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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-02-21 · Heft 9 (21.2.1848) · p. Seite 126

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 9 (21.2.1848)
Date
1848-02-21
Page
Seite 126 (sequence 8)
Language
German
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126 \n der Ständeversammlung auf Wiederherstellung der alten Beschränkungen der Juden in Betreff des-Verkehrs mit Grundstücken. Die Juden fühlen sich^ .dadurch um so. mehr beunruhigt, als. Herr v. Buttlar sehr deutlich zu verstehen gegeben hat, -aß er damit den. Anfang zu einer Reihe, von Anträgen auf'Beschränkung der im . Jahre 1833 den Israeliten eingeräumten Rechte machen .wolle. Der.. Rechtspflegeausschuß hat sich bereits.zu.Gunsten des ersten Antrages ausgesprochen.! Hamburg, 2. Februar. (Privatmitth. Von unserm zweiten Korrespondenten.) Abermals hat der politisch-soziale Verein, die Absicht, die jüdischen Schulen mit den christlichen zu verschmelzen; abermals hat er es versucht, sich deshalb zuvörderst mit den christlichen Behörden odep eigentlich mit einzelnen Personen derselben in Verbindung zu setzen, und nachdem sogar der Senator Hutwalker, ein durch, seine mystische. Richtung gekannter aber, außerdem sehr achtungswerther Mann, sich für eine solche Vereinigung erklärte, vielleicht in der Hoffnung, dadurch besser Gelegenheit zu haben, durch Traktatlein für das Seelenheil der armen Judenknaben zu sorgen, hat sich der sozialpolitische Verein an die Gemeindevorsteher gewandt — ist hier aber, wie schon früher abschläglich beschieden worden. Und die Vorsteher haben Recht. Nachdem so klar und offen dargethan worden, daß das Schulwesen in Hamburg überhaupt einer Verbesserung bedarf, nachdem die desfallsigen Propositionen des Senats so einstimmig zurückgewiesen wurden, da eine Verbesserung des. Schulwesens darin nicht erkannt wurde — ist ein abermaliger Vorschlag zu einer Vereinigung sehr sonderbar. Wenn der sozialpolitische Verein speziell für das jüdische Schulwesen sorgte, vorausgesetzt, .daß ihm dazu die Befugniß gestaltet wird, würde er ohne Zweifel besser Lhun; eine Vereinigung mit dem christlichen (Volks-) Schulwesen ist erst dann passend, wenn Letzteres wirklich verbessert ist.. Daß die Direktorstelle der Talmudtora leider.auf Veranlassung des. geistlichen Beamten Herrn Bernays mit. einem Christen, besetzt wird, und. die Anstalt nicht einmal einen jüdischen Direktor haben darf i st wahr. Wir bedauern einerseits,.- daß der Gemeinde- Vorstand nicht chie Macht besitzt,, hier einzuschreiten und.ferner,.daß nicht einmal eine Konkurrenz eröffnet wurde, wodurch die Anstalt, jedenfalls mehr Garantie gehabt hätte, den Tüchtigsten an Ihrer Spitze zu sehen, und daß hier! die Willkür eines Einzelnen entscheiden durfte. ,' : Wie es heißt, wird im Laufe des nächsten Sommers der Bürgerschaft eine Proposition vorgelegl werden, welche eine Verbesserung der. bürgerlichen Stellung der Juden bezweckt. Hamburg, im Februar. (Privatmitth. Von unserm ersten Korrespondenten.) Unsere Emanzipationsangelegenheit wird in diesem Jahr wieder an die Bürgerschaft gebracht werden, und man muß gestehen, daß . die Aussichten dafür viele Hoffnungen darbieten, obgleich freilich von Theilnahme am aktiven Bürgerrecht, nämlich Stimme im Bürgerkonvent und höheren Aemtern noch nicht die Rede sein wird. Bei den jetzigen hiesigen Entwickelungswehen will nämlich Mine von. den kämpfenden Parteien (es giebt deren bis jetzt drei) den Schein der Jlliberalitat auf sich laden, und so wie die eigentlich Progressiven beschlossen.haben, die Vorschläge des Senats, wenn sie .ihnen auch nicht weit genug zu gehen scheinen, zur Förderung der guten Sache nur ohne Weiteres anzunehmen, so wollen auch die mehr oder minder Konservativen ein Wenig wohlfeilen Liberalismus spielen. Eigentlicher Widerstand ist nur von den Sonderbündlern, den Zünften rc., zu erwarten und.eine respektable Minorität: erhalten wir jedenfalls. Innerhalb der Judenschaft ist völlige Windstille, und etwanige Projekte werden wie billig bis nach der Hauptentscheidung verschoben. Aus Baiern, 10. Februar.. (Privatmitth.) Die Gutachten über das Edikt vom 10. Juni 1813 sind, nun beinahe in allen Kreisen abgegeben und. werden bald von den Kreisregierungen mit Berichten bei^ den Ministerien einlaufen. Rücksichtlich der politischen und staatsbürgerlichen Verhältnisse schlugen die Kreisregierungen und Polizeibehörden keinen gleichen Weg ein. Hier wurden die Juden mit ihren Ansichten und Wünschen entweder gar nicht vernommen, oder nur'privatim ohne amtlichen Auftrag zugezogen und angehört, dort — wie z. B. in München. — offiziell aufgefordert, ihr Gutachten abzugeb.en. Bon den bereits abgegebenen Gutachten der .Polizeibehörden ist uns so viel bekannt worden, daß die. Magistrate Bamberg, Baireuth und Regensburg und das Landgericht.Weih-

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