Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 12 (1848)
- Issue
- Heft 9 (21.2.1848)
- Date
- 1848-02-21
- Page
- Seite 133 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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B-llötristisches^ ■';■ /W'ie drei Nationen. •nirFwt.'-; nn i-u[- i. ./ •>" ' .* .. (FortsetzUflg aus No. 2. 7>) Endlich raffte sich der Pole auf, und redete denKrämer an: „Sind Sie. mit den-Vorgängen, in Europa, seitdemSie. .es, verlassen, bekannt. gebjlie,hen.. .. „Allerdings ," erwiderte Jener. ,,^n Nordamerika liest man nur Zeitungen, und Alles liest Zeitungen. In einem''-Lande,'-'«V-'Jedrr -aü-Allem -betheiligt und interes- M ist) fragt .eitt-Jeder Nachdem, was vvrgeht. Und diese Fdage lvo'rh'attden, 'fehlt 'es-nicht - an -Blattern, UM sie zu chefriedlMiu^Wohin der Nvrdamerikdner-geht, da folgt ihm auch eine Zeitung nach- und es sollte mich durchaus "nichtwundern, - Fallö einmal eist Kriegentstünde, wenn soso tt im Lager-eine Zeitungaufkäme, und alle Depesche», Losungsworte / -Tagesbefehle, Bulletins ü. - dP.-^ gleichen..'her ^a'ge'rMüÄgüersch'ietten.-- Auch daß Mn in 'diesem ' Lande 'Alles sagen 'kann, - was miltt auf dem Herze» hat, tkägt dazu-bei. -Dmn-män weiß> man findet in ihnen /Alles, was im Landen irgend - gedacht und gefühlt wirdboogegen in Europa manwön-denmeisten Blättern -weiM sie sagen nur einen Theilund just'nicht immer den interessantesten. ,-Daher' kann--ich Ihnen'sagen, daß ich er^, seitdem ich in, diesem Lande hin, weiß, was in Ersropa^ geschieht. 'Als ich noch dort 'war, wüßte ich es nicht, kümmerte ich mich nicht darum, ich hatte keinen Theil und keinen Antheil daran. Seitdem ich nordameriknnischev! Bürger -bin r bin ich Weltbürger, die Weltl gehökt mir,'ich gehöre der'Welt: - Darum frage ich stüch! ihr und nach Allem. ^V. . Dee'.PM läWte -mitten in -seinem-Kummet, iüNd sprach-:-:!7 Sie..sind" ein Nordamerikaner geworden!, ich hör'- es:''-Wölk-te Gottz rch^lvär' es auch. - -Ein Pole kann's mlchtt werden. ^^Ded'Ehippewüier: hatte Recht:-der FlüchMngchat'ikerhnMürk-^.^r.';„Wenw-Sier:affo;ohie Geschichte- Eürcha's' itt'r best letzten anderthalb Dezennien kennenffö werden Jhsten auch meine! Schicksale verständlich sein,"; sprach der Pole ünd begann feine: Erzählung,- für: dieser -aber--nur ei n e-it Zuhörer hatte. - - - Denn! der llW'^eißM^ Schmerzversürö kene EWpewnier - lieh ' ihm keiNLiAufMerkfämkeit- und hätte-Ml üUchuwenig davonbegriffeck' „Ich-'binist-der Stadt Possstder' Hauptstadt der preußischen -Provinz Psstw MürtiK- Mein Vater stammte aus einem alten adligen polnischen Geschlechte, das in den -Freiheitskämpfen Kosziusko's seine letzten Besitzthümer verloren. Um seine zahlreiche Familie zu ernährenerlernte - mein Vater im schon vorgerückten Alter-die-Kunst des Messerschmiedes- Und erhielt uns dadurch auf-kümmerliche Weise: Der' Mangel, der■' öfters in unsre Hütte einkehrte, zehrte um so mehr am stölzbn Herzen. meines Vaters, der noch bessere Tage gesehen sammelte in seinem Gemüthe einen unendlichen Zündstoff-hon Ingrimmden er in' unsere jungen Seelen verpflanzte.- Ofthob er das -Messer vom' Steine, ehe es noch scharf war, und stieß es 'mit Macht in das eichene Gerüste/ ausrufend: -Maren- -doch Polens Unterdrücker allesammt eine Person- -und dieses Messer könnte ich Hb in-die Herzkammern stoßen!.. ." ' ,-So wuchsen wir aufi!- Es war eiste freudenlose Kindheit,! -eiste freudenlose '-'Jugend: Mein Vater hielt ftinen--Stand - füreine'Erniedrigung/ und hatte allen Umgang abgebrochen:-'- Düster»heit war der tägliche Gast an ünserm Tische, Trauer begleitet^-Uns-auf unser Lager: Wir lernten die Welt nur durch'"best schwarzen -Flor des Hasses betrachten von Kindesbeinen an."- - „Ich und! mein - jüngerer Brüder-zeigten frühzeitig einige' Geistesgaben. Mein Vater brachte'-' uns auf daS polnische .Gymnasium, und die polnischen Geistlichen gaben gern das Nöthige dazu her. Die traurige Leidenschaftlichkeit, unsres väterlichen Hauses hatte .frühzeitig unfern Geist geweckt; der Vater, der nie den. Durst nach Rache, nie die Hoffnung, aufdas Wiedererstehen Polens aufgab, stachelte in den Knaben steten schon, den Ehrgeiz auf, mächtig anzustreben, um einst geschickt zu sein, in den Kämpfen unsres Volkes eine Rolle zu spielen. Oft legteer uns die geretteten, sorgsam bewahrten Urkunden unsrer Familie vornannte-uns die Ortschaften, die einst im^ Besitze unsres ^Geschlechtes waren, und beschrieb sie uns -mit lockenden Farben; dann schilderte er uns die Thaten unserer-Ahnen, forderte uns auf,dereneingedend zU sein- und in den veränderten Zeiten auf anderen Wegen Aehnliches zu -vollführen, und verhieß uns mit-'Flammenwortenfeinen väterlichen Segen, wenn wit der '.Aufgabe treu ' blieben , - zü der er und das Geschick UNfetS'--geM'okdeteU'rVMsfuÄs''-wührten." - - - l ,-Sehr verschieden Hardie Wirkung, die diese so oft wiedecholten SzetteNlÄÜf uns Brüder übten. Ach, mein Bruder hatte die ganze (Weichheit und Sattftmuthdie Hingebung -'meiner-Mütter' zum 'Etbtheil. Er ' litt - sehr unters der gewaltigen Wucht, welche mein Vater auf diese