den Höheren'Mchörden! und. nöthigenfalls rauch an des rLhro'netz: Stufen, in unterthanigster Ehrerbietung Vorstellungr zu7/machen.. „Wer Andere zur Humanität erziehen soll, 'hat Ansprüche auf die humanste Behandlung." (Diesterweg.) S. KuNn-er, Lehrer. . . Nachschrift vesRedakteurs. Die i'n dem obigen Artikel an uns gerichtete Aufforderung nehm en wir an. Der Redakteur eines jüdischen Blattes kann, wenn er diesen Beruf mit ganzer Seele erfaßt hat, nicht blos eine Profession daraus machen, sondern muß sich demselben völlig! hingeben, und in den gedrückten Verhältnissen seiner Glaubensgenossen eintreten, wirken, schaffen, wo es ihm möglich. Gerade dev jüdische- Lehrerftand ist aber unter den gedrückten Ständen bet gedrücktste, und wenn irgend Etwas nothwendig, so ist es eine völlige Umwälzung seiner Verhältnisse. Wir verweisen im Voraus auf einen leitenden Artikel, den wir in nächsten Nummern geben werden. - Indem-wir aber also die obige Angelegenheit in unsre Hand nehmen, bitten wir um Aufschub, bis die Angelegenheit der jüdischest Zivilstandsregister geordnet sein wird7 Wir werdest dann das Weitere veröffentlichen, und bitten die betheiligten Lehrer unterdeß diesen Artikel in -gutem Gedächtniß zu behalten. Da der Redakteur sich -auch als praktischer Lehrer betrachtet, da er seit 14 Jahren die Religionsschule hiesiger Gemeistde: leitet; so halt :er sich nicht für unberufen dazu. Breslau, 9. Februar. (Privatmitth.) Seit .einer langern Zeit -schon spielt unsre Gemeinde keine Rolle mehr in den öffentlichen Blattern, und wenn man daraus schließen wollte, die jahrelange Vertöirrung fei endlich einer wohlthuenden Ordnung' und Einheit gewichen, würde man sich doch sehr tauschen. Die Zustände sind, hier jetzt gestaltloser und'Unerquicklicher als je, und den mannigfachen Hindernissen,'die hier der endlichen Ausführung des Gesetzes vom 237 Juli sich entgegenstellen, ist es zuzuschreiben, daß auch inder Provinz noch die alte -Gehaltlosigkeit'überall herrscht und 'von der neuen.Ordnung der Dinge'noch keine Spur vorhanden ist. Jndeß ist v'as geistigreligiöse Leben - in Unsrer Gemeinde - doch frisch-und rege. Seit dem Monat Dezember halt Herr ve. Geiger wöchentliche Vorlesungen überdie Geschichte-der Juden, seit. 1815, welche das lebhafteste Interesse des .hiesigen.! Publikums erregen. Da der Redner in der Einleitung gar allzuweit zurückg egangen und ein Bild der. Entwickelung des Judenthums von seinemersten Erscheinen in. der Geschichte geben zu müssen glaubte,