Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 11 (6.3.1848)
- Date
- 1848-03-06
- Page
- Seite 157 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wir gestatten uns zu Obigem folgende Bemerkungen nach den im Texte von-uns angemerktm Zahlen: . 4) S. No. 9 dieser Zeitung. *) Wir glauben, daß sich bei den Lehrern die Qualifikation durch „gesetzlich-exammirte und definitiv angestellte" wol bestimmen ließe. Die Aufnahme solcher Lehrer müßte nur bis dahin verschoben werden, wo für das Institut sichere Erfahrungen bereits gewonnen und seine Existenz eine unzweifelhafte geworden. 3) und 4) Ich muß gestehen, daß ich gegen jedes „Eintritts- oder Einkaufsgeld" stimmen würde. Gesetzt, der jährliche Beitrag beliefe sich auf 10 Thlr., so könnte ein verhältnißmäßiges, und nur irgend zweckdienliches Eintrittsgeld sich wenigstens auf 25 Thlr. belaufen — wie z. B. die Gesellschaft der Freunde in Berlin bei 5 Thlr. jährl. Beitrag 25 Thlr. Eintritt heischet. — Wie viele Rabbinen sind nun in Deutschland, die sofort 25 Thlr. und jährliche Beiträge zahlen können, ohne ein bedeutendes onus sich aufzuwälzen? Nein! Humanität, altjüdische i-rp-iL muß diesem Institute bewahrt bleiben. Hingegen ist es der Sache ganz zweckdienlich, wenn jeder Eintretende, sowol jetzt als später, erst nach 5 Jahren gezahlter Beiträge, das Recht auf Unterstützung erlangen würde. Ist es ihm möglichst kann er durch sofortige Zahlung von 5 jährlichen Beiträgen sofort dieses Recht erlangen. Dadurch erlangen wir Zeit, einen schönen eisernen Fonds zu sammeln, und der später Eintretende hat dieselbe Leistung wie die gegenwärtigen zu tragen. Würde ein Todesfall eines Mitgliedes vor seinen 5 Jahren eintreten, st hätte er zwar kein Recht an die Unterstützung, aber nach dem Zustande der Kasse kann dann doch die oder eine Unterstützung bewilligt werden. So findet bei der schon erwähnten Gesellschaft der Freunde zu Berlin, deren Mitglied zu sein ich die Ehre habe, die Ordnung statt, daß die eigentlichen Mitglieder eine bestimmte Zahl ausmachen, und jeder Aufgenommene so lange Expektant ist, bis er in diese Zahl (durch Todesfälle) einrückt, was öfter 7, 8 Jahre dauert, als Epektant aber kein Anrecht hat. Nachdem nun die Sache eine st günstige Wendung genommen, und bereits durch 40 Theilnehmer eine gewisse Konsistenz gewonnen hat, fräg't es sich, was nun zunächst zu thun, und wollen wir unsre Meinung kurz aussprechen. Eine allgemeine Versammlung der Theilnehmer ist nicht zu realisiren. Auch müssen immer Vorarbeiten stattsinden. Mein Vorschlag geht daher dahin: 1) Die beigetretenen Theilnehmer erwählen einen Ausschuß von 7 Mitgliedern. Dies geschieht durch briefliche Aussprache andie Herren Rabbiner Stein und Formstecher, welche das Resultat der Wahl bekannt machen. 2) Dieser Ausschuß erwählt aus seiner Mitte drei, welche den Statutenentwurf ausarbekten und berathen. 3) Ist der Letztere fertig, so kommen die 7 Ausschußmitglieder an einem zu bestimmenden Orte zusammen, um den ihnen vorzulegenden Statutenentwurf zu berathen und definitiv festzustellen. 4) Die durch die Statuten bestimmten Administratoren werden dann durch allgemeine' Wahl kreict. Stimmen hiermit meine Herren Kollegen überein, so mögen die HH. Stein und Formstecher die Theilnehmer zur Einsendung' von Wahlzetteln jener 7 Ausschußmitglieder durch diese Zeitung oder brieflich auffordern. ' Sobald der Ausschuß gewählt ist, muß es sein Erstes sein, Portofreiheitbei den betreffenden Behörden zu erwirken. Das englische Parlament. Nachdem die Hauptdebatten des Unterhauses über die Zulassung der Juden in's Parlament vorüber sind — denn die dritte Lesung wird ohne Solche/vor sich gehen — so theilen wir in diesen Blättern, theils für diejenigen Leser, die sie noch nicht kennen gelernt haben, theils zu weiterer Verbreitung und besonderer dauernder Erhaltung, die zwei Hauptreden mit, welche in der ersten Debatte am 10. Dezember und in der zweiten am 11. Februar gehalten worden sind, zwei Reden, die sowol durch die Männer, welche sie gesprochen, als durch ihren gediegenen Inhalt ewig denkwürdig' sind, die Rede Lord John Russell^, mit der er die Bill einbrachte, und die Rede Sir Robert Peels, welche die Debatte der zweiten Lesung' beschloß. ' (Die Rede Russells geben wir nach der in Berlin erschienenen Uebersetzung, die Rede' Peels nach eigener Uebersetzung aus den Times.) - Lord Russell sprach: Indem' ich dem Hause.die Aufhebung der auf den jüdischen Unterthanen Ihrer Majestät zur Zeit noch lastenden Unfähigkeiten Vorschläge, fühle ich, daß mir manche von den Gründen nicht zu