Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 9 (21.2.1848)
- Date
- 1848-02-21
- Page
- Seite 136 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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136 immer wieder hinidürch, und erfaßte mich mid großem Weh.- M'ag-lmme'cyin der Mann, wenn er erst in die verwiNeltenl Lagen''des Lebens langer hineingeschritten, auch für die Leiden der Familie gestählter-sein und sie ruhiger> tragen; der Jüngling, im Rausche seiner erhitzten Einbildung, fühlt jedes stör,ende Nebel desto starker, nnd namentlich bei seinem ^ersten Auszuge in die Welt empfindet er es tief, wenn er sich sagen muß: Du wirst es nicht also wieder finden, wenn du zurückkehrst..... Ach, ich war zerknirscht bei dem Gedanken, meine Lorbeeren nicht zu den Füßen meiner Mutter niederlegen zu können.... Der Abschied war schwer. Jnsonders meinen Bruder wollte sie gar nicht aus, den Armen lassen, immer umhalste, benetzte, sie ihn wieder mit ihren Thranen..... „Auch den,^auch den, Tyrann, willst Dumir. .nehmen!" rief le in ihrem krankhaften Unmuth, -meinen zweiten, meinen zarten, süßen Georg mit dem Lammherzen! Was soll er,im Schlachtgewühl, n wird keine Mordwaffe heben können...." Ich trat vor sie hin, ich' kniete nieder, ich sprach: „Mutter, Mutter, beruhige Dich l ' Wie Juda bei seinem Vater für Benjamin, also verbürge ich mich bei Dir für ihn — laß ihn ziehen, entweder siehst Dü uns Beide, öder Keinen' wieder^..'„Thörichter Jüngling," rief sie aus, „kannst Du der Kugel verbieten, die Brust meines Kindes zu durchbohren, dem Schwerte, meines'Sohnes Herz iii durchstoßen!...' Bürge für Dich selbst, wenn Dü kannst. i..'." „Das wären die letzten Worte meiner Mutter, die ich vernähm ... sie sank ohnmächtig auf ihr Lager zurück ... der Vater winkte uns von dannen, Worte des Segens' murmelnd ... er nahm die Ohnmächtige in seine Arme — wir wankten zur Thüre hinaus...." „Nach dreien Tagen wären wir über die Grenze und hätten die Märken des revolutionären Polens betreten.. .." (Fortsetzung folgt.) Anzeiger. ' 1 IN demselben werden Annoncen aller Art gegen l1/* Ngr. (1 gGr.) Gebühren für die gespaltene Zeile aus Petitschrift oder deren Räum sowie literarische, merkantile u. a. Beilagen ausgenommen.. < Die Verlagshandlung. Aufforderung. Nachdem - die in; der dritten Lehrerkonferenz vom 25. Mai 1847 zur Prüfung von Schulbüchern und Ausarbeitung einer vom Präsidenten beantragtenallgemeinen Schulordnung erwählten Kommissionen bereits ihre Gutachten eingereicht und die sonstigen Bearbeitungen^ größten Theils ^vollendet Haben, wird die vierte, .statutenmäßig am hiesigen Orte abzuhaltende Konferenz auf den Z^'Mai d. "J. festgesetzt/ wozu die Herren Lehrer mit dem Ersuchen eingeladen werden-, ihre Betheiligung dem Unterfertigten spätestens bis zum 1. April d. I. gefälligst anzeigen zu wollen. In Folge eines von der vorigen Versammlung ausgesprochenen Wunsches hatte Herr Hainebach zu Frankfurt a. M. die Gewogenheit, sein Spruchbuch, welches eine Sammlung der schönsten, dem kindlichen Gemüthe zusagenden, Kernsprüche und Sentenzen unserer Religionsschriften enthält, , unter Beifügung einer.kleinen Probe von hebräischen Sprachübungen, in Manuskript einzusenden, dessen Begutachtung, so wie die allgemein gewünschte Besprechung des bezüglich des Unterrichtes so inhallreichen §. 62 des Gesetzes über die Verhältnisse der Israeliten vom 23. Juli * 1847, der Konferenz ganz sicher zu den wichtigsten und interessantestenDiskussi'onen Veranlassung geben dürften. .; Um einen recht zahlreichen-Besuch wird daher unter der Versicherung dringend gebeten, daß für vollständige Veröffentlichung der Protokolle' Sorge getragen werden soll, während aus den Aktenstücken der dritten Konferenz aus mannigfachen Gründen nur Auszüge geliefert werden konnten. Die Herren Lehrer nun, welche mit jenem anerkannten Pädagogen eingesehen haben, daß die Seele, der Geist, das Gemüth, das Herz das Erdreich sind, welches von dem Lehrer bebaut und zugleich auch die Pflanzen, welche gekräftigt und im Wachsttzume gefördert werden sollen, werden gewiß diese schöne, zum gegenseitigen Austausche erfolgreicher Ideen dargebotene Gelegenheit nicht unbenutzt vorübergehen lassen. Krefeld, im Februar 1848. Der Oberrabbiner, L. Bodenheimer. Vakanz. Zu Ostern d. I. wird die Kantor- und Schächterstelle in unsrer Gemeinde vakant. Hierauf Reflektkrende müssen unverheirathet und befähigt sein, einen Chor zu leiten, auch die Approbation als Schächter Nachweisen können. Das Gehalt dafür ist außer freier Wohnung 150 Thlr. Bewerber wollen sich in frankirten Briefen wenden an ' , den Vorstand der israelitischen Gemeinde. - Eisleben, im Januar 1848.