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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1848-02-21 · Heft 9 (21.2.1848) · p. Seite 121

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
12 (1848)
Issue
Heft 9 (21.2.1848)
Date
1848-02-21
Page
Seite 121 (sequence 3)
Language
German
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121 Wir gestatten uns einige kurze Bemerkungen. Allerdings wird der Fall, , wo die Ehegatten im Mer zu verschieden sind, Berücksichtigung verdienen. Sonst aber glauben wir nicht, daß das Alter eine Verschiedenheit in die Beitrage bringen müßte, weil sonst der Eintritt zu schwer gemacht wird, das Institut doch auch den Charakter der NPNL nicht ganz verlieren darf, und ein hohes Alter auch für die Wictwe die Benöthigung nicht zu sehr verlängert. Wenn 2) außer 10 Thlr. für die Frau jedes Kind 5 Thlr. kosten soll, so wird dies den Meisten rein unmöglich sein, und sie viel gescheidter thun, sich Ln eine Lebensassekuranz einzukaufen, wo noch dazu die versicherte Summe den Erben jedenfalls wird. 3) Soll die Unterstützungssumme nicht fest stehen, soll es dem Zufall überlassen bleiben, wie viel die Hinterlassenen bekommen, so ist dies wieder ein Stoß für das ganze Institut. Was endlich die Lehrer betrifft, so könnte Niemand bereitwilliger sein, dafür zu stimmen, aber erst — nach 10 Jahren, nachdem man Erfahrung gesammelt. Wird das Institut gleich jetzt zu weit ausgedehnt, so ist sein Bestand durchaus nicht gesichert. Alsdann Herr Rabb. Aub zu Baireuth ist der Ansicht, daß zwei Klaffen instituirtwerden, zu 12—15 Thlr. Beitragen mit 60 Thlr. Pension, und 24—30 Thlr. mit 120 Thlr. Pension. Er hofft auch Vieles durch Schenkungen, Vermächtnisse rc. Frankfurt a. M., 10. Februar. Es gereicht mir zu großer Freude, Ihnen mittheilen zu können, daß auf ein von mir in Verbindung mit unserm würdigen Kollegen, Herrn vr. Formstecher, der sich durch die Anregung dieser gemeinnützigen Angelegenheit ein schönes Verdienst erworben, an benachbarte und ferner wohnende Kollegen ergangenes gedrucktes Zirkulärschceiben bereits eine größere Anzahl derselben ihre Beitrittserklärung eingesendet hat. Diese, dem Zkrkulärschreiben beigefügte Erklärung lautet: „Der Endesgezeichnete hält die Errichtung einer Unterstüßungskasse für Wittwen israelitischer Geistlichen für ein höchst zweckmäßiges Werk und erklärt sich bereit, seiner Zeit, nachdem ihm Plan und Statuten werden Vorgelegen haben, dasselbe nach Kräften mitfördern zu wollen." Diese Erklärung haben bis jetzt folgende verehrliche Kollegen unterzeichnet eingesendet: vr. Einhorn, Landesrabbiner zu Mecklenburg-Schwerin; Flehinger, Rabbiner zu Meisenheim; vr. Grünebaum, Bezirksrabbiner zu Landau; vr. Herzfeld, Landesrabbiner zu Braunschweig; vr. Hold heim, Rabbiner zu Berlin; vr. Jolow i cz, Rabbiner zu Köslin; Güldenstein, Rabbiner zu Buchau; Vr. Höchstadter, Bezirksrabbiner zu Schwalbach; Kahn, Oberrabbiner zu Trier; Lindemann, Klausrabbiner in Mannheim; Präger, Bezirksrabbiner zu Bruchsal; Süßkind, Bezirksrabbiner zu Wiesbaden; Rosenfeld, Klausprimator in Mannheim; Treuenfels, Bezirksrabbiner zu Weilburg; Selig mann, Bezirksrabbiner zu Kaiserslautern; Wagner, Klausrabbiner in Mannheim; Willstädter, Bezirks- und Ortsrabbiner zu Karlsruhe; Willftädter, Bezirksrabbiner zu Bühl in Baden. Setzen Sie dazu noch Ihren geschätzten Namen, den des Herrn vr. Formstecher und den Unterzeichneten, so sind es bis jetzt einundzwanzig Rabbiner, die ihren Beitritt erklärt haben, so daß der Sache guter Grund und Fortgang in sichrer Aussicht steht. Nächstens hoffentlich ein Mehreres *). Leopold Stein, Rabbiner. Zeitrmgsnachrlchterr. Großbritanien. London, 10. Februar. In der Sitzung des Unterhauses vom 8ten begann der Kampf um die Zulassung der Juden in das Parlament abermals, indem die zweite Lesung beantragt wurde. Herr Stafford trug darauf an, daß die Judenbill über sechs Monate zum zweiten Male verlesen, d. h. verworfen werde. Die Zulassung der Juden sei ganz etwas Anderes, als die Zulassung der Katholiken gewesen. Damals habe es sich um Grade des Glaubens gehandelt, jetzt handle es sich um dessen Art. Man wolle also Herrn v. Rothschild einladen, sich zum Gebete einzuft'nden, worin Christi Name gepriesen werde, der in jedes Juden Augen ein Betrüger sei? Es werde stets ein ungeheurer Unterschied bleiben zwischen denen, welche indem Kreuz Christi ein Srrafwerkzeug für Verbrecher, und denen, welche darin das Zeichen der Seligkeit sähen. Man verfolge die Juden nicht mehr, man gestatte ihnen, die Gesetze auszuüben; aber sie wären nicht zuzulaffen zur Gesetzgebung. Lord Burleigh unterstützte seinen Antrag. Herr Wood *) Hierzu kommen Herr Rabbiner Aub und Prediger Edler zu Minden. Redakt.

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